Bochum-Zukunft für Patrick Fabian „in alle Richtungen offen”

Haben in den zwei Jahren, in denen Simon Terodde für den VfL gespielt hat, Freundschaft geschlossen: Patrick Fabian und der torgefährliche Angreifer vom Niederrhein.
Haben in den zwei Jahren, in denen Simon Terodde für den VfL gespielt hat, Freundschaft geschlossen: Patrick Fabian und der torgefährliche Angreifer vom Niederrhein.
Foto: imago sportfotodienst
  • Patrick Fabians Wort hat immer noch Gewicht, aber am Saisonende läuft sein Vertrag in Bochum aus
  • Wie es dann weitergeht, ist noch nicht raus.

Llucmajor/Mallorca..  „Eine Rudelbildung kommt mal vor, der Spielabbruch war überflüssig”, sagte Patrick Fabian nach dem jähen Ende des Testspiels gegen Athletico Baleares. „Rote Karte und Spielabbruch bei einem Test, das habe ich aber auch noch nicht erlebt.”

Der routinierte Innenverteidiger hat schon verdammt viel erlebt. Einige Höhen, auch viele Tiefen. Vier Kreuzbandrisse stehen für den enormen Willen des 30-Jährigen, der trotzdem noch seinen Mann steht auf dem Feld. Zuletzt allerdings, nach Gertjan Verbeeks Entlassung, war es ruhig geworden um den mit Abstand Dienstältesten beim VfL.

„Ich habe mich bewusst etwas zurückgezogen“

Als Kapitän, vor allem bis zu seinem vierten Kreuzbandriss im April 2016, stand der eloquente Fußballer stets Rede und Antwort. Fand immer eine passende, ehrliche Antwort, ohne zu vergrätzen – oft ein schmaler Grat. Im letzten Halbjahr aber lehnte er Interviewanfragen auch ab.

„Ich habe mich bewusst etwas zurückgezogen, im ganzen Jahr ist so viel passiert, auf Vereins- und auf persönlicher Ebene”, verrät Fabian im Gespräch mit der WAZ in der Lobby des Fünfsterne-Hotels Hilton Sa Torre in Llucmajor. „Weil ich im Verein sehr verwurzelt bin nach 18 Jahren, hatte ich das Gefühl, dass ein bisschen Distanz ganz gut tut.”

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Fabian eine geachtete Persönlichkeit

2018 aber soll es aufwärts gehen. Fabian hat Kraft getankt, präsentiert sich im Trainingslager körperlich fit, mental stark, sieht die Dinge nicht mehr „so verkrampft”, sagt er. Fabian ist, auch wenn er nicht zur gesetzten Startelf zählt und keine Kapitänsbinde mehr trägt, eine geachtete Persönlichkeit im Team, sein Wort hat Gewicht.

„Ich versuche, aus meiner Position heraus der Mannschaft zu helfen”, sagt der 30-Jährige. „Wir haben viele gute, junge Spieler, die haben ihre Qualitäten, niemand schießt quer. Sie kann ich auch im Training gut unterstützen.” Natürlich bleibe es sein Ziel, von Beginn an aufzulaufen, „aber mein Lebensglück hängt davon allein nicht ab“.

„Ich wollte zu schnell zu viel“

Besonders nach dem vierten Kreuzbandriss, schaut Fabian selbstkritisch zurück, „wollte ich zu schnell zu viel”. Es folgten Frust und Zweifel Anfang 2017. Eine neue Situation für ihn, denn nach den ersten drei Kreuzbandrissen „kam ich aus dem Nichts”. Er wurde Stammspieler, absolvierte in drei Spielzeiten stets um die 30 Partien. Dann der Schock auf St. Pauli im April 2016. Wieder ein Kreuzbandriss. „Das war anders, weil ich diesmal als Kapitän ging – und so auch zurückkehren wollte.”

Gegen Union Berlin zum Jahresauftakt 2017 führte er das Team aufs Feld – danach fehlte er bis zum vorletzten Spieltag. Nackenschläge auch in dieser Saison, unter dem Strich kommt Fabian auf nur sieben Einsätze in der Hinrunde, unter Trainer Jens Rasiejewski übernahm Anthony Losilla seinen Part. Losilla ist zum Auftakt gegen Duisburg gesperrt – Fabian oder Tim Hoogland kommen als Alternative infrage.

18 Jahre VfL hat er auf dem Buckel, sein Vertrag läuft aus. Wie geht es weiter? „Im Prinzip ist es in alle Richtungen offen”, sagt Fabian, der den Bachelor in Wirtschaftswissenschaften dank eines Studiums an der Fernuni Hagen in der Tasche hat. Fabian: „Ich muss auch sehen, wie die Gesundheit mitmacht. Es gibt verschiedene Ideen.”

 
 

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