Stefan Effenberg ist für Schalkes Horst Heldt ein "Trainer der Zukunft"

Andreas Ernst
Kennen sich lange und gut: Schalke-Manager Horst Heldt (hier am 27. November 2007 als Sportdirektor des VfB Stuttgart) und Stefan Effenberg (r.).
Kennen sich lange und gut: Schalke-Manager Horst Heldt (hier am 27. November 2007 als Sportdirektor des VfB Stuttgart) und Stefan Effenberg (r.).
Foto: imago
Nach Jupp Heynckes und Armin Veh soll laut "Bild"-Zeitung nun Stefan Effenberg künftig Schalke 04 trainieren. Manager Horst Heldt sagte zu den Spekulationen lediglich, dass noch keine Entscheidung gefallen sei - und lobte den aktuellen Coach Jens Keller.

Gelsenkirchen. Julian Draxler erfuhr das neueste Trainer-Gerücht von einem TV-Journalisten. "Stefan Effenberg soll wohl Trainer auf Schalke werden", sagte ARD-Reporter Uwe Dietz und bat um einen Kommentar des 19-jährigen Jungstars. Der stutzte sichtlich und sagte dann hochoffiziell, was Profis eben so sagen: "Dazu möchte ich mich auch nicht äußern." Als die Kameras ausgeschaltet waren, schob er noch eilig ein "Hier ist was los..." hinterher und lachte. Schon wieder brachte "Bild" einen neuen Top-Kandidaten ins Gespräch. Am 18. Februar lautete der "Hammer-Plan: Schalke will Heynckes", am 15. März stellte die Zeitung fest: "Veh nach Schalke!" Sonntagabend gab es dann den nächsten "Bundesliga-Hammer! Effe Trainer auf Schalke?"

Effenberg hat seit 2012 die Fußballlehrer-Lizenz

Soll also Trainer-Rookie Stefan Effenberg in der kommenden Saison auf der königsblauen Bank sitzen? Verhandlungen mit Manager Horst Heldt und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies haben laut "Bild" bereits stattgefunden. Heldt nahm die Spekulationen nach dem 4:1-Erfolg über den Hamburger SV fast schon vergnügt zur Kenntnis. Vor allen Kameras, Radiomikrofonen und Diktiergeräten wiederholte er: "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen. Es gibt nichts zu verkünden, denn es ist immer noch keine Entscheidung gefallen. Morgen steht vielleicht wieder ein anderer Name drin." Regelmäßige Gespräche mit Effenberg bestätigte Heldt schon - aber mit einem leichten Schmunzeln: "Ich spreche ständig mit ihm, wenn wir uns bei Sendungen sehen - zuletzt vor 14 Tagen, als er bei unserem Spiel gegen Leverkusen für Sky tätig und deshalb in unserem Stadion war. Da wir in einem ähnlichen Alter sind und auch gegeneinander gespielt haben, laufe ich auch nicht an ihm vorbei." Dass Effenberg, der 2012 seine Fußballlehrer-Lizenz erwarb, ein erfolgreicher Trainer werden könnte, glaubt Heldt schon: "Er ist mit seiner Qualität und Erfahrung ein Trainer der Zukunft."

SchalkeGeht die "klare Tendenz", die es laut Heldt immer noch gibt, Richtung Effenberg? Kann sein, muss aber nicht sein. Denn noch sitzt Jens Keller auf der Schalker Bank - und die Zahlen sprechen für den aktuellen Coach: In der Rückrundentabelle der Bundesliga steht Schalke auf dem dritten Platz, hat von 14 Bundesligaspielen nur vier verloren - und war nur beim 0:4 in München hilf- und chancenlos. Schalke ist auf dem besten Weg, im August die Qualifikation für die Champions League bestreiten zu dürfen. Unterstützung für Keller gibt es von Kapitän Benedikt Höwedes: "Er macht eine tolle Arbeit, man sieht eine Entwicklung bei der Mannschaft." Auch Heldt vermisst die Anerkennung von Kellers Arbeit: "Man vergisst, dass wir aktuell einen Trainer haben, der eine schwierige Aufgabe sensationell gut macht. Vielleicht ist er für den einen oder anderen nicht attraktiv genug und wird deshalb zu wenig öffentlich ,gespielt'."

Jens Keller bleibt nicht aussichtslos

Keller selbst blieb auch am Sonntag ruhig, merkte aber nicht ohne Stolz an: "Immerhin geht es jetzt auch darum, ob ich vielleicht Trainer bleibe. Das hat sich gedreht, denn in den ersten Wochen und Monaten war das nicht so."