„Schalke, wir leben dich“ steht vor dem Pokalspiel über allem

So sieht es in der neu gestalteten Schalker Kabine aus.
So sieht es in der neu gestalteten Schalker Kabine aus.
Foto: WAZ FotoPool
Die Königsblauen machen vor dem Pokalspiel an diesem Dienstag die Kabinentür auf. Schalkes Trainer Huub Stevens war stilecht im Trainingsanzug zum Ortstermin gekommen. Dort, wo der Duft von Männerschweiß und Massageöl in der Luft liegt, wird gegen Sandhausen ein Rohdiamanten aus der Knappenschimede sitzen.

Gelsenkirchen. Man kann es fast hören, das Klappern der Fußballschuhe auf den nackten Fliesen. Und man kann es riechen, das Massageöl und den Männerschweiß. Es sind die Minuten vor dem Anpfiff, und wenn man Huub Stevens da so sitzen sieht, am Montag beim Ortstermin mitten in der Schalker Kabine, dann kann man es sich gut vorstellen, wie es zugehen mag an diesem Dienstagabend. Dann, wenn sich Schalke gerade auf das DFB-Pokalspiel gegen den SV Sandhausen (20.30 Uhr/Live im DerWesten-Ticker) vorbereitet.

Huub Stevens ist stilecht zum Ortstermin gekommen, im Trainingsanzug. So wird er auch am Dienstag da stehen, wenn er die letzten Worte an seine Mannschaft richtet. Meistens, berichtet Schalkes Trainer, geht es dann um den Gegner. Diesmal wird er sagen: „Sandhausen wird so wie zuletzt Nürnberg spielen und versuchen, über Konter und Standards gefährlich zu werden.“ Also aufgepasst.

Das königsblaue Profil schärfen

Normalerweise ist das in der Bundesliga alles geheim – selbst, wenn es um Banalitäten geht. Diesmal aber hat Schalke am Tag vor dem Spiel die Kabinentür geöffnet. Nicht etwa, um noch mal die Werbetrommel für das Pokalspiel zu rühren – das ist gar nicht nötig: Über 51 000 Karten waren am Montagmittag schon für die Partie gegen den Drittletzten der 2. Liga verkauft. Der Grund ist ein anderer: Schalke will sein königsblaues Profil für jedermann sichtbar schärfen – darum hat Manager Horst Heldt die Kabine in der Arena umgestalten lassen. „Schalke, wir leben dich“, steht über allem, auch in der Kabine. Das sollen die Spieler spüren. Und leben.

Jeder hat seinen eigenen Platz: Mit Konterfei und Namenszug. Und Rückennummer. Okay, ein kleiner Lapsus, dass Marco Höger hier die Nummer zehn zugeordnet ist statt der zwölf, die er auf dem Trikot trägt. Aber sonst wirkt alles perfekt. Ein Duschraum für alle, Massagebänke, Fitnessräder, auch eine Toilette für den vor dem Anpfiff nervösen Profi. Alle Türen sind beim Ortstermin offen – alle bis auf eine. Die zum Trainerzimmer bleibt verschlossen. Zu tief will Stevens doch nicht blicken lassen.

Massageöl und Männerschweiß

Auf einem der Plätze soll an diesem Dienstag Max Meyer sitzen – der neueste Rohdiamant aus der Knappenschmiede. Stevens will einigen Spielern, die zuletzt immer am Ball waren, eine Pause gönnen. Nicht aus fehlendem Respekt vor Sandhausen: „Damit hat das nichts zu tun“. Er will vielmehr anderen Jungs zeigen, dass sie auch dazu gehören. Sead Kolasinac zum Beispiel, oder eben Max Meyer, der erst 17 ist und zum ersten Mal diese Kabinenluft atmen darf. Massageöl und Männerschweiß. Vielleicht wird er sogar eingewechselt.

Schon der Weg von der Kabine zum Platz ist beladen mit Schalker Tradition: Auf den blütenweißen Kacheln sind alle Erfolge der Vereinsgeschichte festgehalten – vom Ruhrbezirksmeister 1927 bis zum DFB-Pokalsieger 2011. Daran wollen sie anknüpfen, auch wenn Huub Stevens ganz sicher nicht zum Träumen neigt. „Diese Zeit ist vorbei“, lacht er und sagt: „Lass uns erstmal eine Runde weiter kommen.“ Heute Abend ab halb neun. Das Klappern der Fußballschuhe: Man kann es schon hören.

 
 

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