Bochum nach 4:1 im Achtelfinale des DFB-Pokals

Christoph Dabrowski brachte den VfL schon in der siebten Minute auf die Siegerstraße. Ginczek, Federico und Chong Teese erzielten die übrigen Treffer für die Bochumer, bei denen Keeper Luthe in der 58. Minute einen Elfer der Gastgeber entschärfte.

Unterhaching. In der Liga dümpelt der VfL Bochum mehr schlecht als recht vor sich hin, aber im DFB-Pokal bekommt er nun sogar die Chance zu überwintern. Beim letztlich souveränen 4:1-Erfolg gegen die SpVgg Unterhaching geriet der Einzug in die dritte Runde nur für wenige Minuten in Gefahr.

Wir sind der Favorit. Wir wollen eine schnelle Entscheidung haben.“ Das hatte Andreas Bergmann vor der Abreise nach Bayern gesagt. Und die Partie im Unterhachinger Sportpark entwickelte sich ganz in Bergmanns Sinne. Bereits in der siebten Spielminute ging der VfL in Führung. Björn Kopplin tankte sich auf der rechten Seite, begünstigt durch zahlreiche Fehler der äußerst nervös beginnenden Hachinger, durch, und Christoph Dabrowski brauchte am langen Pfosten nur noch den Fuß hinzuhalten.

Klassenunterschied

Anschließend wurde deutlich, wer der Zweit- und wer der Drittligist ist. Die Bochumer Defensive stand, und vorne schnitten immer wieder Diagonalpässe die oft etwas zu hoch stehende Abwehr der Gastgeber auf. Chong Tese fehlte dabei zweimal das Glück, sonst wäre bereits früher der zweite Treffer möglich gewesen.

Der fiel erneut unter mildtätiger Mithilfe der Hachinger, die nur zwei Akteure aufgeboten hatten, die älter als 22 waren. Roland Sterniskos verhängnisvoller Fehlpass landete in Giovanni Federicos Füßen, der schickte Daniel Ginczek auf die Reise - das 2:0 für den VfL war perfekt. Und vermutlich wäre die Partie nach einer halben Stunde entschieden gewesen, hätte Ginczek seine Doppelchance ebenfalls genutzt, nachdem sich Patrick Ziegler und Michael Vitzthum gegenseitig über den Haufen gerannt hatten. Ginczek traf erst Torwart Stefan Riederer und dann den Pfosten.

Bochum nach 2:0 zu locker

Es blieb beim 2:0, doch offenbar gingen die Bochumer plötzlich von einem anderen Spielstand aus. Es wurde nicht mehr gegen den Ball gearbeitet, der Gegner schöpfte neuen Mut und setzte den VfL, der nun nur noch den Ball lang nach vorne schlug, sogar unter Druck. Und wie. Sascha Bigalke durfte abziehen - drüber; dann musste Andreas Luthe fliegen, Federicos Trickserei hatte Florian Lechleitner eine Chance eröffnet.

Weiter ging es mit Marcel Maltritz’ Rettungstat vor Lechleitner, nachdem Mijo Tunjic Jonas Acquistapace überlaufen hatte. Luthe parierte auch noch den Heber von Marcel Avdic, Ziegler köpfte übers Bochumer Tor - dann machte der Halbzeitpfiff dem bösen Treiben der letzten Minuten ein Ende. Die Bochumer konnten von Glück sagen, dass sie bis dahin ungeschoren davongekommen waren.

Das hätte sich beinahe geändert, als Schiedsrichter Petersen zum Entsetzen der Bochumer auf den Punkt zeigte. Andreas Luthe hatte den Ball - mit dem Fuß voraus - aufgenommen und war dabei Ziegler nahe gekommen, allerdings ohne Foulspiel. Eine Fehlentscheidung. Der entgeisterte Bochumer Schlussmann sah für seine Aktion zunächst auch noch die Gelbe Karte und beeindruckte dann gegen den Elfmeterschützen Tunjic mit einer Superparade. Es blieb beim Zwei-Tore-Vorsprung.

Todt sauer

Aber nicht lange. Takashi Inui berührte im Strafraum Sternisko, der zu Boden ging, und Petersen zögerte nicht, ein zweites Mal auf den Punkt zu zeigen. Erneut eine Fehlentscheidung, die Sportvorstand Jens Todt erregte: „Es ist sehr auffällig, wie wir benachteiligt werden“, meinte er nicht nur mit Blick auf gestern Abend. „Das war eine absolut schlechte Leistung des Schiedsrichter-Gespanns, das Spiel hätte dadurch auch kippen können.“ Denn Sascha Bigalke, das Hertha-Talent in bayerischen Diensten, bewies bessere Nerven als Tunjic, nun hätte es tatsächlich - unnötig - spannend werden können. Zumal Chong Tese nur zwei Minuten später an Hachings Torhüter Stefan Riederer scheiterte.

Aber Giovanni Federico beendete die sich abzeichnende Zitterpartie frühzeitig - mit einem strammen 20m-Schuss ins rechte Eck. Schlagartig beruhigten sich die zuvor erhitzten Gemüter im Sportpark. Und Tese holte das Versäumte nach und wuchtete den Ball zum 4:1 in den Winkel.

Der VfL hat nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder die dritte Pokalrunde erreicht und darf sich damit auch über eine nicht eingeplante Einnahme freuen. 530000 Euro allein aus dem TV-Topf sollen es sein.

 
 

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