Warum sich Schalke-Trainer Breitenreiter mit Mauricio traf

Mauricio (r.) traf sich mit Schalke-Trainer André Breitenreiter.
Mauricio (r.) traf sich mit Schalke-Trainer André Breitenreiter.
Foto: imago
Die Kuh ist vom Eis: Schalke löste Vertrag mit dem ehemaligen Star Kevin-Prince Boateng auf. Der Brasilianer Mauricio könnte als Sechser kommen.

Gelsenkirchen.. Es war eine ziemlich zähe Angelegenheit über mehr als ein halbes Jahr, aber nun ist die Kuh endlich vom Eis: Schalke 04 hat den Vertrag mit Kevin-Prince Boateng am Dienstag aufgelöst. Der Deutsch-Ghanaer könnte damit im Januar ablösefrei zu seinem früheren Verein AC Mailand zurückkehren. Schalke hat derweil die Angel nach einem anderen Sechser ausgeworfen: Geprüft wird eine Verpflichtung des Brasilianers Mauricio, dessen Vertrag in Russland bei Terek Grozny zum 31. Dezember ausläuft und der somit ablösefrei zu haben ist.

Mauricio, 27 Jahre alt und seit sechs Jahren in der russischen Liga am Ball, ist eine der Optionen, mit denen sich Schalke als Verstärkung in der Winterpause beschäftigt. Der Mittelfeldspieler ist Stammspieler und Leistungsträger beim Tabellensiebten der russischen Liga. Vor Ablauf seines Sechs-Jahres-Vertrages erhielt Mauricio von seinem tschetschenischen Klub keine Freigabe für einen Wechsel zu einem namhafteren Verein in Russland. Nun aber sucht der Profi, der einst bei Fluminense in Brasilien spielte, eine neue Herausforderung. Schalke hat ihn beobachtet, und Trainer André Breitenreiter hat sich auch schon mit Mauricio getroffen, um den Sechser in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen. Das hatte nach WAZ-Informationen aber mehr organisatorische Gründe: Der Spieler ist auf dem Weg in seinen Heimaturlaub, in Brasilien wäre ein Treffen nur schwer möglich gewesen.

Schalke prüft auch Verpflichtung von Rode, Arnold und Inler

Noch hat sich Schalke nämlich nicht entschieden, ob Mauricio wirklich verpflichtet werden soll. Denn es gibt noch andere Optionen auf dem Markt, die derzeit geprüft werden. Dabei handelt es sich nicht nur um die allseits bekannten Namen der Spieler, an denen Schalke schon einmal Interesse hatte: Etwa Bayerns Sebastian Rode, Wolfsburgs Maximilian Arnold oder den Schweizer Gökhan Inler von Leicester City. Im Sommer hatten sich diese Verpflichtungen zerschlagen, und noch ist es viel zu früh für eine Prognose, ob es im zweiten Anlauf klappt.

Apropos: Keinen zweiten Anlauf gibt es bei Filip Kostic vom VfB Stuttgart, der Ende August bekanntlich der Wunschkandidat als Draxler-Nachfolger war. Zwar sucht Schalke erneut auch einen Spieler für die offensiven Außenbahnen, doch Kostic ist diesmal kein Kandidat. Der Grund: Stuttgart hat seine Haltung nicht verändert, man will den Spieler nicht freigeben. Und eine Ablösesumme der Unvernunft, die den VfB vielleicht zum Umdenken bringen könnte, will Schalke nicht bieten. Also ist Kostic kein Thema.

Womit wir wieder bei Boateng sind, der auf Schalke nun endlich auch Geschichte ist. Manager Horst Heldt bestätigte auf Anfrage: „Wir haben uns geeinigt und den Vertrag aufgelöst.“ Boateng besaß auf Schalke noch einen Vertrag bis Juli 2016 (plus einer Option auf ein weiteres Jahr). Die Ansprüche bis zum kommenden Sommer waren unstrittig, der im Mai suspendierte Spieler soll ein Grundgehalt von knapp fünf Millionen Euro pro Jahr garantiert haben. Entsprechend hätten ihm aus der zweiten Saisonhälfte geschätzt etwa 2,5 Millionen Euro zugestanden.

Boateng-Vertrag aufgelöst - Die Kuh ist vom Eis

Inwiefern er dabei zu Abstrichen bereit war, um im Winter ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln und dort wieder Fußballspielen zu können, ist nicht bekannt – da wurde Stillschweigen vereinbart. Heldt deutete aber in der vergangenen Woche bereits an, dass Schalke an einer Vertragsauflösung noch in diesem Jahr interessiert ist. Ein möglicher Grund könnte dabei sein: Schalke hat in diesem Jahr (u.a. durch den Draxler-Verkauf) sehr hohe Einnahmen erzielt. Es kann Vorteile bringen, wenn man außerordentliche Belastungen im gleichen Jahr dagegen rechnet.

Und von einer Belastung kann man bei Boateng mit Blick auf das vergangene halbe Jahr durchaus reden. Aber nun ist die Kuh vom Eis...

 
 

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