Schalke stellt Strafanzeige gegen Computer-Hacker

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Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 hat auf den Angriff von Computer-Hackern reagiert und Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Am Mittwoch um 20.59 Uhr war auf der Internetseite des Vereins eine Meldung erschienen, in der es hieß, dass Kevin Kuranyi entlassen worden sei.

Gehen oder bleiben? Diese Frage hatte Kevin Kuranyi in den vergangenen Tagen selbst aufgeworfen. Widersprüchliche Interviews führten dazu, dass sogar über einen sofortigen Wechsel des Schalker Stürmers spekuliert wurde. Offenbar hat ein Internet-Hacker diese Steilvorlage aufgenommen und die Homepage des FC Schalke 04 "geknackt". Jedenfalls zierte während des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft eine Eilmeldung den Internetauftritt des Vereins. Inhalt: die Freistellung Kuranyis.

Anzeige wegen Computer-Sabotage

Allerdings dementierte der Verein die Meldung sofort. "Diese merkwürdige Meldung auf der Homepage ist eine Falschmeldung", so Schalke-Sprecher Christoph Pieper. Anscheinend habe sich ein Hacker "mit krimineller Energie" Zugang zum sogenannten "Content Management System" verschafft, über das die Inhalte der Seite verwaltet werden. "Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt", sagte Präsident Josef Schnusenberg. Am Donnerstag hat der Verein Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Computer-Sabotage gestellt.

Schon in der Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Norwegen war die Internetseite des FC Schalke 04 nicht mehr zu erreichen. Nur ein "Database Error", ein Datenbank-Fehler also, wurde angezeigt. Pieper erklärt, warum die Seite vom Netz musste: "Das Problem war, dass es sich rumgesprochen hat wie ein Lauffeuer." Es habe extrem viele Zugriffe gegeben. "Wir haben die Seite vom Netz genommen, um zu prüfen, ob weiterer Schaden angerichtet worden ist."

Kuranyi hatte Handy aus

Laut sid reagierte Kevin Kuranyi selbst gelassen auf den virtuellen Rauswurf: "Ich habe beim Abendessen mit meiner Frau mein Handy auf lautlos gestellt und daher einige Anrufe gar nicht mitbekommen", berichtete der umstrittene Stürmer. "Der erste Anrufer, mit dem ich dann gesprochen habe, berichtete mir von der Entwicklung und sagte bereits, dass es eine Falschmeldung ist. Ich habe mir dann auch überhaupt keine weiteren Gedanken gemacht."

Meldung im Wortlaut:

Hier die Meldung auf der Schalke-Homepage im Wortlaut (Quelle Reviersport):

"In einer außerplanmässigen Sondersitzung der Vereinsführung wurde heute entschieden, dass Kevin Kuranyi von seinen vertraglichen Pflichten gegenüber Schalke 04 bis auf weiteres befreit wird. Nach medienwirksamen und für den Verein untragbaren Äußerungen von Kevin gegen die Mannschaft war eine Freigabe unausweichlich. Seitens der Vereinsführung und engen Vertrauen Kevins wurden alle Bemühungen unternommen um einer Fortsetzung bei Schalke nicht im Wege zu stehen. Alle sogearteten Versuche sind gescheitert. Um die Mannschaft vor einem weiteren Imageverlust zu schützen, und die Stimmung im Verein nicht länger zu belasten, wird Kevin jetzt bedingungslos aus seinem Vertrag entlassen. Über die weiteren Pläne von Kevin und eine Ablöse von einem neuen Verein ist uns noch nichts bekannt. Kevin wird sich dazu aber noch gesondert an die Presse wenden. Uns verlässt ein ausgezeichneter Spieler der ein grosses Loch im Kader unserer Mannschaft hinterlässt, trotzdem schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft und freuen uns auf neue Herausforderungen und neue Gesichter im Verein."

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