Stevens wütet gegen pfeifende Schalke-Fans

Schalke-Trainer Huub Stevens freute sich über den Sieg, ärgerte sich aber über einige Zuschauer.
Schalke-Trainer Huub Stevens freute sich über den Sieg, ärgerte sich aber über einige Zuschauer.
Foto: Patrik Stollarz / afp
Schalke 04 besiegte den FSV Mainz 05 mit 3:0, doch nach dem Spiel konnten sich Trainer Huub Stevens, Manager Horst Heldt und einige Spieler nicht nur freuen. Das lag an den Pfiffen einiger Zuschauer. Ein Lob gab es nur für die Nordkurve.

Gelsenkirchen.. Es lief die 15. Minute an diesem kühlen Septemberabend im Spiel zwischen Schalke und Mainz. 0:0 stand’s noch, Schalke spielte ordentlich. Da bekam Lars Unnerstall, der junge Torwart, nach einem Rückpass den Ball. Der ganze Rasenplatz lag vor ihm, genügend Mitspieler standen frei. Unnerstall sah Linksverteidiger Christian Fuchs, der knapp 20 Meter entfernt stand. Doch der Torwart schlenzte den Ball nicht zum Österreicher, sondern ins Seitenaus. Da murrten viele der 59 000 Zuschauer in der Arena.

Schalke ist Dritter - Fans pfeifen

Es kam noch schlimmer an diesem Abend. Den beendeten die Königsblauen mit einem 3:0-Erfolg, kletterten auf den dritten Tabellenplatz – und doch schimpfte Trainer Huub Stevens direkt nach dem Schlusspfiff am WDR-Mikrofon: „Wenn wir so einen jungen Torwart haben, dann möchte ich, dass er mehr Unterstützung bekommt – und keine Pfiffe.“ Als Stevens wütete, ging es nicht mehr nur um die eine Szene in der 15. Minute. Bei jedem Fehlpass Unnerstalls pfiffen einige Fans, wenn der Keeper den Ball zu lang am Fuß hielt, ebenfalls – obwohl Schalke ab der 21. Minute durch Jefferson Farfans Elfmetertor führte! Auch Andere Spieler traf der Zorn von Teilen des Publikums. Als Klaas-Jan Huntelaar den Ball aus der Mainzer Spielhälfte zu Unnerstall passte (65.), bebte die Arena. Auch das verstand Stevens nicht: „Wenn man 1:0 führt, dann hoffe ich, dass da mehr Verständnis beim Publikum ist.“

Stevens steht nicht allein mit seiner Kritik. „Es ist legitim, dass die Ansprüche und Erwartungen hoch sind. Wir haben Verständnis für latente Unzufriedenheit, wenn etwas nicht läuft. Auf der anderen Seite wollen die Schalker, dass wir mit jungen Spielern arbeiten. Die sind nicht immer so stabil, die brauchen die Unterstützung“, erklärt Manager Horst Heldt. Auch bei den Spielern kamen die Pfiffe nicht gut an. „Wir waren 1:0 vorn, mit Pfiffen machst du die Mannschaft unsicher“, sagte Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Und Kapitän Benedikt Höwedes ergänzte: „Vielleicht erwarten die Fans ein bisschen zu viel von uns. Wir haben immer betont, dass wir um Geduld bitten, wenn es mal nicht so läuft. Das war heute so ein Fall, den wir damals angesprochen haben. Leider haben nicht alle Fans so reagiert, wie wir uns das gewünscht haben.“ Torwart Unnerstall gab zu: „Natürlich hört man die Pfiffe.“

Dickes Kompliment von Schalke-Kapitän Höwedes

Doch die kamen nicht von allen Schalkern in der Arena: Ein dickes Kompliment gab es für die Fans in der Nordkurve. Zum Beispiel von Höwedes: „Die Nordkurve hat das Fingerspitzengefühl bewiesen, was man sich vom ganzen Stadion wünscht.“ Zum Beispiel von Huntelaar: „Die Nordkurve hat uns gut unterstützt.“ Zum Beispiel von Heldt: „Herausheben möchte ich unsere Nordkurve, die manchmal kritisiert wird. Für mich hat sie heute sensationell agiert, die Mannschaft die ganze Zeit unterstützt und über die gesamten 90 Minuten gesungen. Das ist eine Unterstützung, die die Mannschaft braucht. Sie waren die besten Männer im Stadion.“

Sogar Trainer Huub Stevens lobte: „Kompliment an die Nordkurve – die hat nicht gepfiffen. Die anderen haben nicht so viel Ahnung von Fußball.“

 
 

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