Beim VfL Bochum käme eine Trainer-Trennung zu früh

Trainer Ismail Atalan vom VfL Bochum
Trainer Ismail Atalan vom VfL Bochum
Foto: dpa

Bochum.. "Gegen Holstein, kann man mal verlieren“. Das sangen die Kieler Fans im hohen Norden.

Kann man. Aber nicht so!

0:3 ging der VfL Bochum unter, und trotzdem war dieses Ergebnis tatsächlich noch das Beste an diesem schwarzen Samstag.

Manuel Riemann war es, der ein höheres Debakel verhinderte, das muss man ihm zugute halten. Und auch, dass sich der Torwart hinterher stellte. Riemann war es aber eben auch, der die Niederlage mit einem Riesenbock entscheidend einleitete. Was seine Vorderleute dann ablieferten, war eine schallende Ohrfeige für die Anhänger.

Ist der Trainer daran schuld? Natürlich. Auch. So wie jeder Profi, der am Samstag auf dem Platz stand. Es ehrt Ismail Atalan ja, dass er sich schützend vor sein Team stellte - nur muss die Mannschaft dies auch mal öfter zurückzahlen. Der 37-Jährige hat bereits Fehler gemacht, keine Frage. Zugute halten muss man Atalan, neben dem Bonus des Neulings und einiger fehlender Stammkräfte, dass der VfL erstmals ein Spiel komplett vergeigt und nicht nur verloren hat wie bei den zumindest gefälligen Auftritten in Nürnberg oder gegen Heidenheim zum Beispiel.

Eine Trennung von Atalan käme nach dem ersten Totalaussetzer daher zu früh und zudem zu einem furchtbar ungünstigen Zeitpunkt für den Club. Am Samstag steht die Versammlung an, auf der die Mitglieder über eine Ausgliederung der Profiabteilung abstimmen.

Schon hört und liest man viel von „Denkzetteln“ – auch Richtung Vereinsführung. Dabei gibt es ja sachliche Gründe gegen und auch für die Ausgliederung. Von Emotionen, von einer Momentaufnahme sollte man diese Entscheidung nicht abhängig machen. Denn sie wirkt weit über den nächsten Spieltag, die nächste Saison, den nächsten Trainer, den nächsten Vorstand, den nächsten Aufsichtsrat hinaus.

 

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