Schalke steuert Kurs Richtung Champions League

Andree Hagel
Erzielte zwei Tore gegen Hannover: Schalkes Weltstar Raúl.
Erzielte zwei Tore gegen Hannover: Schalkes Weltstar Raúl.
Foto: Christof Koepsel/Getty Images
Der FC Schalke 04 besiegte am Ostersonntag dank zweier Raúl-Tore und eines Treffers von Klaas-Jan Huntelaar Hannover 96 mit 3:0. Die Königsblauen haben fünf Spieltage vor dem Saisonende fünf Punkte Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach sowie schon 14 Zähler auf den Tabellenfünften VfB Stuttgart.

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 steuert Kurs direkte Champions-League-Qualifikation. Das Team von Trainer Huub Stevens nutzte die Vorlage Borussia Mönchengladbachs (0:0 gegen Hertha BSC Berlin ). Es besiegte Hannover 96 am Ostersonntag-Nachmittag dank zweier Raúl-Tore und eines Treffers von Klaas-Jan Huntelaar mit 3:0 (1:0) und hat fünf Spieltage vor dem Saisonende fünf Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten sowie schon 14 Zähler auf den Tabellenfünften VfB Stuttgart. Vorbereiter aller Schalker Tore war Jefferson Farfán.

96-Trainer Mirko Slomka hatte sich auf dem Weg in die Europa League für eine sehr offensive Ausrichtung entschieden und mit drei Stürmern begonnen: Didier Ya Konan, Mohammed Abdellaoue und Mame Diouf. Indes hatte Schalkes Coach Huub Stevens im Vergleich zum 2:2 im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League bei Athletic Bilbao sein Team auf gleich sechs Positionen verändert. Gezwungenermaßen zweimal, weil Jermaine Jones (zehnte Gelbe Karte) und Joel Matip (fünfte Gelbe Karte) gesperrt waren.

Dafür rückte Christoph Metzelder in die Innenverteidigung neben Kyriakos Papadopoulos und Christoph Moritz auf eine der beiden Sechser-Positionen. Auch die zweite Sechser-Position hatte der Schalker Trainer neu besetzt: Marco Höger spielte. Dafür musste José Manuel Jurado seinen Platz räumen. Die weiteren drei Änderungen: Atsuto Uchida verteidigte rechts in der Viererkette für Tim Hoogland, während Jefferson Farfán und Julian Draxler für Lewis Holtby und Chinedu Obasi auf die Flügel ins offensive Mittelfeld rückten.

Raúl erzielte 1:0 per Kopf

Es mag ja auch sein, dass sich die Hannoveraner Gedanken über Offensiv-Fußball gemacht hatten. Zur Umsetzung kam es jedoch zunächst gar nicht, weil die Experten für jenen Offensiv-Fußball ein königsblaues Trikot trugen. Und schon in der sechsten Minute gelang dem Tabellendritten das 1:0. Nach einem Freistoß von Jefferson Farfán köpfte Raúl, der später mit einem grandiosen Hackentrick und nicht nur mit diesem begeisterte, den Ball ins lange Eck. 96-Keeper Ron-Robert Zieler blieb nichts anderes übrig als zu beobachten, dass der Ball an den Innenpfosten und anschließend ins Tor tickte. Es war der 13. Bundesliga-Saisontreffer des 34-jährigen Spaniers.

Nur neun Minuten später wurde es für das Team von Trainer Mirko Slomka erneut sehr brenzlig. Nach toller Vorarbeit von Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfán scheiterte Julian Draxler jedoch an Ron-Robert Zieler. Und der Nachschuss von Jefferson Farfán klatschte an den Aluminium.

Schalker leisteten sich schlampige Pässe

Nach dieser ersten Viertelstunde aber löste sich Hannover 96 langsam etwas aus der Umklammerung, und die Partie verlor an Niveau. Zumal sich die Schalker auch regelmäßig neben gewiss tollen sehr viele schlampige Pässe leisteten und hin und wieder viel zu leichtsinnig auftraten. Nur gut, dass Christoph Mitzelder in der 28. Minute erkannt hatte, dass Kyriakos Papadopoulos das Laufduell gegen Mohammed Abdellaoue verlieren würde. So konnte der Schalker Kapitän noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Norweger klären.

So blieb es dabei, dass Lars Unnerstall einen doch recht gemütlichen Nachmittag hatte. Und ein bisschen hatte sich in der 35. Minute nicht nur der Schalker Schlussmann schon aufs Jubeln vorbereitet. Atsuto Uchida hatte den Ball klasse zurückgelegt, aber Raúl traf den Ball dann nicht richtig, so dass Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler keine Mühe hatte.

Slomka wechselte Rausch für Pander ein

Bei Hannover 96 gab es dann schon vor der Pause den ersten Wechsel. In der 41. Minute kam Jan Schlaudraff für den verletzten Mohammed Abedallaoue. Neue Impulse versprach sich Trainer Mirko Slomka dann wohl von seiner Halbzeit-Maßnahme, nämlich Konstantin Rausch für Christian Pander zu bringen, der von den Schalker Fans – klar – begeistert empfangen worden war.

Doch der FC Schalke 04 hat nun einmal einen auch mit 34 noch grandiosen Fußballer: Raúl. Keine 120 Sekunden waren nach dem Wiederanpfiff vorbei, als der Spanier nach einem Farfán-Pass Glamour-Fußball präsentierte. Erst schüttelte er 96-Kapitän Christian Schulz ab, dann ließ er Ron-Robert Zieler passend zum Ostersonntag den Ball suchen. Nach einem herrlichen Wackler schob Raúl den Ball über die Linie, so dass der 96-Keeper dieses Ei erst in seinem Kasten wiederfand. Weltklasse! Bundesliga-Tor Nummer 14 der Schalker Nummer 7. 2:0 für die Königsblauen.

Schalke spielte Offensiv-Fußball

Die Schalker Fans feierten auf den Rängen, und Hannovers Trainer Mirko Slomka war jetzt schon fix und fertig und dachte über den drohenden Sturz auf Rang acht nach. Er saß fast nur noch, nachdem er in der ersten Halbzeit – stehend – mit Hochdruck an der Fitness seiner Arme gearbeitet hatte. Und die Schalker, sie spielten weiter: Offensiv-Fußball. Nach 63 Minuten erhöhten sie folgerichtig auf 3:0. Atsuto Uchida schickte Jefferson Farfán auf den Weg zu seiner dritten Tor-Vorbereitung in diesem Spiel. Der Peruaner legte den Ball zurück, und Klaas-Jan Huntelaar machte seinen 24. Bundesliga-Saisontreffer.

Plötzlich gab es eine kleine Überraschung, nämlich eine Möglichkeit für Hannover 96. Doch Sergio Escudero, der wie schon in Bilbao für Christian Fuchs (Infekt) links in der Viererkette verteidigte, klärte vor 61 673 Zuschauern in der Veltins-Arena klasse vor Mame Diouf (68.).

Sonderapplaus für Raúl

20 Minuten vor dem Ende gönnte Trainer Huub Stevens seinem zweimaligen Torschützen dann den verdienten Sonderapplaus der Fans. Er nahm Raúl heraus und brachte Lewis Holtby. Und fast wäre auch noch das 4:0 gefallen. Allerdings gab Schiedsrichter Tobias Stieler den Kopfball-Treffer von Kyriakos Papadopoulos nicht, weil er ein Foul des Schalker Innenverteidigers erkannt hatte.

Und sonst? Zwei Schalker Wechsel gab es noch: Teemu Pukki kam in der 77. Minute für Julian Draxler und Benedikt Höwedes für Atsuto Uchida.