Gelsenkirchen

Weston McKennie beim FC Schalke 04: „Das hat mich hier gehalten“

Gelsenkirchen. Natürlich, das späte 1:1-Ausgleichstor des VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit des zehnten Bundesliga-Spieltages war ein kleiner Rückschlag.

Aber grundsätzlich hat der FC Schalke 04 in der laufenden Saison schon vieles richtig gemacht, um das schwache Abschneiden in der vergangenen Spielzeit vergessen zu machen und im nächsten vielleicht schon wieder international spielen können. Mit ein Grund für den Aufschwung der Gelsenkirchener: Weston McKennie. Für den 19 Jahre alten US-Amerikaner lässt Trainer Domenico Tedesco schon mal gestandenere Mittelfeldspieler auf der Bank sitzen.

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McKennie: „Schalke hat mir Halt gegeben“

McKennie hat dem Kicker nun verraten, wie schwierig es für ihn war, nach dem Wechsel aus Dallas ins Ruhrgebiet Fuß in Deutschland zu fassen: „Schalke hat mir Halt gegeben und in mir den Glauben aufrecht erhalten, irgendwann meinen Traum vom Bundesligaprofi verwirklichen zu können.“

Streng genommen ist der Traum bereits zum Ausklang der vergangenen Saison wahr geworden, als McKennie am letzten Spieltag beim 1:1 beim FC Ingolstadt erstmals für die Schalker Profis auf dem Rasen stand. In dieser Saison kommt er auf sechs Einsätze in der Liga und zwei im DFB-Pokal. Dass kein Königsblauer im Kader so lang wie er mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet ist, macht McKennie stolz: „Ich freue mich, dass der Verein offenbar so sehr auf mich baut.“

McKennie: „Konnte nicht davon ausgehen“

Dabei war für das Mittelfeld-Talent im Sommer lange Zeit unklar, ob er in Gelsenkirchen bleiben oder verliehen werden würde. „Ausgeschlossen war es nicht“, erzählt McKennie. „Ich konnte ja nicht zwingend davon ausgehen, dass mich unser Trainer in seinem Kader haben will. Ich wohnte zu der Zeit im Hotel und wollte auch gar nicht nach einer Wohnung suchen, solange nicht klar war, wie es für mich weitergehen würde. Ich habe versucht, mich bei den Profis zu empfehlen, das hat in der Saisonvorbereitung offenbar funktioniert.“

Nach nur einem Jahr bei der U19 unter Trainer Norbert Elgert gehört der US-Boy nun zum Stamm der S04-Bundesligaspieler. McKennie erinnert sich sportlich gern an die Zeit in der Knappenschmiede, sagt aber auch: „Andererseits war es für mich persönlich aber auch eine schwierige Zeit. Ich fühlte mich manchmal überfordert, dazu kamen Zweifel auf, ob meine Entscheidung wirklich richtig war. Schließlich hatte ich viel in den USA zurückgelassen beziehungsweise aufgegeben – meine Familie, das College, meine gute Perspektive beim FC Dallas. Norbert Elgert hat mir immer Mut zugesprochen.“

„Das hat mich beeindruckt“

Nun hat es sich aber gelohnt, sich durchzubeißen. So sehr, dass selbst ein Nabil Bentaleb schon mehrmals statt McKennie in der Schalker Startelf fehlte. Trotzdem schätzt der Youngster die Fähigkeiten Bentalebs: „Seine Ruhe am Ball und in heiklen Spielsituationen hat mich beeindruckt.“ Der Algerier gab ihm trotz der Konkurrenzsituation Tipps, wie Weston McKennie die Nervosität loswerden könne.

Die Nerven zu behalten, erscheint gerade in diesen Tagen wichtig, da Max Meyer in der für ihn völlig neuen Rolle als zentraler Sechser aufblüht. McKennie, der, bis er zwölf Jahre alt war, auch American Football gespielt hat: „Max besitzt Qualitäten, mit denen er ein hervorragender Spieler auf dieser Position sein kann, einer, der in diesen Mannschaftsteil eine kreative Note hineinbringt. Ich bin eher ein Spielertyp, der die Gegner forsch attackiert und sie physisch unter Druck setzt. Da kommt dann wohl der Footballer in mir zum Vorschein.“ Doch auch solche Fähigkeiten scheinen Weston McKennie nicht zu schaden, um seinen festen Platz in der Bundesliga zu finden.

(ab)

 
 

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