Schalke verliert umkämpftes Spiel mit 1:3 gegen Gladbach

Franco Di Santo (links) konnte für die Schalker keinen Treffer erzielen.
Franco Di Santo (links) konnte für die Schalker keinen Treffer erzielen.
Foto: imago
Der FC Schalke hat in Gladbach einen Rückschlag erlebt und 1:3 verloren. Johannes Geis sah wegen eines harten Fouls die Rote Karte.

Mönchengladbach. Man kennt sich, man mag sich. Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl umarmte herzlich seinen Kollegen Horst Heldt vom FC Schalke 04, und Schalkes Trainer André Breitenreiter lobte überschwänglich die Arbeit seines Kollegen André Schubert. Und das nach einem Bundesligaspiel, in dem es einigen Zündstoff gegeben hatte. Die Gladbacher gewannen am Sonntag mit 3:1 und kämpften sich mit dem fünften Sieg in Serie nach ihrem missratenen Saisonstart wieder ein Stück weiter nach oben, während der Tabellendritte Schalke einen Rückschlag erlebte.

Überschattet wurde das Spiel von einer Szene in der 81. Minute: Der Schalker Johannes Geis stieg überhart gegen den eingewechselten Gladbacher André Hahn ein - die Karte, die Schiedsrichter Wolfgang Stark zückte, war dunkelrot gefärbt. “Ein ganz fieses Ding”, sagte Gladbachs Manager Eberl, der aber auch erwähnte, dass Geis (Note 5,5 in unserer Einzelkritik) mit schlechtem Gewissen in die Gladbacher Kabine gekommen war, um sich nach Hahn zu erkundigen. Der war auf der Trage vom Rasen gebracht und sofort ins Krankenhaus transportiert worden, die Diagnose stand am Sonntagabend noch aus.

"Es war seine erste Rote Karte"

“Johannes ist ziemlich fertig”, berichtete Horst Heldt. “Es war seine erste Rote Karte. Seine Orientierung galt dem Ball, es war nicht seine Absicht, den Gegner so schwer zu verletzen. Aber dem Schiedsrichter kann man in diesem Fall keinen Vorwurf machen.”

In zwei anderen Fällen allerdings fühlten sich die Schalker von Stark schwer benachteiligt. In der 32. Minute gerieten sie mit 0:1 in Rückstand, weil Stark auf Elfmeter entschieden hatte, nachdem Julian Korb bei Dennis Aogo eingefädelt hatte. Beim Schuss vom Punkt scheiterte Lars Stindl zunächst an Ralf Fährmann, der Ball kam hoch zu Stindl zurück, Benedikt Höwedes stieg mit ihm hoch, verlor aber das Kopfballduell, so dass Stindl am Ende doch jubelte.

Extrem glücklich glichen die in der ersten Halbzeit unsortierten und uninspirierten Schalker kurz vor der Pause aus. Nach einer Ecke von Geis wurde der Ball zunächst abgewehrt, im Rückraum nahm ihn Leroy Sané direkt, eher zufällig landete die Kugel bei Max Meyer, der quer nach innen passte - wo der Gladbacher Andreas Christensen den Fuß hinhielt. Eigentor, 1:1, alles wieder offen.

Die zweite Halbzeit war intensiver und unterhaltsamer, weil sich die Schalker dazu entschlossen hatten, nun auch aktiv an diesem Fußballspiel teilzunehmen. “Und ausgerechnet in der Phase, als wir besser waren als Gladbach, fiel durch eine zweite Fehlentscheidung das zweite Gegentor”, kritisierte Horst Heldt. Joel Matip hatte Ibrahima Traoré an der Strafraumgrenze nur leicht berührt, Traoré fiel, der Schiedsrichter pfiff, und Raffael zirkelte den Freistoß gekonnt direkt zum 2:1 in der 70. Minute ins Netz. Weil sich Schalke beim Bemühen um den Ausgleich mit dem Platzverweis von Geis selbst schwächte, machte Julian Korb in der 84. Minute mit dem 3:1 für Gladbach alles klar.

Gladbach kommt am Mittwoch nach Schalke

Schon am Mittwochabend sehen sich die beiden Teams wieder, wenn Gladbach zum Zweitrundenspiel im DFB-Pokal nach Schalke kommt. “Dann wollen wir es natürlich besser machen”, sagte Breitenreiter, und Schubert fügte hinzu: “Wir würden auch gerne weiterkommen.” Beide Trainer lächelten. Ein angenehm versöhnliches Ende eines Abends, an dem sich Menschen, die sich weniger gut verstehen, auch heftig hätten streiten können.

 
 

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