So scherzt Götze vor der Audienz bei Papst Franziskus

Mario Götze hat gegen San Marino zwar nicht getroffen, seinem Kollegen Serge Gnabry gönnte er den Erfolg aber trotzdem.
Mario Götze hat gegen San Marino zwar nicht getroffen, seinem Kollegen Serge Gnabry gönnte er den Erfolg aber trotzdem.
Foto: Getty Images
  • Mario Götze war nach dem 8:0 des DFB-Teams in San Marino gut gelaunt
  • Am Montag trifft die Mannschaft Papst Franziskus in Rom
  • Für alle Nationalspieler ist das etwas Besonderes

Serravalle. Mario Götze ist ja durchaus noch ein junger Mann. Das vergisst man gelegentlich nach allem, was er schon erlebt hat. Manchmal hat man sogar den Eindruck, der 25-Jährige müsse sich selbst an diesen Umstand erinnern. "Ich bin ja auch noch nicht so alt", sagte der Profi von Borussia Dortmund nach dem 8:0-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikationspartie in San Marino. Es klang ein bisschen so als müsse er sich mal wieder rechtfertigen, dass er als Offensivspieler keinen Treffer erzielt hatte, dass andere junge Berufskollegen wie Serge Gnabry getan hatten, was dem Weltmeisterschützen von 2014 in dieser Saison noch so selten gelingt: Tore zu schießen.

Götze über Dreifachtorschütze Gnabry: "Es freut mich für ihn"

Götze kennt das Spielchen. Schon als Jüngling als Hochbegabter dieses Sports gepriesen, sind die Ansprüche an ihn stets die höchsten. Wenn er dann den großen Auftritt jemand anderem überlassen muss, dann spricht das in der Öffentlichkeit nicht nur für den Torschützen, sondern oft auch gegen Götze. Als gäbe es da einen Automatismus.

"Es freut mich für ihn", sagt Götze gelassen über den Debütanten und Dreifachtorschützen Serge Gnabry, "er macht einen sehr guten Eindruck. Erstes Spiel, drei Tore - es hätte schlechter für ihn laufen können." So aufgeregt das Thema Götze stets begleitet wird, so entspannt scheint er damit umzugehen. Er argumentiert: "Es ist gegen eine so tief stehende Mannschaft auch ganz gut, aus der zweiten Reihe zu kommen." Das war der Plan, das sagte auch Bundestrainer Joachim Löw. Götze war viel in Bewegung, suchte Lücken, fand sie aber selten - zumindest für sich. Zwei Vorlagen sprangen so heraus zu Toren von Jonas Hector. Der Kölner, der nun nich gerade als die personifizierte Torgefahr gilt.

Natürlich taugen solche Spiele gegen Gegner mit der Wucht eines Oberligisten als Möglichkeit, ein paar kleinere Sorgen elegant abzustreifen. Götze weiß das, sein Bestreben nach einem persönlichen Erfolgserlebnis war offensichtlich. In Dortmund hat er in zentraler offensiver Position bislang einen Treffer und eine Vorlage in elf Pflichtspielen verzeichnet. Eine Bilanz, die sicherlich ausbaufähig ist. Sich ein bisschen noch mit Selbstbewusstsein zu munitionieren, war durchaus der Plan. "Man geht natürlich schon in ein Spiel rein, um Tore zu machen, gerade wenn es gegen einen Gegner geht, gegen den man 8:0 gewinnt", sagt Götze. Dann schmunzelt er: "Der Serge hätte ruhig ein Tor abgeben können."

Wie etwas, das ihm Sorgen bereitet, wirkt das alles nicht. Das sind andere Dinge. Schließlich steht am Montagmorgen für die Nationalmannschaft ein Besuch bei Papst Franziskus an. Der ist Argentinier. Das entscheidende Tor im Finale der WM 2014 hatte Götze gegen Argentinien erzielt. "Ich hoffe, er reißt mir nicht den Kopf ab", sagt der Dortmunder. Ein Scherz eines gut gelaunten jungen Mannes.

 
 

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