Schalke öffnet mit 1:1 in Istanbul die Tür zum Viertelfinale der Champions League

Jermaine Jones erzielte für Schalke 04 den entscheidenden Treffer zum 1:1.
Jermaine Jones erzielte für Schalke 04 den entscheidenden Treffer zum 1:1.
Foto: dapd
Bundesligist FC Schalke 04 bleibt in der Champions League weiter ungeschlagen. Mit einer starken Teamleistung sicherten sich die Königsblauen am Mittwochabend ein 1:1 (1:1) bei Galatasaray Istanbul. Die Tür zum Viertelfinale in der Champions League steht den Schalkern damit weiter offen.

Istanbul. Schon lange nicht mehr hat man den FC Schalke 04 so stark, so energisch und so überzeugend gesehen: Mit einem 1:1 beim selbst ernannten Champions-League-Titelanwärter Galatasaray Istanbul im Achtelfinal-Hinspiel verschafften sich die Schalker eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in drei Wochen. Nach wie vor sind sie in dieser Saison in der Königsklasse ungeschlagen.

Die 52.600 Zuschauer in der Türk-Telekom-Arena, darunter 2700 mitgereiste Schalke-Fans, erzeugten wie erwartet einen unglaublichen Lärm – und das Spiel wurde der Stimmung von Beginn an gerecht. Es gab kein Abtasten, keine Zurückhaltung, sondern sofort ein Spektakel mit zahlreichen Höhepunkten.

Schalke geriet erneut durch einen individuellen Fehler in Rückstand

Schalke 04 begann frech, mutig, offensiv. Schon in der ersten Minute schoss Jermaine Jones beherzt aufs Tor, Keeper Muslera wehrte nur unzulänglich ab, doch nach Jefferson Farfans Vorarbeit kam der von ihm gesuchte Klaas-Jan Huntelaar, der erstmals nach seiner Augenverletzung wieder spielen durfte, nicht mehr an den Ball.

Schalke blieb anfangs weiterhin engagiert und wach. Bis zur zwölften Minute. Und dann geschah wieder etwas Verhängnisvolles – wie so oft in den vergangenen Wochen. Ein einziger individueller Fehler sorgte direkt für ein Gegentor: Roman Neustädter spielte in der eigenen Hälfte unkonzentriert einen Fehlpass. Zwei Stationen, und Galatasaray hatte seinen Top-Torjäger Burak Yilmaz in Szene gesetzt. Der ließ Benedikt Höwedes schlecht aussehen und hämmerte den Ball zum 1:0 ins Netz – es war schon sein siebter Treffer im laufenden Königsklassen-Wettbewerb.

Wieder einmal ein völlig unnötiges Gegentor für Schalke, und erneut war die unsortierte Defensive nicht dazu in der Lage, den fatalen Fehler eines Einzelnen noch auszubügeln.

Vor der Pause erntete Schalke den verdienten Lohn durch Jones-Tor

Aber die Blauen wehrten sich, und schon vier Minuten später hätten sie beinahe ausgeglichen: Ecke Jefferson Farfan, Kopfball Benedikt Höwedes – und am zweiten Pfosten verpasste Klaas-Jan Huntelaar den Ball, den er nur noch hätte über die Linie drücken müssen.

In der 18. Minute aber hatte Schalke großes Glück: Didier Drogba, Istanbuls neuer Superstar, zwang Torwart Timo Hildebrand zu einer tollen Reaktion, doch der frühere Schalker Hamit Altintop setzte nach und pfefferte die Kugel an die Latte.

Direkt vor der Pause aber erntete Schalke den verdienten Lohn für den beharrlichen Vorwärtsdrang. Nach einer Balleroberung lief ein perfekter Konter: Klaas-Jan Huntelaar schickte den starken Jefferson Farfan auf die Reise, der legte den Ball quer zu Jermaine Jones – 1:1, alles wieder offen. Im Rückspiel aber wird Jones fehlen, denn er fing sich eine Gelbsperre ein, weil er selbst eine Gelbe Karte für einen Gegenspieler gefordert hatte.

Schalke-Trainer Jens Keller kann nach starkem Auftritt erstmal aufatmen

Auch nach dem Wechsel wirkte Schalke willig und fit. Obwohl der Platz schwer bespielbar war, suchten die Gäste weiter den Weg nach vorne. Wiederholt aber fehlte die Absicherung. Immer wieder schlichen sich Patzer bei der Abwehrarbeit ein. Ordentlich spielte allerdings der erst 19-jährige A-Jugend-Meister Sead Kolasinac, der den formschwachen Christian Fuchs als Linksverteidiger ersetzte.

Der viel kritisierte Schalker Trainer Jens Keller konnte aufatmen: Endlich hat sein Team das gezeigt, was er seit Wochen von ihm verlangt. Und endlich ist wieder ein Aufwärtstrend erkennbar.

 
 

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