Stevens und Veh schimpfen über Rasen in Schalke-Arena

"Schau Dir den Rasen an - der ist schlecht, oder?" - das scheint Schalke-Trainer Huub Stevens (Mitte) zum Frankfurter Coach Armin Veh zu sagen.
"Schau Dir den Rasen an - der ist schlecht, oder?" - das scheint Schalke-Trainer Huub Stevens (Mitte) zum Frankfurter Coach Armin Veh zu sagen.
Foto: imago
Nach dem 1:1 im Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Schalke 04 und Eintracht Frankfurt waren Spieler und Trainer einig: Das Ergebnis ging in Ordnung. Einigkeit herrschte auch in einem anderen Punkt: Schalke-Coach Huub Stevens und sein Frankfurter Kollege Armin Veh bemängelten den Zustand des Rasens.

Gelsenkirchen.. Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04): „Ich muss unserer Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Unser Gegner hat versucht, mit Mut und viel Druck nach vorn zu spielen. Ich finde, dass wir die richtige Antwort gegeben haben. Darum finde ich es schade, dass sich die Jungs nicht selbst belohnt haben.“

Stevens über den ramponierten Arena-Rasen: „Es ist unheimlich schwierig, auf diesem Platz guten Fußball zu spielen. Wenn ich sehe, welches Spiel die zwei Mannschaften trotzdem gezeigt haben, muss ich ein großes Kompliment aussprechen.“

Stevens über Klaas-Jan Huntelaar: „Für mich ist nicht wichtig, wer Tore macht. Klaas-Jan ist ein Teil der Mannschaft. Dass in den Medien über Minuten, die er nicht getroffen hat, die Rede ist, das ist mir egal. In Deutschland wird immer nur am Ergebnis gemessen – und da mache ich nicht mit.“

Stevens auf die Frage, warum er so selten rotiere: „Die Antwort haben die Jungs gegeben.“

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): „Die Punkteteilung geht in Ordnung, weil die Eintracht in der ersten Halbzeit präsenter gewesen ist und durchaus hätte in Führung gehen können. Allerdings haben wir in der zweiten Halbzeit ein viel besseres Bild abgegeben, die Eintracht hinten reingedrängt und haben uns auch viele Möglichkeiten erspielt, die wir leider Gottes nicht genutzt haben. Es war ein rassiges Spiel, beide Mannschaften haben mit offenem Visier gespielt. Beide Fanparteien werden hadern, dass sie den Sieg verdient gehabt hätten."

Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): „Wir haben in der zweiten Halbzeit unheimlich viel Druck entwickelt, trotz der schwierigen Partie am Mittwoch viele Chancen herausgearbeitet. Schade, dass wir das Spiel letzten Endes nicht gewinnen konnten. Aber Eintracht Frankfurt war ein starker Gegner heute. Was sie in der ersten Halbzeit angeboten haben, war klasse.“

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): „Zu Hause muss man eigentlich gewinnen. Deshalb haben wir eigentlich zwei Punkte verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir viel Druck gemacht. Wenn der Ball einmal richtig fällt, können wir noch das 2:1 machen. Aber Eintracht Frankfurt war keine schlechte Mannschaft. Sie spielen die ganze Saison schon gut. Das gefällt mir.“

Huntelaar über sein Tor: „Ich bin immer froh, wenn ich treffe. Natürlich weiß ich, dass es zuletzt in der Bundesliga weniger Tore waren als in der Champions League, aber so laufen die Spiele. Ich konzentriere mich jedes Mal.“

Jermaine Jones (FC Schalke 04): „Ich denke nicht, dass wir müde waren. Ich denke, dass die Frankfurter in der ersten Halbzeit gut gespielt haben. Sie haben ganz hoch attackiert und uns nicht in unser Spiel kommen lassen. Sebastian Rode, Pirmin Schwegler – die haben uns sehr früh zugestellt. Wir haben nicht die Lösung gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir den Schalter umgelegt. Am Ende können wir das Spiel vielleicht sogar noch gewinnen. Auch in der Nachspielzeit haben wir noch Druck gemacht. Wären wir müde gewesen, hätten wir das nicht machen können. Beide Mannschaften können zufrieden sein mit dem Unentschieden.“

Jones zum Thema Rotation: „Wenn man die Mannschaft durchgeht: Es ist eine junge Truppe, Durchschnittsalter 25, da kann jeder marschieren. Solange alle marschieren können, wird der Trainer an ihnen festhalten.“

Christian Fuchs (FC Schalke 04): „Ich kann mit dem Punkt leben. Wir sind konditionell sehr gut drauf, gerade weil wir in der zweiten Halbzeit noch zugelegt und bis zur letzten Sekunde alles gegeben und uns Chancen herausgespielt haben. Aber Frankfurt steht nicht umsonst punktgleich mit uns da. Die können auch Fußball spielen. Wir wollen in Hamburg wieder auf die Erfolgsspur kommen.“

Lars Unnerstall (FC Schalke 04): „In der ersten Halbzeit haben die Frankfurter sehr gut gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wir haben sie besser zugestellt, sie mussten immer wieder umkehren und hintenrum spielen. Ich denke, dass wir ein leichtes Chancenplus hatten und deshalb zwei Punkte abgeben mussten. Trotzdem können wir zufrieden sein mit dem 1:1.“

Unnerstall über die „Pyro-Zündler“ in der Nordkurve: „Ich weiß nicht, warum sie es gemacht haben. Es war eine dumme Sache, die mit dem Fußball nichts zu tun hat.“

Julian Draxler (FC Schalke 04): „In der zweiten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft und hätten mit ein bisschen mehr Durchschlagskraft noch ein Tor machen können. Aber unterm Strich muss man gegen einen direkten Konkurrenten mit einem 1:1 leben.“

So analysieren die Frankfurter das 1:1 beim FC Schalke 04

Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): „In der ersten Halbzeit haben wir bis auf einen Fehler, wo wir in einen Konter laufen und Schalke sehr gut abschließt, sehr gut gespielt, uns hochkarätige Chancen herausgespielt. Wir hätten in Führung gehen müssen. Die zweite Halbzeit ging klar an Schalke. Wir haben nicht mehr ganz so unser Spiel entwickelt, Schalke ist mehr ins Risiko gegangen, hat früher attackiert. Es war für uns nicht einfach, die klaren Bälle durchzuspielen. Außerdem wollten wir nicht ausgekontert werden. Am Schluss haben wir ein Quäntchen Glück. Insgesamt geht das 1:1 aufgrund der verschiedenen Halbzeiten in Ordnung.

Veh über den Rasen: „Das ist ein herrliches Stadion hier, Schalke spielt Champions League, war letztes Jahr Dritter – und dann müssen wir auf so einem Rasen spielen. Er war für beide Mannschaften unheimlich schwierig zu bespielen. Du bist nur am Rutschen. Trotzdem haben wir ein intensives Spiel gesehen. Es wäre noch einen Tick besser geworden, wenn wir einen ordentlichen Platz gehabt hätten.“

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): „Unterm Strich können wir mit dem 1:1 zufrieden sein. Es waren zwei völlig verschiedene Halbzeiten. In der ersten haben wir uns großartige Chancen herausgearbeitet.“

 
 

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