Bochumer stocksauer auf Schiedsrichter Perl

Sie wehrten sich mehr als 92 Minuten lang erfolgreich, aber am Ende reichte es nicht: Andreas Johansson, Marcel Maltritz (v.r.) und die Bochumer unterlagen Gladbach, hier mit Mike Hanke, 0:1. Foto: imago
Sie wehrten sich mehr als 92 Minuten lang erfolgreich, aber am Ende reichte es nicht: Andreas Johansson, Marcel Maltritz (v.r.) und die Bochumer unterlagen Gladbach, hier mit Mike Hanke, 0:1. Foto: imago
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Mönchengladbach.. Was für eine bittere Niederlage für den VfL Bochum. Die Nachspielzeit ist schon abgelaufen, Borussia Mönchengladbach darf den Einwurf aber dennoch ausführen. Der Ball kommt zu Igor de Camargo, den Kopfball der eingewechselten Offensivkraft kann Andreas Luthe noch entschärfen. Doch der Ball landet nach Hankes Fehltritt erneut bei de Camargo, und sein Nachschuss aus kurzer Distanz sitzt: 1:0 für Gladbach.

In der Nachspielzeit der Nachspielzeit. Unfassbar. VfL-Trainer Friedhelm Funkel, Kapitän Christoph Dabrowski, alle Bochumer waren stocksauer auf Schiedsrichter Günter Perl. „Das war absolut ungerecht. Es waren zwei Minuten angezeigt, nach 2:16 Minuten lässt er den Einwurf noch ausführen. Darüber habe ich mich aufgeregt“, sagte Funkel sichtlich erregt. „Dadurch hat Gladbach gewonnen.“

Höllenlärm im Borussia-Park

Finale, Teil eins. Höllenlärm im Borussia-Park. Da muss man erst einmal bestehen. „Wir müssen alles nach vorne werfen und den Gegner unter Druck setzen“, hat Mike Hanke ein paar Stunden vorher nicht gesagt, sondern gefordert. Und es ist nicht einmal eine Minute gespielt, als Tony Jantschke flankt und Björn Kopplin Juan Arango gerade noch daran hindern kann, den Ball, der schließlich den so siegesgewissen Gastgebern die erste von zu vielen Ecken beschert, ins Bochumer Tor zu köpfen. Aber der VfL, der aus Bochum, hält dagegen. Auch Funkels Mannschaft kommt zu Standards. Auch Anthar Yahia kann köpfen. Aber den Torjubel des Außenseiters in diesem ersten Relegationsspiel verhindern im so erfolgreichen wie glücklichen Zusammenspiel Filip Daems und die Latte.

Mönchengladbach erhöht den Druck, die Bochumer stehen meistens gut, nur Hanke und Marco Reus dürfen ein bisschen zu oft Doppelpass miteinander spielen. Ümit Korkmaz und Matthias Ostrzolek haben einen schweren Stand auf ihrer Seite. Dann ist Andreas Luthe gefordert, Mo Idrissou prüft den VfL-Schlussmann, der sich nun höllisch konzentrieren muss. Denn die Gladbacher bekommen Standards am laufenden Band. Glück für den VfL diesmal, als Dante nach einem der zahlreichen Eckbälle mit dem Kopf über das Tor zielt.

5000 Bochumer machen sich bemerkbar

Es ist eine halbe Stunde gespielt, noch immer ist kein Tor für die Borussia gefallen. Allmählich wird es ruhiger auf den Rängen, die 5000 Bochumer machen sich zunehmend bemerkbar. Ihre Mannschaft bekommt nun mehr Spielanteile, lässt den Ball auch ganz gefällig kreisen, nur der Zug nach vorne fehlt. Mirkan Aydin ist zu oft auf sich allein gestellt. Und plötzlich sind die Borussia-Fans wieder auf den Bäumen. Hanke ist durch, Luthe pariert, Roman Neustädter, den die Bochumer einst haben wollten, aber nicht bekamen, wird von Kopplin gebremst. Immer noch 0:0 - was beschert die zweite Halbzeit?

Sie beginnt auf Bochumer Seite ohne Aydin, der erkältet ist und Atemprobleme hat, und mit Chong Tese. Es ist der erste Einsatz des Koreaners nach seinem Wirbelanbruch in Frankfurt. Damit verliert der VfL etwas an Ballsicherheit und Ballbehauptung, denn Aydin hatte sich hervorragend geschlagen im ersten Durchgang.

An der grundsätzlichen Marschrichtung beider Teams ändert sich nichts. Die Gladbacher machen nicht auf, bleiben bei ihrer kontrollierten Offensive. Offenbar sind Lucien Favres Warnungen vor den Bochumer Kontern auf fruchtbaren Boden gefallen. Das zähe Ringen geht weiter. Und die Frage bleibt offen: Wer macht den ersten, vermutlich entscheidenden Fehler?

Dabrowski macht auf sich aufmerksam

Christoph Dabrowski, in der ersten Halbzeit in seinen Offensivaktionen sehr zurückhaltend, macht jetzt auf sich aufmerksam. Mit einem Kopfball, dem aber der nötige Druck fehlt. Ein paar Minuten später kommt der VfL-Kapitän einen Schritt zu spät - Ümit Korkmaz hatte flach hereingepasst. Related content

Gladbach legt wieder eine Schüppe drauf. Und Kopplin holt sich seine fünfte Gelbe Karte ab - er wird am kommenden Mittwoch im Rückspiel fehlen. Ein herber Nackenschlag. Nur wenige Sekunden später die große Chance für Hanke. Aber der Ball segelt über das Bochumer Tor, das nun noch einmal ernsthaft in Gefahr gerät. Auch Matthias Ostrzolek sieht Gelb - zum Glück. Schiedsrichter Perl wertet sein Foul gegen Reus nicht als Notbremse, wie von den Gladbacher Fans gefordert. Luthe pariert in diesem intensiven, guten Spiel erneut gegen Arango - ehe die Nachspielzeit der Nachspielzeit die Entscheidung bringt.

Im Hinspiel. Zuhause muss der VfL nun mit zwei Toren Differenz gewinnen. Funkel: „Wir müssen eine unglaublich gute Leistung bringen, um das noch zu drehen.“

 
 

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