Schalkes Trainer Weinzierl hat noch Derby-Ärger

„Das Foul von Sokratis hat jeder gesehen“: Schalkes Trainer Markus Weinzierl.
„Das Foul von Sokratis hat jeder gesehen“: Schalkes Trainer Markus Weinzierl.
Foto: dpa
Vor Schalkes Spiel gegen Krasnodar erklärt Manager Heidel, warum den Trainer das Foul an Meyer noch ärgert – und warum Kuranyi nicht helfen kann

Gelsenkirchen. Das Derby in Dortmund ist zwar schon ein paar Tage her, aber mit den Folgen hat Schalke jetzt noch zu kämpfen. Trainer Markus Weinzierl wirkte am Mittwoch immer noch angefressen, als er auf die Derby-Verletzung von Max Meyer angesprochen wurde. „Das Foul von Sokratis hat jeder gesehen“, sagte Schalkes Trainer und schob später nach: „Das hat übel ausgesehen. Er hat voll auf dem Fuß von Max gestanden, das Sprunggelenk wurde sofort dick.“ Die Diagnose („es ist ein Bänderriss“) bedeutet, dass Schalke an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/ Sport 1 live) beim Europa-League-Heimspiel gegen FK Krasnodar auf Max Meyer verzichten muss.

Nur ein Foul führte zu einer Verletzung

Den Grund, warum Weinzierl mit der Meyer-Verletzung noch nicht abgeschlossen hat, kennt Manager Christian Heidel. Nach dem Derby sei in TV-Formaten wie dem „Doppelpass“ der Eindruck vermittelt worden, „als wäre es eine einzige Treterei gewesen, insbesondere von uns“. Aber, erklärte Heidel: „Das einzige Foul, das zu einer Verletzung geführt hat, war das von Sokratis an Meyer, und das ist auch dem Trainer aufgestoßen.“

Schalke hofft, dass Meyer am Sonntag gegen Bremen mit einem dicken Tape-Verband spielen kann; bei einer Knöchelverletzung ist das möglich. Bei einer Außenbandverletzung im Knie, wie sie Klaas-Jan Huntelaar im Training erlitten hat, kann man hingegen nichts machen. Da hilft nur Ruhe, die Rede ist von sechs Wochen, die am 9. Dezember vorbei wären. „Viele Spiele wird er vor Weihnachten nicht mehr machen“, fürchtet Heidel. Zwei oder drei, bestenfalls vier könnten es für Huntelaar noch werden.

Kuranyi könnte nicht sofort helfen

Trotzdem wird Schalke bis zum Winter abwarten, um eventuell mit einer Neuverpflichtung auf die Verletzungsmisere in der Offensive zu reagieren, wo ja auch noch Breel Embolo (langfristig) und Franco Di Santo (kurzfristig) nicht zur Verfügung stehen. Die Erklärung von Heidel ist einleuchtend: Im Moment ist kein sinnvoller Transfer machbar, denn es dürfte nur ein Spieler verpflichtet werden, der gegenwärtig arbeitslos ist. „Dass heute jemand einer Bundesliga-Mannschaft sofort helfen kann, der nicht regelmäßig auf einem Top-Level trainiert, halte ich für nahezu ausgeschlossen“, erklärt Heidel.

Dies habe „nichts mit Kevin Kuranyi zu tun“, der am Mittwoch im WAZ-Interview gesagt hatte, er würde Schalke gerne helfen. Der frühere Nationalstürmer (34) ist beim Spiel gegen Krasnodar als TV-Experte in der Arena zu Gast. Heidel höflich, aber bestimmt: „Das Thema stellt sich nicht bei uns.“

Im Winter sind Stürmer auf dem Markt

In der Winterpause wird Schalke dagegen die Augen offen halten, ob noch ein weiterer Stürmer mit Perspektive den Kader verstärken kann. „Im Winter sind Spieler auf dem Markt, die noch im vorherigen Halbjahr gespielt haben“, erklärt Schalkes Manager: „Da gibt es Dutzende oder Hunderte Stürmer auf dem Markt.“

Bis dahin wird sich Schalke mit dem vorhandenen Personal helfen, zumal es als Alternativen im Kader auch noch die Sturm-Talente Bernard Tekpetey, Donis Avdijaj und Fabian Reese gibt. Doch gegen Krasnodar sollen Eric Maxim Choupo-Moting und Yevhen Konoplyanka die Abteilung Attacke bilden – wie beim Derby nach dem Ausscheiden von Max Meyer.

 
 

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