Schalke vom "ekligen" Darmstädter Zeitspiel-Fußball genervt

Schalke beschwert sich: Klaas-Jan Huntelaar (l.) redet mit Schiedsrichter Benjamin Brand.
Schalke beschwert sich: Klaas-Jan Huntelaar (l.) redet mit Schiedsrichter Benjamin Brand.
Foto: imago
Nach dem 1:1 gegen Darmstadt 98 ärgerten sich viele Schalker über das übertriebene Zeitspiel der Gäste. Und sie kritisierten Schiedsrichter Brand.

Gelsenkirchen. Hellmut Krug verließ zufrieden die Schalker Arena. Das lag nicht am 1:1 zwischen dem FC Schalke 04 und Darmstadt 98, das Spiel hätte schon etwas unterhaltsamer sein können. Beobachter Krug hatte gerade mit Schiedsrichter Benjamin Brand (26) aus Gerolzhofen dessen erstes Bundesliga-Spiel besprochen und ein klares Urteil getroffen: gut gepfiffen!

Einfach hatte es der 26-jährige Brand nicht. Es gab nicht zu viele Fouls. Aber der Aufsteiger aus Darmstadt verzögerte das Spiel vom Anpfiff an bei jeder Gelegenheit. "Ich fand es ziemlich übertrieben", schimpfte Schalke-Trainer André Breitenreiter und fügte hinzu: "Es waren unheimlich viele Situationen dabei, wo die Darmstädter auf dem Boden lagen und versucht haben, etwas Zeit herauszuholen. Jeder Torabstoß hat mindestens 30 Sekunden gedauert. Ich hätte mir mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter gewünscht."

Schalke-Manager Heldt kritisiert Schiedsrichter Brand

So sah das auch Manager Horst Heldt: "Die Darmstädter haben oft den Spielfluss unterbrochen. Das gehört auch dazu. Aber der Schiedsrichter kann eingreifen. Nur eine Minute länger in der ersten Halbzeit spielen zu lassen, wenn der Torwart jedes Mal 13 Sekunden braucht, um den Ball ins Feld zu bringen, sollte nicht nur dem Publikum auffallen. Dafür stehen vier Leute um das Spielfeld herum." Eine angemessene Nachspielzeit gab es lediglich in der zweiten Hälfte: fünf Minuten. Innenverteidiger Roman Neustädter fand den Schiedsrichter ebenfalls etwas zu sanft: "Der Torwart hat sich viel Zeit gelassen. Der Schiedsrichter hätte da früher eingreifen müssen. Ich weiß nicht, wie viel Zeit der Torwart auf diese Art schinden konnte."

Die Schalke-Fans ärgerten sich nicht nur über Darmstadts Zeitspiel-Keeper Christian Mathenia, sondern auch über die Spieler, die selbst bei einem kleinen Foul zu Boden sanken, als hätte sie ein linker Haken von Wladimir Klitschko erwischt. "Bei jeder Berührung sind sie gefallen und haben geschrien, als ob keine Ahnung was passiert ist", meckerte Innenverteidiger Roman Neustädter und seufzte: "Jeder versucht eben, mit seinen Mitteln zu spielen." Torwart Ralf Fährmann sah das ganz philosophisch: "Jeder muss sich selber hinterfragen, wie fair das ist." Nur ein Schalker ging gar nicht auf die Darmstädter Spielweise ein. "Sie haben eben versucht, das Ergebnis zu holen. Man kann es ihnen nicht vorwerfen", erklärte Klaas-Jan Huntelaar.

Darmstadts Trainer Schuster versteht Schalke-Aufregung nicht

Darmstadts Trainer Dirk Schuster konnte die Aufregung nicht verstehen: "Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles versucht. Wenn wir versucht hätten, mit Schalke Fußball zu spielen, wäre es ein Desaster geworden. Eine ganz stabile defensive Grundordnung und schnelles Umschaltspiel waren das richtige Rezept. Dass dann mal eine Verletzung dazukommt und eine Behandlung nötig ist, ist auch normal. Sollen sie mit einem Bein weiterspielen?"

Was die Schalker kaum tröstet: Sie werden nicht der einzige Gegner sein, der sich über die Spielweise der "Lilien" ärgert. "Wir waren ein ekliger Gegner - und das werden wir bleiben. Darauf können sich alle freuen", sagte Darmstadts Marco Sailer. Schalke-Trainer Breitenreiter wurde am Ende auch versöhnlich: "Das war nicht der Grund, warum wir nicht gewonnen haben."

 
 

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