Warum Schalke-Manager Heidel einen Amateurklub für den Weinzierl-Deal entschädigt

Nicolas Westerholt
Markus Weinzierl (links) und Christian Heidel arbeiten jetzt gemeinsam auf Schalke.
Markus Weinzierl (links) und Christian Heidel arbeiten jetzt gemeinsam auf Schalke.
Foto: firo
  • Schalke hat im Sommer Trainer Markus Weinzierl verpflichtet.
  • Das löste eine Kettenreaktion aus.
  • Nun hat Heidel einem Amateurklub Bier geschickt.

Essen. Christian Heidel hat als Manager beim FC Schalke 04 einen Fulltimejob. Gespräche mit Spielern, Beratern und Journalisten - heute in Nizza, morgen in Berlin. Etwas aus dem Rahmen fiel dabei eine E-Mail, die Heidel kürzlich in seinem Postfach vorfand: Ein Hamburger Oberligist forderte Entschädigung für den Abgang seines Trainers. Dem Schreiben nach habe dieser den Verein nur verlassen, weil Schalke zuvor Markus Weinzierl vom FC Augsburg geholt hatte.

Dieser Trainerwechsel in der Bundesliga hatte eine Kettenreaktion ausgelöst, die sich bis in den Amateurfußball auswirken sollte: Als Nachfolger von Weinzierl holte der FC Augsburg Dirk Schuster von Darmstadt 98. Die Hessen ersetzen ihren Übungsleiter durch Norbert Meier vom Zweitligisten Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen wiederum holten für den vakanten Posten Rüdiger Rehm vom Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Dieser wilderte eine Klasse tiefer und verpflichtete Oliver Zapel vom Nord-Regionalligisten SV Eichede. Doch damit nicht genug: Der SV Eichede bediente sich daraufhin beim Oberligisten Wedeler TSV. Gerade einmal zwei Wochen war der Ex-Uerdinger Jörn Großkopf bei den Hamburgern im Amt, da erlag er den Lockrufen des höherklassigen Vereins.

Wie Frank Ockens, Sportlicher Leiter des Wedeler SV, der "FAZ" sagte, stand der Verein plötzlich ohne Trainer da und beförderte mangels Alternativen den Assistenztrainer zum Chef. Aber dabei wollte es Ockens nicht bewenden lassen. Er setzte sich an seinen Rechner und schrieb eine Mail an Schalkes Macher Christian Heidel. Darin schilderte er seinem Gelsenkirchener Kollegen, in was für Nöte der Verein letztlich durch die von der Weinzierl-Verpflichtung ausgelöste Kettenreaktion geraten war. Zudem machte er einen Vorschlag für eine kleine Entschädigung: "50 Kisten Bier oder ein Testspiel gegen Schalke 04".

Heidel hat ein Herz für die Amateure

Und tatsächlich: Christian Heidel hat bewiesen, dass er ein Herz für Amateure hat. In seiner Antwort-Mail lud der 53-Jährige das Team des Wedeler SV zu einem Bundesligaspiel in die Schalker Arena ein. Darüber hinaus hat er laut "FAZ" bereits Bier aus der Produktion eines Schalker Sponsors in den hohen Norden geschickt.