Schalke-Trainer Stevens warnt vor Augsburg

Ralf Wilhelm
Nur in Europa ist die Arbeit so gut wie erledigt: Trainer Huub Stevens (stehend) und Co-Trainer Seppo Eichkorn beglückwünschen sich.                                                                                                           (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Nur in Europa ist die Arbeit so gut wie erledigt: Trainer Huub Stevens (stehend) und Co-Trainer Seppo Eichkorn beglückwünschen sich. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
Foto: Bongarts/Getty Images
In der Bundesliga und im DFB-Pokal warten noch einige schwierige Aufgaben auf den FC Schalke 04. Am Sonntag kommt der Aufsteiger FC Augsburg in die Arena. "In der Bundesliga gibt es keine leichten Aufgaben", sagt Trainer Huub Stevens.

Gelsenkirchen. Auch wenn der FC Schalke 04 seit Donnerstagabend die Garantie auf ein Überwintern in Fußball-Europa fest verbucht hat, ist von vorweihnachtlicher Adventszeit rund um die Arena noch nichts zu spüren. „Also, ich sehe uns noch nicht unter dem Weihnachtsbaum“, schätzt Trainer Huub Stevens die Lage vor dem Bundesliga-Sonntagspiel gegen Aufsteiger FC Augsburg (17.30 Uhr, live im DerWesten-Ticker) noch sehr arbeitsintensiv ein. Das Programm hat es ja auch so noch in sich: Die Bundesliga-Partien in Berlin und gegen Bremen, dazwischen der nun entspannte Israel-Ausflug zum letzten Gruppenspiel in Haifa (14. Dezember) – und als krönender Abschluss der Pokal-Hit in Mönchengladbach (21. Dezember, live im DerWesten-Ticker). Da bleibt noch kein Gedanke ans Christkind.

Für kleine Irritationen bei den Bukarestern sorgte die Ankündigung Stevens’, beim Spiel in Haifa einige Spieler aus der Stammelf schonen zu wollen, was den Rumänen gar nicht gefiel, schließlich sind sie mit den Israelis noch in einem Fernduell um den zweiten Gruppenplatz. Tags darauf relativierte der Schalke-Coach seine Aussage: „Das heißt ja nicht, dass wir die Partie in Haifa abschenken werden. Als Sportler will ich immer gewinnen, und die Spieler, die dann zum Einsatz kommen, werden sich beweisen wollen.“

Nun gilt es am Sonntag erst einmal zu beweisen, dass die Derby-Niederlage vom letzten Wochenende hinreichend verdaut ist. Wer Huub Stevens dieser Tage zusätzlich reizen will, der sollte mal ruhig erwähnen, dass mit Augsburg eine leichtere Aufgabe im Liga-Alltag auf seine Mannschaft warte. „In der Bundesliga gibt es keine leichten Aufgaben. Und mit Augsburg kommt ein Team, dass sehr kompakt spielt und immer versucht, schnell auf Angriff umzuschalten, wenn sich die Möglichkeit bietet. Darauf müssen wir uns einstellen“, warnt er vor den Gedanken an einen Selbstläufer.

Die Ansätze, die Stevens von seiner Mannschaft gegen Steaua sah, haben ihm durchaus gefallen: „Die erste halbe Stunde habe ich uns sehr gut gesehen, nach dem Ausgleich haben wir einen Knacks bekommen. Aber nach dem Wechsel haben wir es ganz ordentlich hinbekommen; gegen eine rumänische Mannschaft, die man erst einmal bespielen muss.“

Trainerlob für Jurado und Baumjohann

Auch einzelne Schalke-Akteure bekamen von ihrem Coach ein durchaus zufriedenstellendes Zwischenzeugnis ausgestellt. Beispielsweise Jose Manuel Jurado und Alexander Baumjohann auf den Außenpositionen im Angriff. „Man darf nicht vergessen, dass sie ihre Qualitäten eigentlich auf anderen Positionen haben, im Mittelfeld liegen ihre natürlichen Fähigkeiten. Dafür haben sie es gut gelöst.“ Und auch mit der Leistung von Stürmerstar Raúl war er diesmal ohne Wenn und Aber einverstanden: „Nicht nur wegen seines Tores war ich sehr zufrieden. Wenn ich nur sehe, welche Wege er im Spiel gegangen ist“, lobte Stevens den Spanier, der sein erstes Europa League-Tor erleichtert gefeiert hatte.

Auf jeden Fall wird der Schalke-Trainer diesmal im Defensivbereich zu Umstellungen gezwungen sein. Kyriakos Papadopoulos und Jermaine Jones, die beiden Herren fürs Grobe, müssen aufgrund ihrer Gelbsperren untätig zuschauen. Wer sie letztendlich ersetzen soll, diese Entscheidung lässt sich Stevens möglicherweise bis zum Spieltag offen. Zwar ist Benedikt Höwedes früher als erwartet bereits am Freitag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, das er auch ohne äußere Anzeichen problemlos überstand, aber sein Trainer gibt sich vorsichtig: „Wir müssen abwarten, wie Bene die Einheiten verkraftet, ein Risiko werden wir auf keinen Fall eingehen.“ Im Notfall stünde Christoph Metzelder für einen Einsatz bereit, aber auch der habe sich, laut Stevens, nach seiner Krankheit im Training schwer getan, wieder Fuß zu fassen.