Gelsenkirchen

Was sich Schalke-Torjäger Guido Burgstaller von Klaas-Jan Huntelaar abschaut

Wachablösung auf Schalke: Klaas-Jan Huntelaar (links) und Guido Burgstaller.
Wachablösung auf Schalke: Klaas-Jan Huntelaar (links) und Guido Burgstaller.

Gelsenkirchen. Ein Fünkchen Hoffnung mag ja noch vorhanden sein, doch wirklich realistisch betrachtet sind die Chancen des FC Schalke 04 nicht mehr existent, in der nächsten Saison doch noch internationalen Fußball in der Arena spielen zu dürfen.

Dabei ist die Europa League noch das Mindeste, was Guido Burgstaller sich und seiner Mannschaft zutraut. „Schalke gehört ins obere Drittel. Vom Umfeld, von den Möglichkeiten, von den Spielern“, sagte der Stürmer im Interview mit der Sportbild. „Wenn wir die Qualität, die in uns steckt, täglich abrufen, müsste viel mehr möglich sein.“

Ohne Schützenhilfe chancenlos

Die ernüchternde Wahrheit ist, dass in den verbleibenden zwei Spielen vier Punkte Rückstand aufgeholt werden müssen und Schalke etliche Male auf die Unterstützung der Konkurrenz angewiesen ist, um vielleicht noch als Siebter (also im Falle eines Dortmunder Sieges im DFB-Pokalfinale) auf den Einzug in die Europa League hoffen zu dürfen.

Als Gründe für die sportliche Misere führt Burgstaller, der erst im Winter vom 1. FC Nürnberg verpflichtet wurde und seitdem elf Tore in 23 Pflichtspielen erzielt hat, Folgendes an: „Wir machen es den Gegner ab und zu viel zu leicht. Wir müssen über 90 Minuten stabil agieren. Außerdem haben wir auswärts zu viele Punkte liegen lassen.“

Burgstaller gewann schnell Sympathien

Gleichwohl lief es für den Stürmer, der schnell die Sympathien der Fans gewann, persönlich ganz gut. Immerhin schaffte er es, Sturmlegende Klaas-Jan Huntelaar aus der Startelf zu verdrängen.

Abschreiben würde Burgstaller den Teamkollegen allerdings nie: „Klaas-Jan Huntelaar ist nach wie vor ein überragender Stürmer. Ich lerne so viel von ihm, schaue mir im Training immer wieder ab, wie er seine Chancen abschließt. Es ist so eiskalt vor dem Tor er hat eine unglaubliche Routine.“

Wechsel nach Cardiff als Fehlentscheidung

Burgstaller hat selbst erlebt, wie schnell es bergauf und dann bergab gehen kann. 2014 wechselte er zu Cardiff City in die zweite englische Liga, wurde dort jedoch schnell aus allen Träumen gerissen. „Das war eine sehr lehrreiche Zeit“, erinnert sich der 28-Jährige, „ich spielte für das Nationalteam Österreichs, war bei Rapid Wien, dann der Wechsel ins Ausland. Ich dachte, es ist ein guter Schritt. Doch es ging schnell in eine ganz andere Richtung.“

Ganze fünf Spiele absolvierte er für die Waliser, „nach vier Wochen durfte ich nicht mehr spielen, noch nichtmal mit den Profis trainieren. Am Ende musste ich sogar meinen Spind in der Kabine räumen und bei den Amateuren trainieren.

Dabei habe ich mir nichts zuschulden kommen lassen. Was ganz schlimm war: Mir wurde nicht einmal gesagt, wieso ich keine Chance bekam. Mir wurde nur per Brief mitgeteilt, dass ich nicht mehr mittrainieren und spielen darf.“

1. FC Nürnberg als Rettungsanker der Karriere

Zum Rettungsanker in seiner Fußballerkarriere wurde da der Wechsel zum 1. FC Nürnberg in die 2. Bundesliga. „Ich war in dem Moment nur sauglücklich. In Nürnberg habe ich den Spaß am Fußball wiedergebenden.“

Markus Weinzierl überzeugte Burgstaller dann im zurückliegenden Winter von einem Wechsel ins Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen fühlt sich der Österreicher pudelwohl, er kann sich daher gut vorstellen, noch lange zu bleiben. Vielleicht sogar bis zum Ende seiner Karriere?

Burgstaller: „Wenn ich so weit voraus planen könnte, würde ich das sofort unterschreiben. Es gefällt mir hier sehr gut, es ist ein überragender Verein mit einem tollen Stadion, unglaublichen Fans. Aber es ist noch ein bisschen hin, bis es soweit ist.“ (ab)

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