Schwache Schalker unterliegen Kaiserslautern

Schalkes Christoph Metzelder hat im Duell mit Kaiserslauterns Itay Shechter das Nachsehen. (Foto: dapd)
Schalkes Christoph Metzelder hat im Duell mit Kaiserslauterns Itay Shechter das Nachsehen. (Foto: dapd)
Mit dem 1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern verlor der FC Schalke sein zweites Heimspiel der Saison. S04-Torwart Ralf Fährmann und FCK-Innenverteidiger Rodnei sahen wegen einer Notbremse jeweils die Rote Karte.

Gelsenkirchen. Schalke hat den Sprung auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle verpasst und mit dem 1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern die zweite Heimniederlage der Saison kassiert. Mit zwei Roten Karten und zwei Elfmetern spielte Schiedsrichter Peter Sippel eine Hauptrolle – war aber nicht spielentscheidend.

Schalkes Torwart Ralf Fährmann (26.) und Kaiserslauterns Innenverteidiger Rodnei (60.) sahen jeweils wegen einer Notbremse die Rote Karte – Tiffert und Huntelaar verwandelten die jeweiligen Elfmeter zum 0:1 und 1:1. Doch Kouemaha bestrafte die schwachen Schalker mit seinem Tor zum entscheidenden 1:2 in der 73. Minute.

Beschimpfungen gegen Merk

Die Schalker Volksseele kochte, durch die Arena hallten alle möglichen Beschimpfungen gegen Markus Merk, als dieser in der Halbzeitpause am Expertentisch des Fernsehsenders Sky vor der Südkurve Platz nahm. Dabei war es vor dem Spiel noch relativ ruhig zugegangen, als Merk das erste Mal den Arena-Rasen betreten hatte. Doch der radikale Stimmungsumschwung hatte seinen Grund in der ersten Halbzeit: Eigentlich, so ehrlich musste man sein, konnte Merk nämlich gar nichts dafür, dass die Schalker Fans in der Halbzeitpause auf dem Baum waren und ihren Frust am (früheren) Schiedsrichter ausließen.

Merk musste stellvertretend für die Schiedsrichter-Zunft die Beschimpfungen einstecken, die vorher schon Peter Sippel gegolten hatten. Denn der Schiedsrichter aus München hatte in der 26. Minute Schalkes Torwart Ralf Fährmann nach einem Foul an Dorge Kouemaha die Rote Karte gezeigt. Zwar pfiffen die Schalker Fans aus Leibeskräften – aber die Rote Karte war den Regeln entsprechend. Fährmann war letzter Mann, Kouemaha fädelte ein und kam zu Fall – für dieses Foul gibt es Rot. Und einen Elfmeter, den Christian Tiffert gegen Schalkes Eratztorwart Lars Unnerstall zum 0:1 verwandelte (30.). Unnerstall war in der vierminütigen Unterbrechung für Julian Draxler eingewechselt worden.

Indes: So hitzig die Arena war, so sehr hatte sich Schalke den Rückschlag auch selbst zuzuschreiben. Vorangegangen war ein Ballverlust von Christian Fuchs und ein Lauterer Konter über Shechter, der den Ball zu Kouemaha brachte, der gegen Fährmann zu Boden ging. Ärgerlich für Schalke freilich: Sieben Minuten vorher hatte es auf der Gegenseite eine ähnliche Szene gegeben, als Klaas-Jan Huntelaar frei vor Lauterns Torwart Kevin Trapp auftauchte, im Zweikampf aber nicht fiel, sondern sich von dem Gäste-Torwart zur Seite abdrängen ließ.

Schalke hatte viel Glück

Dies war freilich die einzige Torchance für die Gastgeber in der ersten Halbzeit, denn Schalke kam überhaupt nicht auf Betriebstemperatur. Unkonzentriertheiten, Missverständnisse und schlampige Zuspiele kennzeichneten den Auftritt. Das Spiel krankte vor allem im zentralen Mittelfeld (Papadopoulos, Holtby), so dass vorne fast nichts ankam. Dafür hatte Schalke hinten jede Menge Glück, dass die Gäste nicht noch mehr aus ihren Möglichkeiten machten – schon vor dem Fährmann-Platzverweis, aber auch in der Viertelstunde bis zur Halbzeit.

In der Kabine sortierte Trainer Huub Stevens seine Mannschaft neu. Er brachte Jermaine Jones für Holtby – genau der richtige Mann für dieses Kampfspiel. Jones führte sich auch mit einem prächtigen 30-Meter-Schuss, den Trapp zur Ecke abwehrte, glänzend ein. Doch für den Ausgleich zum 1:1 brauchte Schalke die Hilfe von Schiedsrichter Peter Sippel: Der entschied nach einem Rempler von Rodnei an Jurado auf Elfmeter und zeigte Rodnei zur Überraschung aller auch noch die Rote Karte. Konnte man über den Elfmeterpfiff noch streiten, so wirkte der Platzverweis wie eine Konzessionsentscheidung, um wieder einen Spielergleichstand auf dem Feld herzustellen. Auf jeden Fall ließ sich Klaas-Jan Huntelaar nicht zweimal bitten und verwandelte den Elfmeter zum 1:1-Ausgleich (61.).

Keine Wende trotz Farfan

Doch wie schwach die Schalker Tagesform an diesem Abend war, zeigte sich zehn Minuten später: Die Blauen konnten das Spiel wieder nicht beruhigen und fingen sich den erneuten Rückstand ein: Nach einer Flanke von de Wit kam Kouemaha frei zum Kopfstoß und versenkte den Ball gegen die Laufrichtung von Unnerstall gekonnt zum 1:2 (73.).

Erst danach brachte Stevens mit Jefferson Farfan seine letzte Waffe. Doch zur Wende reichte es nicht mehr. Es war das schlechteste Schalker Heimspiel dieser Saison – und dabei hätten die Blauen mit einem Sieg bis auf Platz zwei vorstoßen können. Chance vertan.