St. Paulis Boykott der "Bild"-Flüchtlingsaktion ist legitim

Klare Haltung am Millerntor: Fans des FC St. Pauli beim Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund.
Klare Haltung am Millerntor: Fans des FC St. Pauli beim Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund.
Foto: imago/Oliver Ruhnke
Der FC St. Pauli beteiligt sich nicht an der "Wir helfen"-Aktion für Flüchtlinge. Andere Vereine sowie Fans unterstützen den Kiez-Klub. Ein Kommentar.

Essen. Die Weigerung des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, sich am Wochenende an der für alle 36 Vereine der Bundesliga und der Zweiten Liga geplanten Aktion „Wir helfen“ zu beteiligen, schlägt hohe Wellen. Da drängt sich natürlich zunächst die Frage auf, warum ausgerechnet dieser alternative Kult-Klub nicht mitspielt, wenn sich die Liga gemeinsam für Flüchtlinge engagiert. Auf diese Frage hat St. Pauli eine Antwort parat: Der Verein leiste „praktische und direkte Hilfe“ und sei seit Wochen selbst aktiv.

Was er in dieser Aussage nur versteckt: Er will sich nicht vor einen Karren spannen lassen. Genauer: vor den Karren der Bild-Zeitung, die diese Kampagne angeschoben hat und deren Aktions-Logo „Wir helfen - #refugeeswelcome“ auf dem Trikotärmel zu sehen sein wird.

VfL Bochum zeigt sich solidarisch

Eine solche Entscheidung ist das gute Recht jedes Vereins. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann aber hat erbost reagiert und dem FC St. Pauli bei Twitter unterstellt, „kein Herz für Flüchtlinge“ zu haben. Diese Behauptung ist angesichts der bekannten sozialen Haltung der Kiez-Kicker unbegründet. Und sie ruft Trotz hervor: Klubs wie der VfL Bochum zeigen sich solidarisch mit St. Pauli, viele Fans fordern ihre Vereine auf, sich dem Boykott anzuschließen. Und so trägt die Aktion bereits im Vorfeld einen Makel. Gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

 
 

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