Gelsenkirchen

Wo Schalkes Naldo besser ist als Hummels und Sokratis

Thomas Tartemann
Einer der Wortführer auf Schalke: Naldo (r.).
Einer der Wortführer auf Schalke: Naldo (r.).
Foto: firo

Gelsenkirchen. Für Schalkes Abwehrchef Naldo läuft es in dieser Saison nahezu perfekt. Der Routinier des Bundesligisten ist in der Hierarchie durch den Abgang von Urgestein Benedikt Höwedes (Juventus Turin) nicht nur gestiegen, sondern überzeugt auch durch Leistung.

Naldo, neben Neu-Kapitän Ralf Fährmann und Nationalspieler Leon Goretzka wichtiger Wortführer bei den Königsblauen, liegt mit seiner Zwischenbilanz von 68 Prozent gewonnener Zweikämpfe sogar vor Bayern-Star Mats Hummels (58,8) oder Dortmunds Abräumer Sokratis (59). Läuferisch mag es der Deutsch-Brasilianer mit seinen 35 Jahren etwas geruhsamer. Mit durchschnittlich 8,73 Kilomtern pro Spiel zählt Naldo nicht zu den Dauerrennern der Bundesliga. Er arbeitet mehr mit Auge und Geschick.

Trotz seines starken Saisonstarts sieht der Defensiv-Mann keinen Anlass, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. „Ich muss jeden Tag Gas geben. Ich spiele bei Schalke nicht nur, weil ich große Erfahrung mitbringe“, sagt Naldo. Trotzdem besitzt er in der Dreier-Abwehrreihe Unverzichtbarkeits-Status.

Schalkes Naldo: „Wir sind weiter als letztes Jahr“

Nach einer kurzen Wochenend-Verschnaufpause, die Naldo unter anderem nutzte, Zeit mit Tochter Liz zu verbringen und seinen Sohn Naldinho bei einem Fußball-Turnier zu unterstützen, geht es heute bei den Königsblauen weiter.

Trainer Domenico Tedesco bereitet sein Team auf das Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Europa League-Teilnehmer Hertha BSC Berlin vor. Naldo: „Hertha wird für uns eine schwere Aufgabe, aber wir werden uns gut auf die Partie in Berlin vorbereiten und wollen dort auf Sieg spielen.“ Naldo weiß: Nach nur einem Zähler aus den vergangenen drei Meisterschaftsspielen muss Schalke zurück in die Spur, um den Anschluss an die Plätze zu halten, die zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigen.

Noch ist Naldo mit Schalke nicht da, wo er hin möchte. Platz zehn hat den Deutsch-Brasilianer in seiner ersten Saison beim Malocher-Klub ebenso wenig befriedigt wie der aktuelle neunte Platz jetzt. „Unser Verein gehört nach oben“, sagt Naldo.

Zuversicht bereitet ihm, dass der Entwicklungsprozess im auf 23 Spieler verkleinerten Aufgebot voranschreitet. „Ich merke, dass wir weiter sind als in der letzten Saison“, sagt der Abwehrhüne, „aber wir sind noch nicht zufrieden. Ich denke, dass wir noch besser werden. Aber der Prozess dauert.“