Gelsenkirchen

Schalke-04-Trainer Weinzierl wackelt, S04 angeblich an Bubi-Trainer interessiert

Schalke-Trainer Markus Weinzierl.
Schalke-Trainer Markus Weinzierl.
Foto: firo

Gelsenkirchen. Helge Leonhardt, Präsident des Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue, hatte am Donnerstag viel zu tun. Leonhardt bezog in unzähligen Telefonaten Stellung zu Trainer Domenico Tedesco.

Durch eine Indiskretion bei Bayer Leverkusen wurde bekannt: Er ist nicht nur dort im Gespräch, sondern gilt ebenfalls als Kandidat beim FC Schalke 04, sobald sich der Traditionsklub vom aktuellen Trainer Markus Weinzierl trennen sollte. Man habe nichts von Schalke auf dem Tisch liegen, erklärte Leonhardt. Das aber muss in dieser Branche bekanntlich noch nichts heißen.

Markus Weinzierl ist bei Schalke 04 schwer angeschlagen

Fakt ist: Markus Weinzierl ist auf Schalke schwer angeschlagen. Der ehemalige Augsburger erlebte bei den Königsblauen eine schwierige erste Spielzeit, schaffte es in der Bundesliga nur auf einen enttäuschenden zehnten Platz und wurde zuletzt von Offensivmann Yevhen Konoplyanka öffentlich angegriffen („Feigling“).

Jetzt wackelt Weinzierl schon vor dem Saisonstart. Kann Tedesco tatsächlich schon bald sein Nachfolger werden? „Wir kommentieren grundsätzlich keine Spekulationen“, sagte Schalkes Mediendirektor Thomas Spiegel gegenüber diesem Nachrichtenportal.

Spekulationen um neuen S04-Trainer nicht dementiert

Der Klub hat die Spekulationen damit aber auch nicht dementiert. Unbegründet sind die Gedankenspiele nach Information dieses Nachrichtenportals nicht. Sportvorstand Christian Heidel gilt bei wichtigen Entscheidungen als Hardliner.

2009 feuerte er in Mainz den damaligen Aufstiegstrainer Jörn Andersen fünf Tage vor dem Bundesligastart. Der Norweger hatte sich nach Heidels Einschätzung „in eine völlig falsche Richtung entwickelt“.

Christian Heidel zog schon einmal die Reißleine

Zudem gab es Kritik an der taktischen Einsilbigkeit. Heidel sah das große Ganze gefährdet, zog zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt die Reißleine und wählte dann auch noch mit Thomas Tuchel eine überraschende Nachfolger-Variante.

Tuchel war damals Mainzer U-19-Trainer und musste ebenso unerfahren wie kurzfristig ins Bundesliga-Geschäft einsteigen.

Weinzierl droht das vorzeitige Aus

Jetzt droht Weinzierl, zurzeit im Urlaub auf Sardinien, das vorzeitige Aus: Seine erste Schalke-Saison war eine Enttäuschung. Und das nicht nur wegen der Ergebnisse. Weinzierl, der für seine distanzierte Art bekannt ist, hat selten für Aha-Effekte auf dem Rasen gesorgt, man hatte nie das Gefühl, dass die Mannschaft für ihn auch durchs Feuer gehen würde.

Für die nächste Saison steht ein Satz von Heidel, der Weinzierl unter Druck setzt: „Ich erwarte ein klares Konzept.“ Rückblickend fällte er ein hartes Urteil: „Die Entwicklung hat überall stattgefunden, nur nicht auf dem Spielfeld.“

Domenico Tedesco wäre der jüngste Schalke-Trainer aller Zeiten

Während Weinzierl eine schwere Zeit durchmacht, erlebt der Deutsch-Italiener Tedesco einen Höhenflug. Der 31-Jährige bestand die Prüfung zum Fußball-Lehrer im Frühjahr 2016 als Jahrgangsbester.

Notenschnitt: 1,0. In ihm wird der nächste Aufsteiger aus der jungen Trainergilde gesehen, aus der Julian Nagelsmann (29/TSG Hoffenheim) und Hannes Wolf (35/VfB Stuttgart) entsprungen sind. Tedesco wäre der jüngste Schalke-Trainer aller Zeiten. Heidel hat ihn schon länger beobachtet, war aber nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Vorbild bei S04 heißt Nagelsmann

Tedesco arbeitete als U19-Trainer in Hoffenheim, baute mit Nagelsmann den Fußball-Lehrer. Aue ist seine erste Station im Seniorenbereich. Tedesco startete bei den Erzgebirglern im Abstiegskampf mit drei Siegen aus vier Spielen, schaffte bis zum Saisonende einen beeindruckenden Schnitt von 1,82 Zählern. Ergebnis: Klassenerhalt!

Tedesco gilt als kommunikativer Fußball-Lehrer, dem ein 4:0 deutlich lieber ist als ein 1:0. Er wird als Trainer beschrieben, der bei Problemlösungen Spieler einbezieht. Auch damit könnte er ins Schalker Anforderungsprofil passen.

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