Gelsenkirchen

Schalke-Ultras feuern mit Plakaten gegen Heidel: „70 Millionen ausgegeben - dafür 70 Prozent der Identität verloren“

Andreas Ernst
Einige Schalke-Fans kritisieren die Transferpolitik.
Einige Schalke-Fans kritisieren die Transferpolitik.
Foto: Twitter/Ernst

Gelsenkirchen. Schalkes Sportvorstand Christian Heidel musste sich vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels der Königsblauen gegen den VfB Stuttgart Kritik der Ultras gefallen lassen. Der einflussreiche Fanklub präsentierte in der Nordkurve gleich drei Plakate, die sich gegen die Einkaufspolitik Heidels positionieren.

Auf dem ersten Plakat hieß es: „70 Millionen ausgegeben - dafür 70 Prozent der Identität verloren.“

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Vor drei Jahren noch acht Spieler aus der Knappenschmiede auf dem Platz

Damit spielen die Ultras darauf an, dass nur noch fünf Spieler aus der Knappenschmiede zum Kader gehören. Im Sommer gingen unter anderem der langjährige Kapitän Benedikt Höwedes und Sead Kolasinac.

Zudem erhielten auch ehemalige U19-Spieler wie Haji Wright und Luke Hemmerich nicht die Chance, sich auch in der Bundesligasaison bei den Profis zu beweisen. Vor drei Jahren hatten noch acht auf Schalke ausgebildete Spieler im Champions-League-Spiel bei Real Madrid in der Startelf gestanden.

„Identitätsverlust stoppen - Knappenschmiede stärken!“

Auf dem zweiten Plakat stand deshalb: „Identitätsverlust stoppen - Knappenschmiede stärken!“ Und während die Ultras das dritte Plakat präsentierten („Die Wurzeln achten und nicht vernichten!“), feierten sie Höwedes, der inzwischen bei Juventus Turin spielt.

Trainer Domenico Tedesco hatte Höwedes als Kapitän abgesetzt und in den ersten Pflichtspielen nicht eingesetzt.

„Vom Autohändler zum Identitätsschänder“

Während die Ultras den ehemaligen Macher des FSV Mainz 05 nicht persönlich erwähnten, wurde Heidel auf zwei weiteren Plakaten direkt erwähnt. „Vom Autohändler zum Identitätsschänder“, hieß es dort, die Buchstaben „CH“ hatten die Fans in roter Farbe hervorgehoben.

Vor seiner Tätigkeit in Mainz hatte Heidel als Autoverkäufer gearbeitet.

Der Ton der königsblauen Fans gegenüber Christian Heidel wird nach einer durchschnittlichen ersten Saison und einer turbulenten Transferphase härter. Die Mannschaft beeindruckten die Plakate und die Höwedes-Sprechchöre wenig.