Was Kevin-Prince Boateng für Schalke noch leisten soll

Manfred Hendriock
"Wenn er will, ist er grandios": Das sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies über Kevin-Prince Boateng.
"Wenn er will, ist er grandios": Das sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies über Kevin-Prince Boateng.
Foto: imago
Beim 3:2-Erfolg über Stuttgart zeigte Kevin-Prince Boateng, dass er noch wichtig sein kann. Trotzdem muss er Schalke verlassen. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen. Kann man nach einem Sieg sagen, dass sich eine Krise verschärft hat? Nein, kann man nicht, weil eine Krise immer auch etwas mit Ergebnissen zu tun hat. Man kann aber sehr wohl sagen, dass dieser 3:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart einmal mehr schonungslos vor Augen geführt hat, wie tief diese Mannschaft des FC Schalke 04 gegenwärtig in der Krise steckt.

Ohne die Einwechslungen von Julian Draxler und Kevin-Prince Boateng hätte Schalke dieses Spiel vermutlich nicht mehr aus dem Feuer gerissen. Während Draxler nach seiner schweren Verletzung offenbar jetzt endlich wieder in der Verfassung ist, um die Mannschaft weiter zu bringen, muss man sich bei Boateng fragen: Warum nicht eher? Hat ihn der Trainer in den vergangenen Spielen links liegen lassen, weil er ihn bereits abgeschrieben hatte? Oder war der gekränkte Ex-Anführer, dem man einen großen Hang zur Eitelkeit nachsagt, in den vergangenen Wochen nicht zu einer solchen Trotzreaktion bereit? Beides wäre schlimm.

Die ewigen Diskussionen um Boateng sind nicht förderlich fürs Schalke-Klima

Das Stuttgart-Spiel hat gezeigt, dass Boateng für die Schalker Mannschaft mit seiner abgezockten Erfahrung im Augenblick noch wichtig sein kann. Daraus ergibt sich: Boateng sollte bis zum Saisonende noch helfen, den Platz in der Europa League zu sichern. Und danach muss dieses Kapitel zwischen Schalke und dem streitbaren Princen so schnell und so elegant wie möglich beendet werden. Allein schon, damit die ewigen Diskussionen um ihn aufhören. Denn auch die sind nicht förderlich fürs Betriebsklima.