Gelsenkirchen

Schalke-Zoff: So kontert Heidel „Weltklassespieler“ Max Meyer

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel
Schalkes Sportvorstand Christian Heidel
Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen. Diese Vorwürfe wollte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel nicht auf sich sitzen lassen: Am Ende eines turbulenten Arbeitstages mit der Suspendierung des Mittelfeldspielers Max Meyer zeigte er sich in der TV-Talkshow „Sky90“ kämpferisch und reagierte auf die Vorwürfe von Meyer und dessen Berater Roger Wittmann (hier alles zum Meyer-Zoff).

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Heidel redete Klartext und wies zunächst Meyers Mobbing-Vorwurf zurück: „Ich finde es sehr mutig, sich als Mobbingopfer zu bezeichnen, wenn man weiß, wie es Mobbingopfern wirklich geht. Das ist an den Haaren herbeigezoghen. Ich weiß nicht, was in ihm vorgeht. Ich weiß nicht, wie er zu dieser Aussage kommen kann.“

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Zudem verriet er einige pikante Details über die Gespräche und Verhandlungen mit Meyer und Wittmann - die teilweise dem entgegenstehen, was Meyer im Interview mit „Bild“ verkündete.

Heidel habe, so sagt er, sehr wohl ausführlich mit Meyer darüber geredet, dass er den Vertrag über 2018 hinaus verlängern möchte. Meyer hatte Gespräche abgestritten. „Ich rede mit keinem Berater über einen neuen Vertrag, wenn ich nicht vorher mit dem Spieler gesprochen habe“, erklärte Heidel. Im ersten Gespräch mit Wittmann im Dezember 2017 habe der Berater seine eigenen Forderungen gestellt.

Heidel: „Nach dem Gespräch mit Max habe ich Kontakt aufgenommen zu Wittmann. Die Aussage von ihm, fast im Zitat, war: ,Wir beide müssen erst einmal feststellen, ob wir vom gleichen Spieler sprechen. Ich rede von dem Weltklassespieler Max Meyer, der in jeder europäischen Spitzenmannschaft Stammspieler sein wird und aller Voraussicht nach zur WM nach Russland fährt.' Wenn wir von dem gleichen Spieler sprechen, kannst Du mir ein Angebot schicken. Sprechen wir von unterschiedlichen Spielern, brauchst Du mir nichts zu schicken.“

Heidel hält Meyer aber „nur“ für einen „sehr, sehr guten Bundesligaspieler“, bei weitem nicht so gut wie Leon Goretzka und schickte ein entsprechendendes Angebot - zu gering für Wittmann und Meyer. Das Angebot wurde abgelehnt, Schalke beschloss, kein höheres mehr zu schicken.

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Sein Verhältnis zu Wittmann sei nicht seit Mainzer Zeiten gestört, sagt Heidel: „Ich hatte in 24 Jahren in Mainz kein einziges Mal ein Problem mit ihm.“ Auf Schalke hatte Wittmann, der gut mit Klubboss Clemens Tönnies befreundet ist, stets einen großen Einfluss, da viele Spieler bei S04 unter Vertrag standen. „Jeder weiß, dass er einen großen Anteil am Erfolg hatte - aber er spricht bei Schalke in der Wir-Form. Er schlägt Spieler vor, Trainer vor“, erzählt Heidel, der nicht von einem Berater abhängig sein möchte.

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Dass Meyer schlecht behandelt worden sei, weist Heidel zurück: „Es gab ein Gespräch im Sommer, wo Domenico Tedesco ihm aufgezeigt hat, was er erwartet, was er bringen muss. Sollte das nicht der Fall sein, wird er wenig Spielzeit bekommen. Offener als wir mit Max umgegangen sind, kann man es nicht. Ich hatte dann im Sommer das klare Gefühl, dass Max den Verein wechseln möchte. Doch da kam kein Angebot. Domenico hat nun einen anderen Spieler aus ihm gemacht.“

In einem Jahr droht eine ähnliche Schlammschlacht, wenn der Vertrag von Thilo Kehrer endet. Kehrer wird ebenfalls von Wittmann beraten. „Unser Interesse ist da, den Vertrag zu verlängern“, sagt Heidel. Nach dem Vertragspoker ist vor dem Vertragspoker.

 
 

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