Gelsenkirchen

Warum der FC Schalke 04 das Ziel der Träume für Steven Skrzybski ist

Nach der ersten Einheit auf Schalke unterhielt sichSteven Skrzybski lange mit den Schalker Fans.
Nach der ersten Einheit auf Schalke unterhielt sichSteven Skrzybski lange mit den Schalker Fans.
Foto: firo

Gelsenkirchen.  „Was für ein geiler Auftakt“, schrieb Steven Skrzybski nach dem Trainingsstart auf Schalke auf seiner Facebook-Seite und veröffentlichte einige Fotos, auf denen er in seiner neuen Arbeitskleidung zu sehen ist – ganz in blau und weiß. Mit dem Wechsel zum FC Schalke 04 in diesem Sommer hat sich der 25-Jährige einen Lebenstraum erfüllt. Denn das Herz des Berliners, der 18 Jahre für den Zweitligisten Union Berlin spielte, schlägt schon lange für Schalke.

Deshalb habe er auch nicht lange überlegen müssen, als sein Berater ihn informierte, dass sein Herzensklub Interesse an einer Verpflichtung hat. „Mit der Verbundenheit, die ich zu dem Verein habe, war relativ schnell klar, dass für mich nur Schalke in Frage kommt“, erklärt Steven Skrzybski. „Nach 17 Jahren bei Union war es an der Zeit, den Schritt aus der Komfortzone herauszugehen. Die Bundesliga war immer mein Ziel. Dass es jetzt Schalke ist, ist wie der Sechser im Lotto.“

Als Fünfjähriger habe Steven Skrzybski mit seinen Eltern vor dem Fernseher gesessen und ein Spiel der Schalker gegen den FC Bayern München gesehen, das Bayern gewann. „Als Kind war ich eher für die Mannschaft, die verloren hat. Ich wollte, dass die Spieler wieder bessere Laune bekommen. Seitdem habe ich Schalke die Daumen gedrückt und versucht, dahin zu kommen“, sagt er. 20 Jahre später hat er es geschafft. 3,5 Millionen Euro haben die Schalker für den Spieler, der in der vergangenen Saison in 29 Zweitliga-Partien 14 Treffer erzielt und fünf Tore vorbereitet hat, an Union Berlin überwiesen.

Schon das erste Telefonat mit S04-Trainer Domenico Tedesco habe den gebürtigen Berliner beeindruckt. „Die Art und Weise, wie er vorbereitet war, was er über mich wusste. Wie er mich nach dem Jahr eingeschätzt hat, obwohl wir ja keine direkten Berührungspunkte hatten“, erklärt der Stürmer und ergänzt: „Auf das, was er mit mir vorhat, habe ich richtig Bock.“

Die Sommerpause hat er bereits intensiv genutzt, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Zusätzlich zu dem Plan, den Tedesco jedem Spieler ohnehin als „Hausaufgabe“ in den Reisekoffer gesteckt hat, hat er noch einige Extraschichten eingelegt. „Aber nicht zu viele. Denn die Vorbereitung wird hart genug sein“, sagt er und lacht.

Am Montagabend war auch Steven Skrzybski an Bord, als sich die Mannschaft vom Flughafen Frankfurt auf den Weg nach China machte. Für ihn ist es die erste Reise ins Reich der Mitte. „Ich habe schon mal Urlaub in Thailand gemacht. In China war ich aber noch nicht. Ich bin gespannt, wie es dort ist“, sagte er vor der Abreise. Mit seinem alten Klub Union Berlin habe er keine Fernreisen unternommen.

Besonderes Tor vor der Südtribüne

Läuft alles nach Plan, wird Steven Skrzybski am Donnerstag dann zum ersten Mal für Schalke spielen. Gegner im Testspiel in Kunshan ist der FC Southampton aus der englischen Premier League. Bislang hat Skrzybski das S04-Trikot nur als Fan getragen. Beim Besuch eines Heimspiels gegen den 1.FC Köln etwa, als er auf der Tribüne saß, obwohl ihm ein Stehplatz in der Nordkurve mehr zugesagt hätte. „Ich hatte noch nicht so gute Kontakte und war froh, dass ich überhaupt Karten bekommen habe“, sagt er und lacht. In der vergangenen Saison war er bei der Erstrunden-Partie im DFB-Pokal bei Dynamo Berlin dabei. Die Stadien des BFC und des FC Union trennen nur 15 Kilometer.

Und dann war da ja auch noch der 26. Oktober 2016. Der Tag, als Steven Skrzybski mit Union Berlin in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund zu Gast war, in der 80. Minute eingewechselt wurde, 44 Sekunden später vor der Südtribüne zum 1:1 traf und so für die Verlängerung sorgte. „Nicht das schlechteste Gefühl, da zu treffen. Das war schon sehr emotional“, sagt er. Trotz einer bärenstarken Leistung schieden die Berliner nach Elfmeterschießen aus.

Sein Trainer bei Union Berlin war Jens Keller, der zwischen Dezember 2012 und Oktober 2014 Cheftrainer auf Schalke war. Steven Skrzybski verrät, dass er sich bei Keller nicht nur einmal nach dem Geschehen auf Schalke erkundigt hat. „Jens Keller wusste ja, wie ich zu Schalke stehe“, sagt er. Als der Wechsel zum S04 in trockenen Tüchern war, gehörte Jens Keller zu den ersten Gratulanten. „Er hat mir den letzten Push gegeben, unter ihm habe ich mich zu einem noch reiferen Spieler entwickelt“, sagt Skrzybski über Keller. Erst als Keller 2016 bei Union anheuerte, wurde Skrzybski Stammspieler, Leistungsträger und Fanliebling.

Stammspieler will er auch auf Schalke werden. Steven Skrzybski stellt klar: „Ich bin nicht hier, um mir nur alles anzugucken. Ich will auch auf dem Platz stehen.“ Und das nicht nur in Trainingskluft.

 
 

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