Zehn Gebote für Schalkes Neuanfang unter Di Matteo

Diskussionsbedarf: Schalke-Trainer Roberto Di Matteo redet mit Kapitän Benedikt Höwedes (l.).
Diskussionsbedarf: Schalke-Trainer Roberto Di Matteo redet mit Kapitän Benedikt Höwedes (l.).
Foto: Joachim Kleine-Büning / WAZ FotoPool
Am Samstag hat Roberto Di Matteo mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC seine Premiere auf Schalke. Wir listen auf, was sich alles ändern muss, damit Schalke wieder auf Kurs kommt: Der Trainer darf Boateng keine Extrawürste mehr einräumen und muss Draxler in die Spur bringen.

Gelsenkirchen.. Es ist der Schluss der Trainingseinheit. Die Spieler trotten vom Rasen und Roman Neustädter sagt später: „Nach dem Training gehst du mit einem lachenden Auge nach Hause, weil du weißt: Du hast viel gemacht.“ Seit einer Woche ist Roberto Di Matteo jetzt der Trainer auf Schalke, und mit dem Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC Berlin (18.30 Uhr, live in unserem Ticker) soll ein Neuanfang gemacht werden. Wir listen zehn Gebote auf, damit Schalke wieder in die Erfolgsspur kommt.

1. Gebot

Im Fernsehen lief früher mal die Serie „Wer ist hier der Boss?“ Diese Frage stellt sich auf Schalke nicht mehr: „In der Kabine kann es nur einen Boss geben“, hat Roberto Di Matteo gleich zu Beginn klargestellt. Das muss er mit Taten untermauern: Auch ein Kevin-Prince Boateng muss spüren, dass es für ihn keine Extrawürste mehr gibt.

2. Gebot

Boateng ist einer der wichtigsten Spieler auf Schalke. Er muss sich mit der Position identifizieren, die ihm Di Matteo zuweist. In der Zeit unter Jens Keller stand immer im Raum, dass er nur widerwillig auf der Sechs im defensiven Mittelfeld spielt – das hat für Spannungen gesorgt. Und: Boateng muss körperlich topfit werden – in der ersten Trainingswoche unter dem neuen Coach hat er sich keine Auszeiten mehr genommen.

3. Gebot

Auf dem Platz muss Di Matteo aber einen Chef finden: Das kann nur Kapitän Benedikt Höwedes sein, der sich als „verlängerter Arm des Trainers“ sieht – oder eben Boateng. Mit beiden hat der neue Trainer gleich am ersten Tag Einzelgespräche geführt, um sie mit ins Boot zu nehmen.

4. Gebot

Di Matteo hat klare Regeln in Sachen Disziplin aufgestellt und den Spielern einen von ihm selbst ausgearbeiteten Strafenkatalog vorgelegt – zum Beispiel ist geregelt, was man für Verspätungen zahlen muss. Feiner Unterschied zur Keller-Zeit: Da durften sich die Spieler selbst einen Strafenkatalog ausdenken.

5. Gebot

Mit Disziplin hat auch das Verhalten auf dem Platz zu tun: Schalke hat in dieser Saison haufenweise Gegentore bekommen, weil bei Ballverlusten die Absicherung nach hinten nicht gestimmt hat. Hier hat Di Matteo seinen ersten Hebel angesetzt: „Wir müssen viel an der Organisation des Teams arbeiten. Man muss eine solide Abwehr haben und von da aufbauen.“

6. Gebot

In der Offensive sieht nicht nur der neue Trainer viel Potenzial – mit Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke einen herausragenden Strafraumspieler. Aber: Der Torjäger wurde in der Box zuletzt viel zu selten in Szene gesetzt. Ihm fehlen die Flanken des verletzten Jefferson Farfan – ein Eric Maxim Choupo-Moting ist ein anderer Spielertyp. Schalke muss künftig schneller nach vorne spielen, um Huntelaar wieder mehr in Schussposition zu bringen.

7. Gebot

Ganz entscheidend in diesem Zusammenhang: Di Matteo muss Julian Draxler wieder in die Spur bringen. Dem Nationalspieler fehlt seit Monaten die Leichtigkeit in seinem Spiel – nur ganz selten (wie in Chelsea) hat er sein großes Potenzial abrufen können. Die Unzufriedenheit darüber merkt man ihm auch auf dem Platz an. Mit seiner Roten Karte gegen Frankfurt hatte sich Draxler selbst aus der Bahn geworfen; zudem verletzte er sich bei seinen beiden Länderspiel-Einsätzen gegen Argentinien und nun am Dienstag in der Arena gegen Irland. Immerhin: Diesmal handelt es sich nur um einen Pferdekuss – Schalke geht von Draxlers Einsatz am Samstag gegen Hertha aus.

8. Gebot

Verletzungen haben Schalke in den vergangenen eineinhalb Jahren immer zurückgeworfen. Das neue Trainerteam setzt offenbar auf Prävention: Zum Abschluss jeder Trainingseinheit gibt’s auf dem Platz in einem großen Kreis gymnastische Übungen für die Spieler – unter Anleitung der Fitnesstrainer.

9. Gebot

Nur zwei Siege in zehn Pflichtspielen: Da leidet nicht nur das Punktekonto, sondern auch das Selbstvertrauen. Di Matteo hat im Training Spielformen gefunden, die den Spielern auch wieder Erfolgserlebnisse geben sollen.

10. Gebot

Schalke macht einen Neuanfang, und der fällt leichter, wenn alle dazu bereit sind – auch das Umfeld mit den Fans. Di Matteo richtet alle darauf ein, dass es am Anfang auch mal holprig laufen kann. Er sagt: „Es gibt keine Wunder – man muss Zeit und Geduld aufbringen.“

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