Schalke setzt auf das Triple-Gen bei Hermann

Ralf Wilhelm
Da geht es zum Erfolg: Schalkes neuer Co-Trainer Peter Hermann, der vom FC Bayern München zu den Knappen wechselte.
Da geht es zum Erfolg: Schalkes neuer Co-Trainer Peter Hermann, der vom FC Bayern München zu den Knappen wechselte.
Foto: WAZ FotoPool
Peter Hermann - ehemaliger Co-Trainer von Jupp Heynckes beim FC Bayern - soll den Erfolg mit nach Schalke bringen. Zum Trainingsauftakt begrüßte Chef-Coach Jens Keller 19 Akteure, darunter sieben Spieler aus dem Nachwuchsbereich.

Gelsenkirchen. Ein Trainingsauftakt im normalen Rahmen: Kein neuer Trainer, der von 240 internationalen Journalisten begrüßt wird, keine Live-Übertragung im Sportsender, beim FC Schalke 04 ging es vor rund 400 Trainings-Beobachtern am Donnerstagmorgen entspannt zu. Viel zu sehen gab es ja auch noch nicht: Die Trainingsgruppe von 19 Akteuren, die vom Trainerstab auf Trab gehalten wurde, wurde mit sieben Spielern aus dem eigenen Nachwuchsbereich aufgefüllt, um einen ordentlichen Spielbetrieb überhaupt zu gewährleisten: Dennis Erdmann, Pascal Itter – Neuzugang von Nürnbergs U19 –, Marvin Friedrich, Marcel Sobottka, Philipp Max, Tim Bodenröder und Donis Avdijaj duften reinschnuppern bei den Profis. Und ihnen winkt auch ein erstes Trainingslager in Donaueschingen, zu dem die Schalker am Samstag bereits aufbrechen werden. „Andernfalls könnten wir ja gleich zu Hause bleiben“, umreißt Cheftrainer Jens Keller die durch Urlaubs-Verlängerungen angespannte personelle Lage.

Freundliche Begrüßung für Felipe Santana

So konnten sich die Fans am ersten Übungstag ganz in Ruhe auf die wenigen neuen Gesichter konzentrieren. Besonders Abwehrspieler Felipe Santana wurde, als ehemaliger Dortmunder, besonders kritischen Blicken unterzogen, aber die Begrüßung fiel durchaus freundlich aus, hier hat sich seit den „Vorarbeitern“ Andi Möller und Christoph Metzelder die Wechsel-Problematik mittlerweile normalisiert. „Ganz gut, ich bin aber ein bisschen krank“, fiel der erste Eindruck beim prominenten Neuzugang aus. Von Problemen bei Santana hatte Jens Keller wiederum nichts mitbekommen: „Sein erster Auftritt hat mir sehr gut gefallen, er ließ gleich erkennen, wo seine Stärken sind.“

Der Hauptverantwortliche wurde beim ersten Training ebenfalls von einem neuen Gesicht unterstützt, das lautstark ins Trainingsgeschehen eingriff: Co-Trainer Peter Hermann, jahrelang die rechte Hand von Jupp Heynckes auf seinen diversen Trainer-Stationen, könnte sich vielleicht am Ende der Saison als Königstransfer entpuppen. Dem 61-Jährigen eilt ja in der täglichen Trainerarbeit ein Ruf wie Donnerhall voraus. Darum durfte sich auch Manager Horst Heldt über diesen Wechsel ganz dezent selbst auf die Schulter klopfen: „Peter Hermann hat großen Anteil am Bayern-Erfolg, er hat sich in der Zusammenarbeit mit Heynckes durch große Loyalität ausgezeichnet. In unserem jüngeren Trainerteam ist er mit seiner Riesen-Erfahrung sicher sehr hilfreich“, lobt der Manager. Und sein neuer Chef formuliert für seinen neuen Assistenten ein wenig flapsig die Erwartungshaltung: „Mit Bayern hat er das Triple gewonnen, so weit würde ich nicht gehen. Das Double würde schon reichen“, lachte Jens Keller.

Hängepartie um Leon Goretzka

Überhaupt wirkte die Stimmung an Tag eins der Saison 2013/14 recht entspannt. Besonders Horst Heldt schien bestens vorbereitet auf die kommenden Aufgaben, abgesehen von hektischen Blicken auf sein Smartphone, in Erwartung des endgültigen Okays für den Wechsel von Adam Szalai. Die Hausaufgaben sind gemacht, mit der Hängepartie um Leon Goretzka gibt es noch eine Nachprüfung mit Bochum. Aber ansonsten kann man sich der Hauptaufgabe widmen: „Wir müssen mehr Konstanz in unsere Spiele bekommen, aber wir haben jetzt mehr Optionen, das wird uns helfen“, erklärten Heldt und Keller unisono.