Schalke-Trainer Jens Keller grantelt vor dem Chelsea-Spiel

Schalkes Trainer Jens Keller und Kevin-Prince Boateng.
Schalkes Trainer Jens Keller und Kevin-Prince Boateng.
Foto: dpa
„Wenn ich die unsachlichen Dinge an mich heranlassen würde, würde ich mich aus dem Fenster stürzen – und dafür ist mir mein Leben zu schön“, sagt er vor der Partie beim FC Chelsea. Die Mannschaft komme in der öffentlichen Beurteilung zu schlecht weg,

London. Englisches Wetter in London, englischer Rasen an der berühmt-berüchtigten Stamford Bridge des FC Chelsea – „es ist ein Highlight-Spiel“, sagte Schalkes Trainer Jens Keller mit scheinbar großer Begeisterung. Doch die Vorfreude auf den Hit in der Champions League an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Sky und in unserem Ticker) beim FC Chelsea kam nicht ungetrübt rüber.

Jens Keller wirkte vor dem Spiel ungewöhnlich bissig, und als Grund gab er an, dass er und die Mannschaft nach seinem Empfinden zu schlecht wegkommen würden in der öffentlichen Beurteilung. Schalke sei in den vergangenen Wochen eine Krise angedichtet worden, die es in dieser Form nicht gegeben habe. Wenn also alles gut ist, dann kann die Mannschaft heute Abend an der Stamford Bridge ja frei aufspielen.

Zu verlieren hat Schalke beim FC Chelsea jedenfalls nichts. Selbst Manager Horst Heldt macht die Rechnung auf, dass jeder gewonnene Zähler nur ein Bonuspunkt im Fernduell mit dem FC Basel um den zweiten Gruppenplatz wäre: „Ich gehe davon aus, dass es erst am letzten Spieltag im direkten Duell mit Basel eine Entscheidung geben wird.“ Bis dahin müsse man sich in Position bringen: Basel hat heute zu Hause gegen Bukarest die leichtere Aufgabe, Schalke muss am 26. November in Rumänien drei Pflicht-Punkte einsammeln. Allerdings: Dass Chelsea keine Mannschaft von einem anderen Stern ist, hatte Basel am ersten Spieltag mit einem 2:1-Sieg an der Stamford Bridge gezeigt.

Schalke will Chelseas Kontertaktik kopieren

Schalke hat das Hinspiel zu Hause gegen das Team von Star-Trainer José Mourinho glatt mit 0:3 verloren – „eine herbe Klatsche, die wir nicht auf uns sitzen lassen können“, fordert Benedikt Höwedes. Damals waren die Königsblauen ganz früh nach einem Fehler bei einer Standardsituation in Rückstand geraten und danach noch zweimal ausgekontert worden. Diese Kontertaktik will der Kapitän der Königsblauen heute kopieren: „Das wird unsere Marschroute sein“. Wichtig sei dabei, mit der nötigen Aggressivität das eigene Tor zu verteidigen. „Wir sind auf jeden Fall nicht zum Sightseeing hier“, versichert Kevin-Prince Boateng, der früher in England gespielt hat und in fünf Duellen mit dem FC Chelsea noch kein einziges Mal gewonnen hat.

Ob sie den Biss, den sie vor dem Spiel aufbrachten, heute auch auf dem Rasen werden zeigen können, müssen sie aber erst noch beweisen. Auch Benedikt Höwedes war nach seiner guten Leistung beim 2:0-Sieg in Berlin wieder obenauf und bescheinigte sich selbst bisher eigentlich eine ganz ordentliche Saison. „Ich sehe das nicht ganz so kritisch“, sagte er jedenfalls am Dienstag, als er auf seine schwankenden Leistungen angesprochen wurde: Wenn man viele Gegentore kassieren würde, habe man zwar nicht viele Argumente, sagte der Abwehrchef, aber: „Ich stehe nicht allein auf dem Platz und habe oft meinen Mann gestanden.“ Er würde, betonte der 25-Jährige, bei seinen Beurteilungen oft den Respekt vermissen.

Jens Keller macht sich Luft

Da sitzt der Kapitän offenbar in einem Boot mit dem Trainer. Auch Jens Keller machte sich am Dienstag Luft und sagte: „Wenn ich die unsachlichen Dinge an mich heranlassen würde, würde ich mich aus dem Fenster stürzen – und dafür ist mir mein Leben zu schön.“

Mittwoch, 20.45 Uhr an der Stamford Bridge: Englisches Wetter, englischer Rasen. Und Schalke kommt offenbar mit Biss.

 
 

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