Schalke war in Magath-Ära offenbar ein Selbstbedienungsladen

Der ehemalige Schalke-Boss Felix Magath (l.) stattete Jose Manuel Jurado mit einem sehr gut dotierten Vertrag aus.
Der ehemalige Schalke-Boss Felix Magath (l.) stattete Jose Manuel Jurado mit einem sehr gut dotierten Vertrag aus.
Foto: imago
In der Ära von Felix Magath erfüllte der FC Schalke 04 offenbar jeden Spielerwunsch. Am Sonntag wurden pikante Zahlen aus einer längst vergangenen Zeit publik gemacht. In der Saison 2010/11 war Klaas-Jan Huntelaar der Top-Verdiener. Nur im Mittelfeld lag Manuel Neuer. Der hatte einen alten Vertrag.

Gelsenkirchen. Für Schalke sind die Zahlen, nun ja, doch ein wenig unangenehm, und über Unangenehmes spricht man nicht so gerne. Entsprechend zugeknöpft gab sich die königsblaue Führungsspitze am Sonntag, nachdem das Nachrichtenmagazin Der Spiegel pikante Zahlen aus einer längst vergangenen Zeit publik gemacht hatte. Zahlen aus der Zeit, in der Felix Magath auf Schalke die Verträge machte. Und die vom Klub nicht lauthals dementiert wurden.

Schalke-Torjäger Huntelaar der Top-Verdiener

Vieles klingt so, als sei Schalke damals ein Selbstbedienungsladen gewesen. Zum Beispiel bei Jose Manuel Jurado, den Magath mit dem Versprechen eines jährlichen Festgehalts von 3,96 Millionen Euro nach Schalke lockte. Der Spanier Jurado war in Deutschland ein relativ unbekannter Spieler und hatte in spanischen Zeitungen davon geschwärmt, dass er ein solches Angebot einfach nicht habe ablehnen können. Jetzt weiß man, warum. Jurado liegt im internen Ranking der Top-Verdiener der Saison 2010/11 demnach auf Platz zwei. Hinter Klaas-Jan Huntelaar (4,8 Millionen Euro fix) und vor Raúl (3 Millionen Euro), der dagegen wie ein billiger Jakob wirkt. Aber der Senor bekam ja zusätzlich noch Extra-Zahlungen von Real Madrid.

Anderes ist dagegen erklärbar – gleichwohl trotzdem kurios. So lag Manuel Neuer in seiner letzten Saison auf Schalke mit einem jährlichen Festgehalt von 1,2 Millionen Euro teamintern nur auf Platz 13. Der Grund: Neuer besaß einenVertrag, den Ex-Manager Andreas Müller ausgehandelt hatte, als er noch kein Nationaltorwart war. Und verlängern, gegen ein höheres Gehalt, wollte Neuer ja nicht... So ergab es sich, dass Weltklasse-Torwart Neuer auf Schalke exakt so viel verdiente wie der französische Ersatzspieler Nicolas Plestan – den hatte Magath in den Selbstbedienungsladen eingeladen.

Im Durchschnitt brachte es ein Schalker Profi vor zwei Jahren laut „Spiegel“ auf ein Grundgehalt von etwas mehr als eine Million Euro – die festen Personalkosten für den damals 39 Spieler umfassenden Kader betrugen mehr 39 Millionen Euro. Hinzu kamen noch diverse Prämien: Drei Spieler bekamen sogar 20 000 Euro extra pro gewonnenen Punkt – zu diesem glücklichen Trio zählte neben Huntelaar und Christoph Metzelder auch Ali Karimi.

Schalke liegt mit diesen Zahlen aus der Saison 2010/11 gemäß Spiegel-Angaben bei den Gehältern der Bundesliga auf Platz zwei – hinter dem FC Bayern und gleichauf mit dem VfL Wolfsburg. Über die Zahlen des Konzern-Klubs hatte das Nachrichtenmagazin vor einer Woche berichtet. Ein gemeinsamer Bezugspunkt lässt sich leicht finden. Im zweiten Halbjahr 2011 wurden die Verträge in Wolfsburg gemacht von: Felix Magath.

 
 

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