Schalkes Kader hat jetzt mit Draxler und den Neuen die richtige Breite

Bleibt ein Schalker: Julian Draxler.
Bleibt ein Schalker: Julian Draxler.
Foto: imago/Team 2
Trainer André Breitenreiter glaubt, dass die Wechsel-Situation Julian Draxler zuletzt belastet hat. Jetzt hat der Spieler den Kopf für Schalke frei.

Gütersloh.. Die Erleichterung stand ihnen allen ins Gesicht geschrieben – ob nun Trainer, Manager oder Torjäger. Drei Spieler wurden beim Testspiel gegen den FC Porto (0:0) neu in die Mannschaft des FC Schalke 04 integriert, und das Bleiben von Julian Draxler kam anschließend noch als Sahnespritzer oben auf die Torte drauf. Wenn jetzt nichts außergewöhnliches mehr passiert, steht der Schalker Kader zehn Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am 8. August beim MSV Duisburg.

Dass der Wechsel von Draxler zu Juventus Turin vom Tisch ist, ist für Manager Horst Heldt endgültig – er schloss weitere Verhandlungen aus. Die Italiener hatten offenbar gehofft, mit Schalkes Juwel ein Schnäppchen machen zu können – nun können sie sich ein Nachbessern ihres schmalen Angebots sparen. Abwarten muss man allerdings, wie Schalke reagiert, falls doch noch ein anderer finanzstarker Verein einen neuen Poker um Draxler eröffnen sollte. Aber nach dem derzeitigen Stand kann Schalke die neue Saison mit dem Mittelfeldspieler planen.

Die Situation war für Schalke-Star Draxler eine Belastung

Draxler selbst hat sich nach dem Spiel gegen Porto nicht geäußert, wie er den geplatzten Wechsel aufgenommen hat. Trainer André Breitenreiter glaubt aber, dass es dem 21-Jährigen gut tun wird, wenn alles nun geklärt ist: „Die Situation hat ihn zuletzt auch ein Stück weit belastet. Jetzt ist die Sache vom Tisch, und darüber bin ich sehr froh.“ Breitenreiter will Draxler wieder dahin führen, wo er vor seinen vielen Verletzungen stand, und aktuell sind beide dabei auf einem guten Weg: Der Spieler ist bisher beschwerdefrei durch die Vorbereitung gekommen und steigerte sich auch in den Testspielen – gegen Porto ließ er in einigen Aktionen als Vorbereiter schon wieder seine Genialität aufblitzen. „Gut“, schmunzelte auch Heldt, habe ihm Draxler gegen Porto gefallen.

Einer bleibt, drei Spieler (Franco Di Santo, Sascha Riether und Rückkehrer Sidney Sam) sind in den vergangenen Tagen neu dazu gekommen: Der Kader ist jetzt endlich so breit aufgestellt, wie Breitenreiter das vor zehn Tagen nach dem Testspiel in Osnabrück angemahnt hatte („Zwei, drei Leute brauchen wir auf jeden Fall noch“). Und mit den ersten Eindrücken, den die Zugänge hinterlassen haben, kann man zufrieden sein.

Franco Di Santo ist ein beweglicher Mittelstürmer – ganz anders als vor zwei Jahren Adam Szalai, der Klaas-Jan Huntelaar mehr im Weg stand, wenn beide denn einmal gemeinsam auf dem Platz waren. Bei Di Santo hingegen hatte Breitenreiter schon gegen Porto gesehen, „warum wir ihn verpflichtet haben“.

Voll des Lobes war der Coach auch über Sascha Riether, der als Rechtsverteidiger 90 Minuten Spielpraxis bekam: „Sascha hat so gespielt, als wäre er schon lange ein Bestandteil dieser Mannschaft.“ Und in der Schlussphase durfte sogar der erst vor einer Woche wieder in Gnaden aufgenommene Sidney Sam ein kurzes Comeback feiern, bei dem er auch eine starke Szene hatte.

25 Schalke-Spieler stehen für die Saison 2015/2016 unter Vertrag

Tor (3): Ralf Fährmann (Vertrag bis 2019), Fabian Giefer (2018), Michael Gspurning (2016).

Abwehr (10): Matija Nastasic (2019), Junior Caicara (2018), Atsuto Uchida (2018), Marvin Friedrich (2018), Benedikt Höwedes (2017), Kaan Ayhan (2017), Sead Kolasinac (2017), Dennis Aogo (2017), Joel Matip (2016), Sascha Riether (2016).

Mittelfeld (8): Johannes Geis (2019), Leroy Sané (2019), Julian Draxler (2018), Leon Goretzka (2018), Max Meyer (2018), Sidney Sam (2018), Roman Neustädter (2016), Marco Höger (2016).

Sturm (4): Franco Di Santo (2019), Felix Platte (2018), Klaas-Jan Huntelaar (2017), Eric Maxim Choupo-Moting (2017).

Dazu kommen Maurice Multhaup (2016) und Pascal Itter (2017), die bisher noch nicht bei den Profis zum Einsatz kamen.

Zugänge (5): Johannes Geis (FSV Mainz 05, neun Millionen Euro plus Zusatzprämien), Franco Di Santo (Werder Bremen, sechs Millionen Euro), Junior Caicara (Ludogorets Razgrad, fünf Millionen Euro), Michael Gspurning (eigene U23), Sascha Riether (SC Freiburg, ablösefrei). Dazu überwies Schalke 9,5 Millionen Euro für Matija Nastasic an Manchester City.

Abgänge (9): Jefferson Farfan (Al-Jazira, sieben Millionen Euro), Jan Kirchhoff (war vom FC Bayern ausgeliehen), Christian Fuchs (Leicester City, ablösefrei), Timon Wellenreuther (an RCD Mallorca verliehen), Chinedu Obasi, Tranquillo Barnetta (Ziel unbekannt, Verträge liefen aus), Marcel Sobottka (Fortuna Düsseldorf, S04 hat eine Rückkauf-Option vereinbart), Christian Wetklo (eigene U23), Felipe Santana, Kevin-Prince Boateng (sollen verkauft werden und nehmen nicht am Training teil). Schalke bekommt sieben Millionen Euro für Kyriakos Papadopoulos (an Bayer Leverkusen verkauft).

Bereits verliehene Spieler (2): Donis Avdijaj (spielt bis 2016 bei Sturm Graz, S04 kann Avdijaj aber im Winter zurückholen), Christian Clemens (bis 2016 beim FSV Mainz 05).

Wer Schalke verlassen will/soll: Thilo Kehrer (Inter Mailand), Felipe Santana, Kevin-Prince Boateng.

Trainer: André Breitenreiter (2017).

Co-Trainer: Sven Hübscher, Volkan Bulut (2017)

Torwart-Trainer: Simon Henzler (2017)

 
 

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