Gelsenkirchen

Schalke-Stürmer Marko Pjaca überzeugt Domenico Tedesco

Im Jubel vereint: Schalkes Trainer Domenico Tedesco bedankt sich nach dem Sieg nicht nur bei Max Meyer, sondern auch bei Marko Pjaca (2. von rechts) und Breel Embolo.
Im Jubel vereint: Schalkes Trainer Domenico Tedesco bedankt sich nach dem Sieg nicht nur bei Max Meyer, sondern auch bei Marko Pjaca (2. von rechts) und Breel Embolo.

Gelsenkirchen.  Marko Pjaca ist nicht der Typ Quälgeist – er ist keiner, der dem Gegner die ganze Zeit über auf den Fußnägeln steht und ihn damit nahe an den Rand der Verzweiflung bringt. Pjaca ist eher einer für die gezielten und wohl dosierten Nadelstiche. Manchmal wirkt er sogar nur verhalten am Spielgeschehen beteiligt, aber wenn er dann in Erscheinung tritt, dann hat der 22 Jahre alte Kroate durchaus eine große Qualität, um den Gegner zu quälen. Dann ist Pjaca da – so wie beim 1:0-Sieg gegen Hertha BSC, mit dem Schalke wieder den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga eroberte.

Torjäger trifft aus dem Nichts

Pjaca war gegen Berlin auserkoren, den Job des gesperrten Guido Burgstaller zu übernehmen, und in der 37. Minute gelang ihm das vortrefflich. Als Franco Di Santo eine Flanke von Daniel Caligiuri an den Fünfmeterraum verlängerte, war Pjaca zur Stelle und drückte den Ball humorlos über die Linie. Ein Tor, das beinahe aus dem Nichts fiel – die gute Schalker Anfangsphase war da schon passé. Später wurde Pjaca ausgewechselt, nach seinem Tor war von ihm nicht mehr übermäßig viel zu sehen. Aber die Aufgabe war erfüllt, und Pjaca war danach zufrieden: „Die erste Halbzeit war aus meiner Sicht die beste, seit ich hier bin“, sagte der Winter-Neuzugang: „Wir hatten den Ball und haben Chancen kreiert. In der zweiten Halbzeit haben wir dem Gegner zu viel den Ball überlassen, das war das Problem.“

Zwei Tore in fünf Spielen

Auch Schalkes Trainer Domenico Tedesco zieht eine positive Zwischenbilanz für den Leihspieler von Juventus Turin, der auch schon beim 1:1 gegen Hannover getroffen hatte: „Das war jetzt das fünfte Spiel für Marko und er hat zwei Tore gemacht – das ist einfach gut. Wir sind froh, dass er da ist, er kann uns genauso helfen.“

Die Stärken sind in der Offensive

Für Pjaca, den er unbedingt haben wollte, weicht Tedesco sogar ein wenig von seiner Vorliebe ab, dass die Stürmer sich in seinem System als erste Verteidiger betätigen sollen – eine Qualität, die er zum Beispiel bei Franco Di Santo oder eben auch an Burgstaller schätzt. „Die Stärken von Marko sind ganz klar in der Offensive. Dann musst du auch ein paar Abstriche machen“, erklärt Tedesco. Unterschiedliche Spielertypen seien „gut und wichtig“, um für jede Situation das passende Stilmittel in der Hinterhand zu haben – gegen Hertha hat es mit Pjaca gepasst. Außerdem übt er Nachsicht, weil der Kroate nach seinem Kreuzbandriss in Turin immer noch leichte Knieprobleme bei erhöhten Belastungen hat: „Er war sehr lange verletzt, seine Kraft reicht noch nicht ganz für mehr als etwa 60 Minuten.“ Pjaca sei exakt so einsatzbereit für Schalke, „wie wir es erwartet haben.“

Für den 22-Jährigen war es zunächst einmal „großartig“, in der Startelf zu stehen: „Jeder will spielen – ich auch.“ Den Einwand, dass er noch nicht bereit sei für ein komplettes Spiel, kommentiert er mit einem Schmunzeln und sagt: „Bisher habe ich noch nicht 90 Minuten gespielt, aber ich denke schon, dass das demnächst möglich ist.“

Vorzug vor Amine Harit

Immerhin: Gegen Berlin bekam er den Vorzug vor Saison-Aufsteiger Amine Harit, dem Tedesco derzeit ein wenig körperliche Schonung auferlegt hat: „Amine befindet sich gerade in einem kleinen Tief. Das ist völlig normal, da kommen wir gemeinsam wieder raus.” Kein Grund zur Sorge, Harit ist erst 20 Jahre alt. Aber als Typ ist er genau der Quälgeist, der dem Gegner stets auf den Füßen steht.

 
 

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