Schalkes Boss Boateng bleibt nervenstark und trifft - Note 2

Andreas Ernst
Perfekter Start in die Rückrunde: Im Verfolgerduell besiegte Schalke 04 den VfL Wolfsburg mit 2:1 (1:0). Garanten für den zweiten Sieg in Folge waren Torwart Ralf Fährmann sowie die Torschützen Felipe Santana und Kevin-Prince Boateng. Die Einzelkritik.

Gelsenkirchen. Der FC Schalke hat auch sein zweites Spiel in der Bundesliga-Rückrunde gewonnen.

Gegen den VfL Wolfsburg siegte die Elf von Trainer Jens Keller mit 2:1. S04 mischt wieder um die Königsklassen-Plätze mit.

Großen Anteil hatte wieder einmal Leitwolf Kevin-Prince Boateng, der den Endstand markierte.

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Schalke - Wolfsburg in der Einzelkritik 

Ralf Fährmann: Dass die Schalker ohne Gegentor in die Pause gingen, hatten sie nur ihrem Torwart zu verdanken. Der zeigte seine Qualitäten auf der Torlinie, als er die Schüsse von Patrick Ochs (22.) und Luiz Gustavo (35.) herrlich parierte. Auch beim Herauslaufen reagierte er gedankenschnell, als er nach einem Steilpass von Ricardo Rodriguez vor seinem falsch postierten Mitspieler Joel Matip an den Ball kam (41.). Vor dem Ausgleich wehrte er den Schuss von Ivan Perisic zwar noch ab - gegen Maximilian Arnolds Abstauber war er machtlos (65.). Note: 2

Benedikt Höwedes: Nach überstandener Magen-Darm-Grippe rückte er wieder in die Startelf und musste für den gelbgesperrten Atsuto Uchida auf der ungeliebten rechten Abwehrseite verteidigen. Nach einer ruhigen ersten Hälfte rückte er nach der Pause in den Mittelpunkt. Vor dem 1:1 (65.) ließ er Ivan Perisic entwischen - und der leitete das Tor ein. Vorn wirkte er unglücklich, weil er mit Jefferson Farfan nur selten harmonierte. Note: 4

Joel Matip: Solide und konzentrierte Vorstellung in der Innenverteidigung, unterschätzte aber in der 41. Minute den Steilpass von Ricardo Rodriguez - da konnte er sich bei Torwart Ralf Fährmann bedanken, dass kein Gegentor fiel. Note: 3

Felipe Santana: In der achten Minute stand er im Wolfsburger Strafraum richtig und lenkte ungewollt den Kopfball von Kevin-Prince Boateng zum Schalker Führungstreffer ins Netz. Danach stand er im Abwehrzentrum sehr sicher, holte sich in der 38. und 52. Minute mit Grätschen toll den Ball - das gab Szenenapplaus in der Arena. Allerdings bolzte den Ball oft unkontrolliert nach vorn, auch wenn er das Spiel ruhig hätte aufbauen können. Note: 3

Sead Kolasinac (bis 84. Minute): In der 34. Minute erlebten die Schalke-Fans einen unverhofften Wow-Moment, denn der Linksverteidiger vernaschte an der eigenen Eckfahne den Wolfsburger 22-Millionen-Euro-Einkauf Kevin de Bruyne. Das war stark. Mit Licht und Schatten auf der linken Abwehrseite. Kompromisslos im Zweikampf, unsicher in der Wolfsburger Spielhälfte. Note: 3,5

Roman Neustädter: In seinen anderthalb Jahren auf Schalke fiel er bisher nicht als Mann mit dem goldenen Fuß auf. Zweimal spielte er mit Traumpässen Mitspieler frei. In er 53. Minute schoss Klaas-Jan Huntelaar noch daneben, neun Minuten vor dem Ende traf Kevin-Prince Boateng zum entscheidenden 2:1. Allerdings machte der "Sechser" nicht alles richtig und erlaubte sich auch mal haarsträubende Ballverluste. Note: 3

Kevin-Prince Boateng (bis 86. Minute): In der kribbeligsten Phase des Spiels forderte er im Strafraum den Ball, bekam ihn von Roman Neustädter maßgerecht serviert und traf locker zum 2:1 (80.) - er ist eben die nervenstarke Führungsperson im Schalker Team. Schon nach dem 1:0 (8.) ließ er sich feiern. Da köpfte er Felipe Santana an - und von Santanas Bein sprang der Ball ins Netz. Unmittelbar vor dem Führungstor hatte er mit einem Seitfallzieher das VfL-Tor knapp verfehlt. Er war - trotz einiger Pausen - die ordnende Hand im Mittelfeld. Note: 2

Jefferson Farfan: Er traf auf einen sehr engagierten Gegenspieler. Wolfsburgs Linksverteidiger Ricardo Rodriguez attackierte den Schalker Rechtsaußen früh und engagiert und schaltete sich regelmäßig ein. Der Peruaner stellte sich hervorragend auf diese Situation ein und überzeugte diesmal eher mit viel Einsatz als mit effektiven Aktionen in der gegnerischen Hälfte. Einmal drang er in den Strafraum ein und fiel nach einem Zweikampf mit Maximilian Arnold hin. Dafür hätte es Elfmeter geben können (73.). Note: 3

Max Meyer: In einem Spiel, in dem im Mittelfeld um jeden Zentimeter energisch gefightet wurde, waren die Qualitäten des Regisseurs ganz lange nicht gefragt. Wenn er den Ball bekam, störten ihn die Wolfsburger früh - oder foulten. Naldo (6.) und Kevin de Bruyne (30.) sahen nach Fouls an Meyer die Gelbe Karte. Als die Kraft bei vielen Spielern nachließ, legte er aber zu und hätte in der 70. Minute beinahe den Siegtreffer erzielt. Doch VfL-Keeper Diego Benaglio fischte seinen Flachschuss noch aus dem linken Eck (70.). Note: 3,5

Chinedu Obasi (bis 60. Minute): Nach Ewigkeiten durfte er wieder von Beginn an auflaufen. Er ersetzte den verletzten Christian Fuchs auf der linken Seite in der Offensive. Obwohl ihm die Spielpraxis fehlt, bekam er oft den Ball, legte Kevin-Prince Boateng den Seitfallzieher auf (8.), setzte sich in der 42. Minute trickreich durch und leitete einen Konter ein. Er wirkte sehr bemüht, erlaubte sich allerdings auch etliche unnötige Ballverluste und riskierte durch Fouls Freistöße in gefährlicher Position. Nach dem Wechsel war er gar nicht mehr zu sehen. Note: 4

Klaas-Jan Huntelaar: Im gegnerischen Strafraum ist er unschlagbar stark - doch da bekam er nur einmal den Ball. In der 53. Minute schoss er den Ball am Tor vorbei. Das hätte das 2:0 und in Überzahl die Vorentscheidung sein müssen. Sonst arbeitete er viel für sein Team, lief unermüdlich die Wolfsburger Abwehrspieler an, holte sich bei Wolfsburger Standardsituationen den entscheidenden Kopfball. Ist ja auch was wert. Note: 4

Leon Goretzka (ab 60. Minute): Er kam für Chinedu Obasi, übernahm die linke Seite und zeigte sich sehr abschlussfreudig (67./71.). Wie so oft wirkte er nervös, wenn er den Ball bekam. Note: 4

Tim Hoogland (ab 84. Minute): Er kam für Sead Kolasinac. Ohne Note

Kaan Ayhan (ab 86. Minute): Er kam für Kevin-Prince Boateng. Ohne Note