Schalke schießt sich aus der Krise

Andree Hagel
Gleich drei Tore hat Raúl im Spiel gegen Bremen erzielt. Foto: dapd
Gleich drei Tore hat Raúl im Spiel gegen Bremen erzielt. Foto: dapd

Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 schlägt den SV Werder Bremen mit 4:0 und feiert seinen dritten Saisonsieg. Jefferson Farfán überragt, Raúl gelingen drei Treffer.

Zunächst einmal ist der FC Schalke 04 weg von den Abstiegsplätzen der Fußball-Bundesliga. In der ausverkauften Veltins-Arena setzte sich die Mannschaft von Trainer Felix Magath mit 4:0 (2:0) gegen den stark ersatzgeschwächten und enttäuschenden SV Werder Bremen durch. Beim dritten der Saisonsieg der Königsblauen zeigte der Peruaner Jefferson Farfán eine herausragende Leistung, während der Spanier Raúl als dreimaliger Torschütze auftrumpfte.

Im Vergleich zum 2:2 beim VfL Wolfsburg hatte Felix Magath seine Startelf auf zwei Positionen verändert, und zwar auf der Doppel-Sechs. Für Jermaine Jones, der noch nicht einmal auf der Bank Platz nehmen durfte, aber immerhin das Poster-Motiv im Stadionheft ist, und Ivan Rakitic spielten Joel Matip und Peer Kluge.

Führungstreffer gibt Sicherheit

Auf dem Rasen herrschte zunächst große Langeweile, weil weder die eine noch die andere Mannschaft so richtig wollte. Oder nicht konnte? Torhüter waren eigentlich gar nicht erforderlich. Obwohl Schalkes Manuel Neuer in der zwölften Minute insofern ein bisschen Glück hatte, als Aaron Hunt nach der Vorarbeit Petri Pasanens zu überrascht war und den Ball übers Tor schoss.

Das war – zumindest für den SV Werder – so etwas wie ein Startsignal. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf bemühte sich nun mehr und mehr um Spielkontrolle. Dabei sprang aber nichts heraus. Im Gegenteil. Plötzlich führte der FC Schalke 04 mit 1:0. Nach einer Ecke des starken Jefferson Farfán köpfte Christoph Metzelder den Ball unter die Latte des Bremer Tores. Von dort sprang das Leder auf den Rücken Tim Wieses und dann ins Netz (22.).

Dieser Treffer gab den Schalkern Sicherheit, sollte gerade der Satz lauten. Doch da spielte Edu so einen Fehlpass, dass es fast 1:1 gestanden hätte. Hugo Almeida, der mit Marko Marin das Bremer Sturmduo bildete, schoss aber knapp am langen Pfosten vorbei. Was jedoch nichts daran änderte, dass die Königsblauen nun selbstbewusster auftraten und vor allem viel sicherer am Ball waren. Und dann gab es so eine Szene, die in die Kategorie „den muss er machen“ gehört. Klaas-Jan Huntelaar machte sein achtes Saisontor nach einer Farfán-Flanke aber nicht, sondern schoss vorbei (39.).

Zum von Schalke erhofften Pausen-Ergebnis kam es dennoch, und zwar in der Nachspielzeit. Nachdem die Bremer wiederholt gegen Jefferson Farfán mittellos waren und sich nur mit einem Foulspiel zu helfen wussten, passierte es. Die Schalker führten den Freistoß indirekt aus, Edu zog ab, und Tim Wiese, immerhin die deutsche Nummer drei zwischen den Pfosten, ließ den Ball nach vorne abklatschen. Raúl bedankte sich und erzielte seinen vierten Bundesliga-Saisontreffer – 2:0. Hochverdient.

Jefferson Farfán krönt starke Leistung

Nach dem Wechsel schalteten die Bremer – was sollten sie auch machen? – einen Gang höher. Für die erste Überraschung aber sorgte Felix Magath, als er nach 52 Minuten einen Eins-zu-eins-Positionswechsel vornahm: Für Joel Matip brachte er Christoph Moritz. Und der musste nicht einmal fünf Minuten waren, bis er in eine Jubel-Traube eintauchen durfte. Jefferson Farfán hatte geflankt, National-Innenverteidiger Per Mertesacker versucht zu klären und Raúl zum 3:0 abgestaubt (56.). Knapp drei Minuten später hätte Jefferson Farfán seine 1-a-Vorstellung krönen können, er schob den Ball aber nicht nur an Tim Wiese, sondern auch am Bremer Tor vorbei.

Party in der Veltins-Arena, glückliche Fans. Das Team des SV Werder wirkte total verunsichert und inzwischen auch mutlos. Einige dachten wohl an die zwei Wochen alte 0:6-Pleite, die es beim VfB Stuttgart gegeben hatte. Die Bremer Ernüchterung und die Schalker Freude wurden dank eines Mannes noch größer: Raúl gelang in der 71. Minute das 4:0, ein Zaubertor. Nach einem schrecklichen Fehler Sebastian Prödls lupfte der 33-jährige Spanier den Ball mit ganz, ganz viel Gefühl über Tim Wiese. Und die Schalker Fans gröhlten: „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle!“ Als Felix Magath den dreimaligen Torschützen in der 79. Minute herausnahm, feierten die Anhänger ihren Senor Raúl. Fast hätten sie auch noch das 5:0 gefeiert, aber Tim Wiese parierte nach Klaas-Jan Huntelaars Kopfbällen klasse (82., 84.). Auch der Niederländer wurde mit Sprechchören gefeiert.

Und sonst? Bremens Philipp Bargfred flog noch vom Platz (85.), Schiedsrichter Knut Kircher zeigte die Gelb-Rote Karte.