UEFA bestätigt Geisterspiele für Stuttgart-Gegner Lazio Rom

Lazio-Rom-Präsident Claudio Lotito zeigte sich enttäuscht von der UEFA-Entscheidung.
Lazio-Rom-Präsident Claudio Lotito zeigte sich enttäuscht von der UEFA-Entscheidung.
Foto: Imago
Der VfB Stuttgart muss sein Rückspiel im Europa-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom ohne Zuschauer austragen: Die UEFA wies den Einspruch von Lazio gegen die Bestrafung des Klubs zurück. Auch Fenerbahce Istanbul muss auf Zuschauer verzichten.

Nyon. Stuttgarts Europa-League-Gegner Lazio Rom ist mit seinem Einspruch gegen zwei Europapokalspiele vor leeren Rängen gescheitert. Die Disziplinar-Kommission des Europäischen Fußball-Verbandes UEFA bestätigte am Montag die Bestrafung des Klubs des zurzeit verletzten Nationalstürmers Miroslav Klose.

Damit muss Lazio das Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen den VfB Stuttgart (Hinspiel: 2:0) am Donnerstag (20.30 Uhr/Kabel 1, Sky und im Live-Ticker) und ein weiteres Europacup-Heimspiel ohne Zuschauer austragen. Zudem muss Rom eine Strafe von 40.000 Euro zahlen. Die UEFA hatte den Klub wegen rassistischer Vorfälle beim Rückspiel der Zwischenrunde gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) verurteilt.

Auch Fenerbahce ohne Zuschauer

Lazio-Präsident Claudio Potitio zeigte sich enttäuscht über den Beschluss der UEFA. Die Reise nach Nyon "war reine Zeitverschwendung", sagte er: "Das war die Geschichte eines angekündigten Todes."

Auch der türkische Vizemeister Fenerbahce Istanbul war mit seinem Einspruch erfolglos und muss das Achtelfinal-Rückspiel am Donnerstag gegen Viktoria Pilsen (Hin: 1:0) ohne Zuschauer austragen sowie 60.000 Euro zahlen. Die UEFA bestrafte Fenerbahce, weil im Zwischenrundenspiel gegen Bate Borissow Feuerwerkskörper ins Stadion geflogen waren. Die Partie war bereits wegen Ausschreitungen vor leeren Rängen gespielt worden. Zudem droht dem Klub ein einjähriger Ausschluss aus dem Europapokal. Diese Sanktion ist für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt.

Lazio-Fans wieder mit unrühmlichem Auftritt

Vor der endgültigen Entscheidung der UEFA waren die Fans von Lazio Rom erneut unrühmlich in Erscheinung getreten. Während der Partie am Sonntag gegen den AC Florenz (0:2) hatten die Römer UEFA-Präsident Michel Platini mittels eines Plakats beleidigt. Für ein Spruchband mit der Aufschrift "Heysel, 29.05.85 - Du hattest die Kraft zu spielen. Vor 39 Toten die Unverschämtheit zu feiern. Platini, Schwein ohne Moral" belegte die Serie A den Tabellensechsten mit einer Buße von 10.000 Euro.

Bei der Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion am 29. Mai 1985 vor dem Finale des Europapokals der Landesmeister zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool waren 39 Menschen zu Tode gekommen. Platini erzielte per Strafstoß den 1:0-Siegtreffer für Turin. (sid)