Schalke-Trainer Keller bleibt vor Millionen-Spiel bei PAOK Saloniki gelassen

Nur die Ruhe bewahren: Schalke-Trainer Jens Keller kennt offenbar keine Angst.
Nur die Ruhe bewahren: Schalke-Trainer Jens Keller kennt offenbar keine Angst.
Foto: Getty Images - Archiv
Es ist die letzte Chance - alles oder nichts: Doch Schalke-Trainer Jens Keller bleibt vor dem Rückspiel der Champions-League-Qualifikation bei PAOK Saloniki gelassen. Angst um seinen Job? "Überhaupt nicht." Die Chancen? "Sehr gut."

Thessaloniki. Bei der Ankunft in Thessaloniki war es noch ruhig: Nur einige wenige Griechen hatten sich am Montag auf den Weg hinaus zum Flughafen gemacht, um Schalke 04 bereits vor den Toren der Stadt zu empfangen. Es war noch nicht zu spüren, wie gereizt die Stimmung wirklich ist, und dazu muss man auch nicht das spezielle Verhältnis zwischen Griechen und Deutschen bemühen. Dafür reichen die Ereignisse beim Hinspiel zwischen Schalke 04 und PAOK Saloniki, das 1:1 endete und von Drohungen und Provokationen abseits des Platzes belastet wurde.

Obwohl die zweite Partie an diesem Dienstag (20.45 Uhr MESZ, ZDF und in unserem Live-Ticker) wegen Ausschreitungen griechischer Fans in der vergangenen Saison als Geisterspiel ohne Zuschauer ausgetragen wird, richtet sich Schalkes Manager Horst Heldt auf allerhand ein: „Das wird spannend.“

Schalke-Trainer Keller wirkte bemerkenswert druckresistent

Die äußeren Umstände sind so ungewöhnlich wie das, was auf dem Spiel steht. Schalke will wie im Vorjahr wieder in die Gruppenphase der Champions League – diesen Anspruch hat der Klub an sich selbst gestellt, obwohl die Königsblauen bislang noch nie zweimal in Folge in der Königsklasse vertreten waren. Doch für die Weiterentwicklung des Vereins wäre die Teilnahme unerlässlich; nicht nur wegen der 20 Millionen Euro, die es hier zu verdienen gibt.

Vor allem aber will Schalke auch den Platz unter den besten 20 Mannschaften Europas, den man sich in den vergangenen Jahren mühsam erspielt hat, nicht wieder hergeben. Dumm nur, dass die Mannschaft ausgerechnet vor diesem so wichtigen Spiel tief in der Krise steckt. Und dumm auch, dass es auf der gegnerischen Seite mit Huub Stevens einen alten Bekannten gibt, der das verhindern möchte. Viel mehr Brisanz geht nicht.

Führt man sich dieses Spannungsfeld vor Augen, dann wirkte Schalkes Trainer Jens Keller auf dieser Reise nach Griechenland schon bemerkenswert druckresistent. Vor dem Abflug gesellte er sich am Düsseldorfer Flughafen zu den wenigen Fans, die mitreisen durften. Später plauderte er über die Marschroute („keinen Hurrafußball“) und taxierte die Aussichten fürs Weiterkommen („ich denke, dass wir sehr gute Chancen haben – im Prinzip reicht uns ein Tor“).

Und selbst bei der Frage, die einen Huub Stevens zum platzen bringen würde, reagierte Keller professionell. Es war die Frage, ob er um seinen Job bangen würde. Wie aus der Pistole geschossen, antwortete er: „Überhaupt nicht“.

Schalker Jones hat "keinen Bock, wieder auszuscheiden"

Nun kann man Keller nicht fehlenden Realitätssinn vorwerfen. „Wir wissen alle, wie das Geschäft aussieht“, sagt er. Und ob sein Mentor, nämlich Manager Horst Heldt, es auch nach einem möglichen Scheitern in Saloniki noch als „selbstverständlich“ bezeichnet, dass Keller Trainer bleibt, muss man abwarten. Vor allem aber fühlt sich der 42 Jahre alte Keller erprobt in diesen Drucksituationen und verweist auf das letzte Spiel der vergangenen Saison, als Schalke in Freiburg nicht verlieren durfte, um den vierten Tabellenplatz zu sichern – am Ende gewann die Mannschaft mit 2:1.

Dieses Erfolgserlebnis halten sie sich vor Augen, denn auch die Spieler, mögen sie in den vergangenen Wochen auch noch so schlecht gespielt haben, haben keine Lust, am Mittwoch mit dem Makel des Scheiterns wieder nach Hause zu fliegen. Jermaine Jones macht es kurz und knapp: „Ich bin 2008 schon mal in den Playoffs ausgeschieden und habe keinen Bock, wieder auszuscheiden.“

Es wird spannend an diesem Dienstag im Toumpa-Stadion von Thessaloniki, in dem normalerweise 28.000 Griechen Rabatz machen – in das diesmal aber nur knapp 500 Ausgewählte, darunter 225 Schalker, Einlass finden.

Während der 90 Minuten gewiss kein Nachteil für die Gäste, aber vor dem Spiel dürfte dafür umso mehr los sein. Heldt erwartet „einen intensiven Begleitschutz der Griechen auf dem Weg zum Stadion“ und will damit sagen: Die PAOK-Fans werden schon dafür sorgen, dass die Schalker sich nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlen werden.

 
 

EURE FAVORITEN