Schalke-Torhüter Ralf Fährmann jagt seinen Zu-Null-Rekord

Manfred Hendriock
Sicherer Schalker Rückhalt: Torhüter Ralf Fährmann.
Sicherer Schalker Rückhalt: Torhüter Ralf Fährmann.
Foto: imago/Team 2
Schalkes Torwart ist seit 318 Minuten ohne Gegentor. Und nähert sich damit beim Spiel am Samstag in Hamburg seinem persönlichen Rekord.

Gelsenkirchen. Zum Hamburger SV hat Schalkes Trainer André Breitenreiter eine ganz „besondere Beziehung“ – schließlich hat er dort vier Jahre als Profi gespielt und einmal sogar ein Kunststück fast wie dieser Tage Robert Lewandowski vollbracht: Im Spiel um den Inter-Toto-Cup gegen den dänischen Klub Ikast FS wurde „Breite“ als Stürmer zur Pause eingewechselt und erzielte binnen 19 Minuten einen Hattrick. „Blitz-Bomber“ nannte ihn damals der Boulevard, und Breitenreiter erzählt die Geschichte heute noch mit Genuss.

Es ist für den 41-Jährigen also so etwas wie ein Treffen mit der „Ex“, wenn Schalke an diesem Samstag um 18.30 Uhr (live in unserem Ticker) beim Hamburger SV antritt – bei einer „Ex“, in dieser Saison wieder etwas aufgehübscht daher kommt. „Der HSV hat seit längerer Zeit wieder eine erfolgreiche Phase, wirkt sehr kompakt, ist spielstark und erzielt Tore“, beschreibt Breitenreiter. Doch im gleichen Atemzug sagt der Schalker mit der Zuversicht des Erfolgreichen: „Uns geht es aber auch nicht anders. Wir haben auch dreimal in Folge zu null gespielt.“

HSV gegen Schalke – ein Bundesliga-Topspiel, das man so nicht unbedingt auf der Rechnung hatte.

Breitenreiter legt großen Wert auf die Feststellung, dass Schalke als Team mit vereinten Kräften wieder in die richtige Spur gekommen ist – alles andere ginge ja auch nicht. Und dennoch: Dass Schalke jetzt dreimal in Folge zu null gespielt hat, liegt vor allem auch an Torwart Ralf Fährmann, der sich gerade in den vergangenen beiden Spielen förmlich in einen Rausch gesteigert hat. Beim 1:0 am Sonntag in Stuttgart vermittelte er fast das Gefühl der Unbezwingbarkeit – und beim 2:0 gegen Frankfurt war er vor allem in der Schlussphase da, als er gebraucht wurde. Schon nach seinem Dauerbeschuss in Stuttgart sagte er überglücklich: „Das sind die Spiele, für die man lebt und die man auch genießt.“

Fährmann ist schon lange in bestechender Form

Endstation Fährmann – auch deswegen ist Schalke so stabil. Insgesamt gab es in dieser Saison in acht Pflichtspielen erst fünf Gegentore – das letzte am 13. September beim 2:1-Sieg gegen Mainz in der 42. Minute durch Yunus Malli. Danach spielte Fährmann dreimal zu null (3:0 in Nikosia, 1:0 in Stuttgart, 2:0 gegen Frankfurt), sodass Schalkes Nummer eins jetzt seit 318 Minuten unbezwungen ist und sich langsam seinem persönlichen Rekord nähert. Der stammt aus der Saison 2013/14, als er über 470 Pflichtspiel-Minuten ohne Gegentor geblieben war. Wenn Fährmann jetzt auch in Hamburg seinen Kasten sauber hält, kann er am nächsten Donnerstag im Europa-League-Spiel gegen Tripolis seinen persönlichen Rekord knacken.

Breitenreiter weiß, was Schalke seinem Torwart zu verdanken hat: „Es gibt immer Spieler, die besondere Leistungen bringen – dazu zählt auch Ralf Fährmann, der in bestechender Form ist, und das schon seit langer Zeit.“

In Hamburg soll’s wieder so sein.