Gelsenkirchen

Schalke-Stars brechen zur Abschlussfahrt auf - in diese Stadt geht's

Vizemeister, Nummer 1 im Pott: Schalke jubelt.
Vizemeister, Nummer 1 im Pott: Schalke jubelt.
Foto: Getty Images

Gelsenkirchen. Am Samstag Abend um 18.30 Uhr twitterte Benedikt Höwedes aus Turin. „Glückwunsch an alle Schalker zu einer fantastischen Saison“, schrieb der Ex-Kapitän, der von den Königsblauen bis Saisonschluss an Italiens Rekordmeister Juventus ausgeliehen ist. Im Vorjahr gab es für Höwedes & Co. nach dem letzten Saisonspiel in Ingolstadt (1:1) Häme und Spott. Schalke wurde enttäuschender Zehnter.

Ein Jahr später herrscht rund um die Veltins-Arena Party-Stimmung. Schalke hat die erfolgreiche Spielzeit mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg über Eintracht Frankfurt abgerundet. „Wenn man so eine Spielzeit so krönen kann, ist das einfach sensationell“, jubelte Offensiv-Mann Daniel Caligiuri.

Der Tabellenzweite wurde noch 15 Minuten nach Schlusspfiff frenetisch gefeiert. Die Spieler hielten ein Vizemeister-Transparent hoch und tanzten wie ausgelassene Kids vor der Fankurve. „Man kann dieses unbeschreibliche Gefühl nicht in Worte fassen. Ich denke, dass wir heute ziemlich viele Leute glücklich gemacht haben“, bilanzierte Torwart Ralf Fährmann, der nach 46 Minuten seinen Stammplatz im Kasten räumte und Alexander Nübel Platz machte. Youngster Nübel machte seinen Job gut, hielt die Null und wurde nach Abpfiff von Fährmann geherzt. Fährmann sichtlich ergriffen: „Die Leidenschaft ist zurück. Wir haben wieder Glücksgefühle in den Klub gebracht.“

Auch Naldo strahlte über das ganze Gesicht. „Unsere Saison war einfach geil. Wir wollten auch im letzten Spiel konzentriert sein“, sagt der Deutsch-Brasilianer. Der 35-Jährige überzeugte gegen Frankfurt erneut als Abwehrchef, löschte viele Brandherde. Da die Hessen zusätzlich nicht ihren besten Tag erwischt hatten, fuhren sie mit leeren Händen nach Hause. Am Ende steht Frankfurt auf einem undankbaren achten Platz – das Ticket für Europa wurde damit verpasst. Nur durch einen Sieg im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München kann Frankfurt noch den internationalen Wettbewerb schaffen. Frankfurts Marius Wolf: „Es ist unsere eigene Schuld. Ganz egal, wie die anderen Klubs gespielt haben: Das müssen wir uns selbst vorwerfen.“

Nach Guido Burgstallers Führungstor zum 1:0 (26.) auf Vorlage von Daniel Caligiuri ließen die Schalker mehrere Chancen aus, um den Sack frühzeitig zuzumachen. „Wir haben das in der ersten Halbzeit gut gemacht, sowohl im Pressing als auch im Ballbesitz und konnten uns viele Torchancen herausspielen“, fasste Trainer Domenico Tedesco zusammen. Der Deutsch-Italiener schob nach: „Die Chancenverwertung war heute aber sinnbildlich für die gesamte Saison, weil wir wieder einiges liegen gelassen haben.“ Sein Torjäger Guido Burgstaller sieht das Defizit gewohnt gelassen. „Diese Arbeit nehmen wir uns mit in die neue Saison“, meinte der Österreicher.

Als Trainer Tedesco eine Stunde nach Abpfiff gemeinsam mit Direktor Sport Axel Schuster die Rolltreppe vom Kabinenbereich Richtung VIP-Ebene hoch fuhr, lächelte er zufrieden. „Es fühlt sich sehr gut an, dass die Vizemeisterschaft vor dem Spiel schon durch war und wir heute dann so auftreten. Das spricht für die Mannschaft“, so Tedesco. Im Gegensatz zur Chancenverwertung muss er sich in diesem Punkt während seines Urlaubs keine Sorgen machen. Die Spieler brechen nach einem gemeinsamen Brunch am Sonntag zu Wochenbeginn in die katalanische Metropole Barcelona auf. Dorthin könnte es in ein paar Monaten dann wieder gehen. Und zwar dienstlich in der Champions League...

 

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