Schalkes Hoogland brennt auf Comeback gegen Mainz

Ist froh, wieder im Kreis der Mannschaft dabei zu sein:  Tim Hoogland (Mitte).
Ist froh, wieder im Kreis der Mannschaft dabei zu sein: Tim Hoogland (Mitte).
Foto: WAZ FotoPool
Die Transferperiode verstrich beim FC Schalke 04 ohne Aufregung und Aktionen. Tim Hoogland genießt seinen Bankplatz - und will mehr: „Ich könnte 90 Minuten spielen, kein Problem“, sagt der 26-Jährige, „aber das entscheidet natürlich letztlich der Trainer.“

Gelsenkirchen.. Rückblende: Am 31. Januar vorigen Jahres herrschte hektische Betriebsamkeit auf dem Vereinsgelände des FC Schalke 04. Die Schnäppchenjäger im WSV mit Chef-Einkäufer Felix Magath waren unterwegs und ließen die Telefonleitungen glühen. „Drei, zwei, eins – meins“, hieß das bekannte Motto.

Preisfrage: Wer erinnert sich noch an die Schnäppchen von damals? Kleiner Tipp: Sie spielen heute im königsblauen Trikot keine Rolle mehr. Richtig: Angelos Charisteas, Anthony Annan und Ali Karimi fielen damals von der Resterampe direkt auf den Trainingsplatz. Charisteas, so hieß es damals, wurde dringend benötigt, um dem „seit Wochen formschwachen Klaas-Jan Huntelaar“ gehörig Druck zu machen.

Hooglands Leidenszeit endet

Wie sich die Zeiten doch ändern. Ein Jahr später ist von Schlussverkaufs-Hektik nichts mehr spüren. Klaas-Jan Huntelaar macht längst nur noch den gegnerischen Abwehrreihen Druck. Und ansonsten gilt: Still ruht der See – was nicht nur an den arktischen Temperaturen auf dem Trainingsgelände liegt. Altmeister Raúl absolviert mit der zwickenden Wade wenigstens ein paar Laufrunden. Und im Mannschaftstraining strahlt einer mit der Wintersonne um die Wette, den man großzügig fast als Neuverstärkung betiteln könnte: Tim Hoogland, seit vier Wochen zurück im Schalker Kader, nach unendlicher Leidenszeit. Samstag in Köln war der Abwehrspieler zumindest wieder auf der Reservebank. „Nach 20 Monaten Pause war es schon ein schönes Erlebnis, wieder auf der Bank zu sitzen. Es war eine lange, lange Zeit und ein weiter Weg zurück“, erinnert sich der 26-Jährige an die unendliche Leidensgeschichte, die mit einem Knorpelschaden im April 2010 ihren Anfang nahm, später gesellte sich zu allem Unglück noch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hinzu. Vorbei und vergessen.

Ausgerechnet gegen Mainz 05 am kommenden Samstag, gegen den Verein, an den er zuletzt ausgeliehen war, könnte sich der Kreis schließen. Natürlich brennt Hoogland auf sein Comeback: „Ich könnte 90 Minuten spielen, kein Problem, aber das entscheidet natürlich letztlich der Trainer.“

Schalke-Manager Heldt ist voll des Lobes

Nicht wenige im Verein hoffen, dass es Tim Hoogland schafft, zu alter Leistungsstärke zurückzukehren, auch der Manager. „Ich hoffe sehr, dass er es packt, Tim ist ein wichtiger Spieler für uns; ein Typ, der eine Mannschaft mitreißen kann“, ist Horst Heldt voll des Lobes über den lange Vermissten.

Natürlich hat sich der Rechtsfuß nach seiner schweren Verletzung ein paar Verhaltensregeln für den Spielalltag zurechtgelegt: „Ich gehe schon noch Zweikämpfen aus dem Weg, die unnötig sind.“ Mit den alten Kollegen aus Mainz hat er nicht mehr viel gemein. „Die Mannschaft ist seit meiner Zeit ja auch fast komplett durchgewechselt, somit ist es ein Spiel wie jedes andere“, bekennt Hoogland. Freundschaften hin oder her, die drei Punkte müssen auf jeden Fall in Schalke bleiben: „Für Platz drei am Ende, das wäre schon sehr, sehr gut“, Und mit Tim Hoogland auf dem Feld, versteht sich.

 
 

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