Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Heidel kontert schwere Vorwürfe von Ex-Trainer Weinzierl

Ein Jahr lang arbeiteten Markus Weinzierl und Christian Heidel gemeinsam auf Schalke.
Ein Jahr lang arbeiteten Markus Weinzierl und Christian Heidel gemeinsam auf Schalke.
Foto: firo
  • Markus Weinzierl hätte der Posten des österreichischen Nationaltrainers gereizt
  • Der FC Schalke 04 soll ihm den Weg zum Job verbaut haben
  • Nun reagiert Schalke-Manager Christian Heidel auf die Vorwürfe

Gelsenkirchen. Christian Heidel hat die Anschuldigungen von Markus Weinzierl zurückgewiesen, wonach Schalke 04 seinem im Sommer 2017 freigestellten Trainer die Möglichkeit verbaut habe, Nationaltrainer in Österreich zu werden. „Ich kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen“, sagte der Sportvorstand des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 am Mittwochmorgen gegenüber diesem Portal.

Der österreichische Verband, der am Montagabend Franco Foda als Nachfolger des entlassenen Marcel Koller vorgestellt hatte, sei über die Freigabe informiert gewesen – danach habe es aus Wien offenbar allerdings keinen Gesprächsbedarf mehr gegeben.

Weinzierl hatte die Beschuldigungen im österreichischen „Kurier“ erhoben: Es sei nicht zum Engagement gekommen, „weil Schalke keine Gespräche geführt hat über eine mögliche Vertragsauflösung“.

Dem widerspricht nun Heidel: „Markus Weinzierls Berater ist Ende der vergangenen Woche auf uns zugekommen und hat uns über ein eventuelles Interesse des österreichischen Fußballverbandes an Markus Weinzierl informiert.“, so der 54-Jährige.

Weinzierl hat noch einen Vertrag bis 2019

Heidel weiter: „Nur einen halben Tag später hat sich dann der österreichische Verband direkt bei Clemens Tönnies gemeldet und gefragt, ob wir bereit wären, Markus Weinzierl aus seinem Vertrag zu entlassen. Herr Tönnies – er war bereits im Thema, da wir unsere Position schon besprochen hatten – erklärte, dass wir dazu bereit wären – vorbehaltlich eventueller Einwände im Vorstand oder Aufsichtsrat. Einwände gab es nicht. Allerdings hat sich danach von Beraterseite und von Seiten des ÖFB niemand mehr bei uns gemeldet.“

Das Schalker Interesse an einer Einigung liegt nahe: Schließlich hat der 42 Jahre alte Weinzierl noch einen Vertrag bis 2019, der Verein hätte ihn durch einen Wechsel nach Österreich sicherlich gerne von der Gehaltsliste bekommen.

Weinzierl fand laut „Kurier“ großen Gefallen an der Vorstellung, die Alpenrepublik zu trainieren. Wie stark das Interesse des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) am Ende tatsächlich gewesen sein mag, lässt sich nur spekulieren. ÖFB-Präsident Peter Schöttel ist medial sehr offensiv mit der Nachbesetzung des Trainerstuhls von Marcel Koller umgegangen.

Nachzulesen ist, dass der Kandidatenkreis sukzessive von 30 auf zehn und schlussendlich drei Bewerber reduziert worden ist. Im Laufe der Suche sind unter anderem auch Matthias Sammer, derzeit Experte bei Eurosport und davor Sportvorstand beim FC Bayern München, sowie die ehemaligen Bundesligaprofis Andreas Herzog (FC Bayern/Werder Bremen) und Thorsten Fink (FC Bayern/HSV) als Anwärter genannt worden.

Unter Tedesco steht Schalke wieder besser da

Markus Weinzierl hatten die Schalker im zurückliegenden Sommer nach nur einer Saison in Gelsenkirchen wieder freigestellt. Die Mannschaft hatte die Europapokal-Wettbewerbe verpasst. Als neuer Trainer wurde Domenico Tedesco verpflichtet, unter dem Schalke derzeit tabellarisch als Bundesliga-Fünfter wieder besser dasteht.

 
 

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