Warum sich Magath und Schalke einigten

Clemens Tönnies und Felix Magath
Clemens Tönnies und Felix Magath
Foto: ddp
48 Stunden nach den schweren Vorwürfen von Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies folgte die Einigung mit Ex-Trainer Felix Magath. Wir erklären, warum Schalke und Magath von einer „einvernehmlichen Trennung“ sprechen.

Essen. Am Mittwoch deutete Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies noch schwere wirtschaftliche Verstöße von Felix Magath an. 48 Stunden später folgte plötzlich die „einvernehmliche Trennung“, alle Vorwürfe seien „vom Tisch“.

Wie ist das möglich?

Die Lösung dürfte relativ einfach sein. Die Vorwürfe von Klubseite gegen Magath, die mit zwei juristischen Gutachten untermauert worden waren, wiegen schwer. Sollte der Vorstand Magath tatsächlich über seine 300 000-Euro-Budgetgrenze hinaus Geld ohne Rücksprache verausgabt haben (was die fristlose Kündigung erklären würde), so wäre dies in strafrechtlicher Hinsicht womöglich als Untreue (§ 266 StGB) zu werten. Folge: Die Staatsanwaltschaft müsste bei einem Anfangsverdacht ein Vorermittlungsverfahren einleiten – und würde wohl früher oder später sowohl bei Magath als auch Schalke vorstellig. Eine Aussicht, die keine der beiden Parteien freuen konnte. So kam die Einigung zustande, der Aufsichtsrat segnete die Geschäfte im Nachhinein ab. Dafür dürfte Magath bereit gewesen sein, deutliche Abstriche bei seiner Abfindung zu machen.