Schalke setzt auf Goretzka - Startelf-Debüt wohl am Sonntag

Wieder mittendrin beim FC Schalke 04: Leon Goretzka.
Wieder mittendrin beim FC Schalke 04: Leon Goretzka.
Foto: imago
Von den zuletzt langzeitverletzten Schalker Feldspielern ist Leon Goretzka am weitesten. Auch Bundestrainer Löw hat den 20-Jährigen auf der Rechnung.

Gelsenkirchen.. Wenn Roberto Di Matteo an diesem Samstag nach dem Training seinen Kader für das Spiel am Ostersonntag (15.30 Uhr, live in unserem Ticker) in Augsburg benennt, dann könnte es zum ersten Mal lange Gesichter geben: In den vergangenen Monaten musste der Trainer des FC Schalke 04 beinahe jeden Spieler mitnehmen, der nicht bei drei auf dem Baum war – nun haben sich so viele Verletzte zurückgemeldet, dass Di Matteo sogar entscheiden muss, wen er zu Hause lässt.

Goretzka nutzte die Länderspielpause zum Training auf Schalke

Keine Diskussionen gibt es diesbezüglich um Leon Goretzka: Der Mittelfeldspieler ist von den ehedem langzeitverletzten Feldspielern schon am weitesten und könnte in Augsburg sogar sein Startelf-Debüt in dieser Saison feiern. „Das ist gut möglich“, bestätigt der Trainer: „Er hat jetzt schon einige Teileinsätze gehabt und ist sicher ein Kandidat.“ Goretzka war nach seiner langwierigen Muskelverletzung ganz behutsam aufgebaut worden und hat jetzt die Länderspielpause genutzt, um wieder sein altes Leistungsvermögen zu erreichen – „er hat extrem gut trainiert“, hat Manager Horst Heldt beobachtet.

Vor einem Jahr durfte Goretzka ja sogar bereits in der Nationalmannschaft vorspielen und Bundestrainer Joachim Löw hat erst kürzlich betont, dass er ihn auch für die Zukunft wieder fest auf der Rechnung hat. Allein dies zeigt, welches enorme Potenzial an Leistung da durch die lange Verletzungspause des 20-Jährigen auf Schalke monatelang brach lag.

Denkbar ist, dass Goretzka nun in Augsburg eine der beiden offensiven Halbpositionen im Mittelfeld übernimmt und Marco Höger für Roman Neustädter (gesperrt) auf die Sechs rückt – damit dürfte der Spielaufbau erheblich an Dynamik gewinnen.

Für Draxler kommt Schalke-Auftritt in Augsburg noch zu früh

Wichtigster Rückkehrer ist aber wohl Ralf Fährmann, der in Augsburg sein Comeback nach seinem Kreuzbandanriss feiern wird. „Auch wenn Ralf noch ein bisschen im Knie spürt, will er unbedingt spielen“, sagt Heldt: „Das wird der Mannschaft helfen.“ Denn Fährmann hat natürlich eine ganz andere Ausstrahlung als der junge Timon Wellenreuther. Zudem kehren auch Benedikt Höwedes (nach Sperre) und Eric Maxim Choupo-Moting (nach Wadenproblemen) in die Elf zurück, so dass Schalke in Augsburg beinahe runderneuert antreten wird. „Wir müssen aber aufpassen“, schränkt Di Matteo ein, „dass wir nicht zu viele Spieler auf dem Platz haben, die nach ihren Pausen noch nicht den Rhythmus haben.“ Dies gilt wohl für Jefferson Farfan, Sead Kolasinac oder auch Sidney Sam (sofern der überhaupt einen Platz im Kader bekommt).

Denn bei allen Hoffnungen, die mit den Rückkehrern verbunden sind: Top-Form kann man von ihnen noch nicht erwarten – vielleicht kommt die Genesungs-Welle in dieser Saison mit Blick auf die Champions-League-Teilnahme vier Wochen zu spät. Denn eigentlich helfen Schalke ja ab sofort nur noch Siege, um die theoretische Chance zu wahren. Auch schon in Augsburg.

Apropos Rückkehrer: In einer Woche beim Spiel gegen Freiburg könnte sogar Julian Draxler wieder soweit sein. Klingt alles nach einem Neustart – kurz vor dem Saisonschluss.

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