Van Nistelrooy ärgert Schalke

Mann des Tages: Ruud van Nistelrooy (Mitte).
Mann des Tages: Ruud van Nistelrooy (Mitte).
Foto: AP

Hamburg. Schalke 04 ist mit einer Niederlage in die Saison 2010/2011 gestartet. Die Königsblauen verloren beim Hamburger SV mit 1:2. Beide Tore für den HSV erzielte Ruud van Nistelrooy.

Zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga unterlag der FC Schalke 04 am Samstagabend das Top-Spiel beim Hamburger SV mit 1:2 (0:0). Noch mehr schmerzte aber die Gelb-Rote Karte gegen Benedikt Höwedes, der am nächsten Samstag gegen Hannover gesperrt ist.

Zunächst zogen die Anhänger des Vize-Meisters die Aufmerksamkeit auf sich. Der Zwist, der zwischen den Fans und der Führungsetage herrscht, ist längst noch nicht ausgestanden. In ihrer Kurve in der Imtech-Arena gaben die Schalker Anhänger nämlich kein königsblaues, sondern ein weißes Bild ab. Sie trugen weiße T-Shirts – mit der Aufschrift „Kleine Gruppe“. So hatte sie Felix Magath bezeichnet. Es war ein weiteres Zeichen dafür, dass der Trainer und Manager die Aktion und Situation, Rolf Rojek als Fan-Beauftragten stillos per Telefon durch Medien-Chef Rolf Dittrich abzusetzen, wie es Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies am Donnerstag formulierte, unterschätzt hat.

Das änderte jedoch nichts daran, dass die Schalker Fans ihre Mannschaft 100-prozentig unterstützen. Und die hatte neben dem gesetzten Innenverteidiger-Duo Christoph Metzelder und Benedikt Höwedes zwei Außenverteidiger, mit denen nach den vergangenen Partien nicht zwingend zu rechnen war: Joel Matip rechts und Junmin Hao links. Wohl ein Zeichen dessen, dass weder der spanische U-21-Nationalspieler Sergio Escudero noch Japans Nationalspieler Atsuto Uchida zuletzt wirklich überzeugt haben.

Vor dieser Viererkette postierte sich eine Dreierkette, eine Dreifach-Sechs: Jermaine Jones, Kyriakos Papadopoulos und Ivan Rakitic. So waren Jefferson Farfán, Edu und Raúl eigentlich die einzigen Offensiv-Kräfte. Und hinter ihnen war meistens eine Riesen-Lücke, bis der nächste Spieler in einem dunkelblauen Trikot auftauchte.

Schon in der zweiten Minute mussten die Schalker vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und ihres ehemaligen Teamkollegen Gerald Asamoah zittern. Aber Jermaine Jones, der fast ein Eigentor erzielt hätte, klärte in letzter Sekunde zur Ecke. Zwar hatten die Hamburger auch in der Folge die leicht bessere Spielanlage, schafften es aber nicht, Nationaltorwart Manuel Neuer in Verlegenheit zu bringen. Und je länger die Partie dauerte, desto deutlicher wurde, dass da zwei Mannschaften spielten, die ihre Struktur und ihr System noch suchen.

Dennoch: Nach 24 Minuten hätte es 1:0 für den FC Schalke 04 stehen müssen. Edu scheiterte nach toller Vorarbeit von Jefferson Farfán jedoch frei vor Frank Rost. Der ehemaliger Schalker Schlussmann und Neuer-Vorgänger klärte mit einer Fußabwehr. Es fiel auf, dass die Königsblauen vor allem dann für Ansätze von Gefahr vor dem Hamburger Tor sorgten, wenn sich Ivan Rakitic intensiver ins Angriffsspiel einschaltete. Mit einem Freistoß sorgte Schalkes Nummer zehn für eine weitere Chance; Christoph Metzelder köpfte aber übers Tor (36.).

Auf der andere Seite war regelmäßig zu erkennen, dass beide Schalker Außenverteidiger nur Notlösungen sind, dass sie sich auf anderen Positionen sicherlich wohler fühlen. Joel Matip hatte mit dem niederländischen Nationalspieler Eljero Elia reichlich Mühe, während Junmin Hao nicht der einzige Gelsenkirchener war, der Probleme in der Rückwärtsbewegung hatte. So musste er in der 40. Minute Guy Demel ziehen lassen. Zu einem Treffer führte dessen Hereingabe jedoch nicht, weil WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark anschließend ein HSV-Foul erkannte und Ruud van Nistelrooy den Ball sowieso in die Wolken drosch.

Kurze Zeit später – Jonathan Pitroipa hatte Junmin Hao ausgetanzt und Mladen Petric bedient – hatten die Schalker großes Glück, dass Hamburgs Kroate knapp vorbeizog. Und wiederum nur kurz danach, als bereits die Nachspielzeit lief, brauchte das Magath-Team nach einem Freistoß Ruud van Nistelrooys die Hilfe der Latte und dem Nachschuss Eljero Elias eine Glanzparade Manuel Neuers.

Neuer machtlos

Nur 19 Sekunden nach dem Wiederanpfiff war jedoch auch der Schalker Schlussmann machtlos, Eljero Elia hatte Joel Matip überlaufen und geflankt, und Ruud van Nistelrooy jagte den Ball volley zum 1:0 für den Hamburger SV ins Netz. Felix Magath reagierte: Er nahm den defensiven Kyriakos Papadopoulos heraus und brachte Lukas Schmitz – als offensiven linken Mittelfeld-Mann. Keine zehn Minuten später aber jubelte schon wieder die Hamburger, doch Jonathan Pitroipa hatte bei seinem Tor im Abseits gestanden.

Für die Schalker, bei denen der überforderte Joel Matip inzwischen ausgewechselt worden war, wurde es immer schwieriger – erst recht, nachdem Benedikt Höwedes in der 60. Minute nach einem Foul an Jonathan Pitroipa die Gelb-Rote Karte sah, und so wird Schalkes bester Abwehrspieler am kommenden Samstag gegen Hannover 96 fehlen. Und auch Felix Magath schien in Hamburg keine Hoffnungen mehr zu haben, als er den defensiven Christoph Moritz für den blassen Stürmer Raúl brachte.

Zwar schafften die Schalker in der 80. Minute das 1:1, als Jefferson Farfán nach einem Rakitic-Freistoß traf, doch dem Mann des Abends gelang nur drei Minuten später das Hamburger Siegtor: Ruud van Nistelrooy schoss das 2:1.

 
 

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