Warum die Schalker Höwedes und Matip die Seite tauschten

1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04
1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04
Beim 1:0-Auswärtssieg in Mainz verteidigte die Mannschaft des FC Schalke 04 exzellent. Das lag auch an einem kleinen taktischen Kniff von Trainer Jens Keller. In der Innenverteidigung tauschten Benedikt Höwedes und Joel Matip wieder die Seite. Auf Anfrage von waz.de erklärte Keller seine Überlegung.

Mainz. Hintereinander schlurften die Schalke-Stars aus der Kabine Richtung Mannschaftsbus. Die meisten blieben für einen Mixed-Zone-Plausch stehen - erst Benedikt Höwedes, dann Julian Draxler, Kevin-Prince Boateng und Dennis Aogo, am Schluss Stürmer Adam Szalai. Nach dem 1:0-Erfolg beim FSV Mainz 05 freuten sich alle über den Sieg und fast noch mehr über die sehr gute Defensivleistung. Die Königsblauen gestatteten den heimstarken Mainzern vor 34.000 Zuschauern keine hundertprozentige Torchance - kaum zu glauben nach dem katastrophalen Saisonstart mit neun Gegentoren in drei Spielen.

Duo Matip/Aogo funktionierte schon gegen Leverkusen

Die Schalker verteidigten in Mainz aus vielen Gründen deutlich besser. Das Offensivquartett arbeitete - dirigiert von Zwölf-Millionen-Einkauf Kevin-Prince Boateng - engagierter nach hinten. Auf der Doppel-Sechs minimierten Roman Neustädter und Marco Höger ihre Fehlerquote. In der Viererkette harmonierten Benedikt Höwedes und Joel Matip so gut wie noch nie in dieser Saison.

Das lag auch an einem kleinen taktischen Kniff von Trainer Jens Keller. Zu Beginn der Saison hatten Höwedes und Matip in der Innenverteidigung der Viererkette die Seite getauscht. Matip rutschte nach rechts, Höwedes nach links. Kellers Begründung im Juli: "Der linke Fuß von Höwedes ist besser. Das haben wir in der kompletten Vorbereitung trainiert." Matip musste sich in den vergangenen Jahren den Ball in der Vorwärtsbewegung immer erst vom linken auf den rechten Fuß legen - dabei ging laut Keller wertvolle Zeit verloren.

Vor dem Spiel in Mainz hieß es nun: Kommando zurück! Höwedes und Atsuto Uchida bildeten das Duo auf der rechten Viererketten-Seite, Matip und Dennis Aogo auf der linken. "Im letzten Spiel gegen Leverkusen hat Joel schon neben Dennis links gespielt. Da wollten wir die Abwehr nicht auseinanderreißen, zumal sich Atsuto und Benedikt aus der letzten Saison kennen", erklärte Keller auf Anfrage von waz.de. Höwedes hatte beim 2:0 gegen Leverkusen wegen einer Gelb-Rot-Sperre gefehlt.

Matip leistete sich in Mainz nur drei Fehlpässe

In Mainz kehrte der Kapitän für den erkrankten Felipe Santana in die Startelf zurück. Er wollte die gute Leistung der Innenverteidigung (für beide gibt es die DerWesten-Note 2,5) allerdings nicht auf die taktische Änderung schieben: "Joel und ich haben letztes Jahr auch in dieser Konstellation gespielt. Uns ist die Seite egal. Wichtig ist, dass wir unseren Job vernünftig machen. Außerdem darf man es nicht nur auf die Innenverteidiger beziehen. Wenn die Vorderleute ihren Job nicht machen, kann die Viererkette nur schlecht aussehen."

Auffällig war aber schon, dass Matip auf seiner neuen, alten Position neben dem starken Aogo viel konzentrierter spielte. Ihm unterliefen nur drei Fehlpässe. Das war schon anders in dieser Saison.

 
 

EURE FAVORITEN