Verbraucherschutz will gegen Schalkes Knappenkarte vorgehen - Auch der BVB in der Kritik

Die Knappenkarte des FC Schalke 04.
Die Knappenkarte des FC Schalke 04.
Foto: Joachim Kleine-Büning
  • Die Bezahlkarten in den Fußballstadien der Bundesliga stehen in der Kritik
  • Verbraucherschützer beklagen, dass in einigen Fällen die Rückerstattung von Restguthaben zu kompliziert geregelt sei
  • Auch Schalke und der BVB werden kritisiert

München. Verbraucherschützer gehen gegen Bezahlkarten in Fußballstadien der Bundesliga vor. Die Kritik lautet vor allem, dass in einigen Fällen die Rückerstattung von Restguthaben zu kompliziert geregelt sei, berichtet die ARD-Radio-Recherche Sport über gemeinsam mit den Verbraucherzentralen durchgeführte Tests in fünf Bundesligastadien. Durch das Restguthaben auf den Chipkarten entstehe den Vereinen ein lukratives Zusatzgeschäft. Mit den Bezahlkarten können Fans zum Beispiel bargeldlos Speisen und Getränke kaufen.

Bei Schalke 04 will die Verbraucherzentrale dagegen vorgehen, dass bei Rücküberweisungen Gebühren anfallen. Daneben kritisiert sie, dass die Rückbuchung bis zu eineinhalb Jahre dauert. Der Verein verwies gegenüber der ARD auf einen hohen Aufwand für die Rückbuchungen und buchhalterische Gründe.

Kritikpunkte gab es auch an den Systemen von Borussia Dortmund sowie von Hertha BSC im Berliner Olympiastadion. Diese wiegen jedoch weniger schwer, weil in beiden Arenen auch mit Bargeld bezahlt werden kann.Bemängelt wird, dass beim Bezahlen mit einer spezieller Plastikkarte statt mit Bargeld nach dem Stadionbesuch oft ein Restguthaben übrig bleibt. Da die Rückerstattung vielen Besuchern zu kompliziert ist, würde das Guthaben am Ende verfallen. Diese sogenannte "Schlummergroschen" könnte für Vereine und Betreiber der Bezahlsysteme ein lukratives Zusatzgeschäft bedeuten.

Verbrauchzentrale mahnt München und Augsburg ab

In München und Augsburg will die Verbraucherzentrale per Abmahnung verbieten lassen, dass für Rücküberweisungen von Kartenguthaben Gebühren verlangt werden. Auch die Gültigkeit der Bezahlkarten und die Frist zur Erstattung von Restguthaben sei zu knapp bemessen. Der FC Bayern wies laut dem Bericht für 2010 einen Ertrag in Höhe von 2,4 Millionen Euro durch verfallene Bezahlkartenguthaben aus. Seitdem gibt es keine Angaben mehr. Auf Anfrage der ARD teilte der Verein mit, dass Restbeträge nach Ablauf der Frist auf Kulanz ausgezahlt würden. Diese Regelung gelte auch beim FC Augsburg.

Im Frankfurter Stadion bemängelt die Verbraucherzentrale zu lange Wartezeiten, zu wenig Personal und Rückgabestellen sowie eine Gebühr für die Rücküberweisung von Guthaben. Der Betreiber kündigte laut ARD an, die Missstände zu beheben. Laut der Recherche gibt es in der 1. Bundesliga in 12 von 18 Stadien ein bargeldloses Bezahlsystem, in der 2. Bundesliga sind es 6. (dpa)

 
 

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