Schalke-Trainer Keller setzt auf Gespräche im Hotel

Andreas Ernst
Im DFB-Pokalspiel gegen Mainz 05 am Dienstag wird der neue Schalke-Trainer Jens Keller noch nicht viel verändern. „Es geht noch nicht um das Ideal, wie ich Fußball spielen lassen möchte“, sagte Keller am Montag.

Gelsenkirchen. Bisher konnte der neue Schalke-Trainer Jens Keller nur Kleinigkeiten ändern. Das Training findet später statt, das Abendessen im Mannschaftshotel ebenfalls. Vor dem DFB-Pokalspiel gegen den FSV Mainz 05 (Dienstag, 19 Uhr, live im DerWesten-Ticker) will Keller in vielen Gesprächen den verunsicherten Spielern Mut machen.

„Im Hotel werde ich mit dem einen oder anderen das Gespräch suchen“, sagte Keller. Auf den Gegner Mainz hat er sich mit seinen Assistenten beim Videostudium vorbereitet. „Wir haben schon eine Idee, wie wir das angehen“, sagte Keller. Eine neue Taktik gibt es aber erst einmal nicht.

Schalke-Trainer Keller will Aufstellung nicht grundsätzlich verändern

„Es geht noch nicht um das Ideal, wie ich Fußball spielen lassen möchte. Das geht mit anderthalb Trainingseinheiten nicht. Es wird viel über die psychologische Schiene gehen“, sagte Keller.

Die Aufstellung will er nicht grundsätzlich verändern: „Dass wir ein Experiment machen und einen Spieler ins kalte Wasser werfen, gibt das Spiel nicht her“. Fehlen werden Ibrahim Afellay, Kyriakos Papadopoulos und Atsuto Uchida. Der Einsatz von Marco Höger (Jochbeinbruch) ist fraglich.

Wir haben Keller am Donnerstag genau zugehört:

Jens Keller über seine Vorstellung von Fußball: „Attraktiv, offensiv, erfolgreich.“

Keller auf die Frage, wie intensiv er die Schalker Profis verfolgt hat: „Ich bin ein Fußballverrückter, habe beim Training zugeschaut und alles verfolgt. In erster Linie war ich aber U17-Trainer und darauf konzentriert.“

Keller auf die Frage, ob den vielen Nationalspielern der Respekt fehlen könnte: „Die Spieler haben mir gestern zugehört und haben das, was ich umsetzen wollte, sofort gemacht. Da habe ich keine Angst. Im Moment sind die Spieler mir gegenüber sehr respektvoll aufgetreten. Keine Frage: Natürlich muss ich als junger Trainer die Mannschaft überzeugen.“

Keller über seinen Wohnort: „Ich lebe in Köln. Vom Ruhrgebiet habe ich außerhalb von Schalke 04 nicht viel mitbekommen. Dadurch, dass ich zwei Kinder habe, die auf die Schule gehen, stellt es für mich nicht dar, dass ich nach Gelsenkirchen ziehe. Die Spieler wohnen auch zum großen Teil in Düsseldorf, das ist auch nicht viel weiter.“

So begründet Manager Heldt seine Entscheidung pro Keller 

Auch Schalke-Manager Horst Heldt äußerte sich am Tag nach dem Trainerwechsel. Er kündigte nicht nur an, dass Schalke bis zur Winterpause einen weiteren Co-Trainer benennen wird.

Horst Heldt über seine Erwartungen: „Das Spiel ist keine leichte Aufgabe. Ich erhoffe, dass der Jens ein paar Prozent in den Gesprächen noch herausholt, sodass wir mit Mut und Elan dieses Spiel gewinnen.“

Heldt über die Fans: „Für uns ist es morgen wichtig, dass wir eine breite Unterstützung bekommen im Sinne von Schalke 04. Trotz alledem bleibt es dabei, dass jeder, der zu uns, seine Position vertritt und nach außen kehrt.“

Heldt über seine Entscheidung für Jens Keller: „Ich muss das nicht begründen. Jeder hat jung angefangen. Jens hat im Nachwuchsbereich, als Co- und Cheftrainer überall hervorragende Arbeit geleistet. Es wäre fair, nicht voreingenommen zu sein. Ich kenne ihn persönlich sehr, sehr gut. Ich weiß, wie fußballbesessen er ist. Er war ähnlich gestrickt wie ich. Er war kein Messi. Wir mussten uns durchbeißen mit den Qualitäten, die wir haben.“

Heldt über die finanziellen Folgen einer Saison ohne internationalen Wettbewerb: „Ich glaube, dass wir uns ein Polster verschaffen haben, gerade mit dem Überstehen der Gruppenphase in der Champions League. Ich hoffe, dass wir im DFB-Pokal überwintern, das wäre das nächste Polster. Entscheidend ist aber die Bundesliga und da gilt es unsere Qualität.“