Schalke-Trainer Di Matteo presst Wellenreuther in brutale Lage

Werder-Torschütze Sebastian Prödl kommt mit dem Kopf höher als Schalker Torwart Timon Wellenreuther mit der Faust, ein Augenblick später rauscht der Ball zum 1:1-Ausgleich ins Schalker Netz.
Werder-Torschütze Sebastian Prödl kommt mit dem Kopf höher als Schalker Torwart Timon Wellenreuther mit der Faust, ein Augenblick später rauscht der Ball zum 1:1-Ausgleich ins Schalker Netz.
Foto: imago/Team 2
Der 19-jährige S04-Keeper Tmon Wellenreuther patzt in der Nachspielzeit gegen Bremen. Dabei sind Fehler im System von Trainer Di Matteo nicht vorgesehen. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Es gibt Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind. Wanne und Eickel zum Beispiel, Black und Decker, oder auch die Fußball-Bundesliga und die Torwartfrage.

Noch vor Beginn der ersten Saison im Sommer 1963 sagte Rudi Gutendorf, Trainer des Meidericher Spielvereins: „Ich brauche einen Torwart.“ Er holte Manfred Manglitz aus Leverkusen zu der Truppe Duisburger Jungs und wurde überraschend Vize-Meister. Manglitz entwickelte sich zum Nationaltorhüter.

Die Zeiten haben sich geändert, die Torwartfrage ist geblieben. So hat der FC Bayern München für Torwart Manuel Neuer über 30 Millionen Euro an den FC Schalke überweisen. Den Wert Neuers konnte man unter anderem bei der WM ablesen, als er das Achtelfinale gegen Algerien fast im Alleingang gewann.

Trotz Fehler ist Schalke weiter gut im Rennen

Nun ist der FC Schalke auch nach dem Weggang Neuers auf der Torwartposition vernünftig besetzt. Ralf Fährmann und Fabian Giefer sind Keeper, mit denen man das Ziel Qualifikation für die Champions League gut erreichen kann. Es ist Pech, dass Fährmann und Giefer jetzt gleichzeitig verletzt ausfallen. Der 19-jährige Timon Wellenreuther muss einspringen. Er tut, was er kann. Aber er hat ein Problem: Im Spielsystem des Schalker Trainers Roberto Di Matteo geht es zunächst um Fehlervermeidung.

Doch ausgerechnet auf der einzigen Position im Team, auf der Fehler nicht mehr auszubügeln sind, steht nun ein Nachwuchsspieler. Bei den Toren zum 0:1 in Frankfurt und zum 0:1 in der Champions League gegen Real Madrid hätte ein erfahrener Spitzentorhüter die Flanken vielleicht abgefangen. Beim 1:1-Ausgleich der Bremer in der Bundesliga, der Schalke jetzt in der Nachspielzeit den Sieg kostete, kam Wellenreuther nicht an den hohen Ball.

Eine brutale Lage, in die der Trainer den 19-Jährigen zwangsweise pressen muss. Wellenreuther und Schalke haben aber einen Trost: Auch die anderen Klubs leisten sich Fehler, und Schalke ist daher beim Kampf um die Champions-League-Plätze weiter gut im Rennen.

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