Schalke-Keeper Hildebrand kritisiert Fans und Mitspieler

Sauer: Schalke-Torwart Timo Hildebrand.
Sauer: Schalke-Torwart Timo Hildebrand.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Drei Tage nach seinem Mega-Patzer beim 0:3 gegen Chelsea wäre Schalke-Torwart Timo Hildebrand gegen Bremen fast wieder ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Diesmal ging alles gut, Schalke gewann mit 3:1 - und hatte der Keeper eine Menge zu sagen.

Gelsenkirchen. Es lief die 61. Minute im Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen. Die Königsblauen lagen 0:1 zurück, bemühten sich sehr um den Ausgleich, vergaben Chance um Chance. Dann bekam Christian Fuchs an der Mittellinie den Ball, überlegte einen Moment und passte ihn zurück zu Torwart Timo Hildebrand. Es vergingen nur wenige Sekunden - und doch dachten knapp 62.000 Zuschauer in der Arena an eine Slapstick-Szene aus dem Spiel beim FC Chelsea am Mittwoch. Hildebrand hatte nach einem ähnlichen Rückpass Samuel Eto'o angeschossen, der Ball kullerte zum 0:1 ins Netz, Schalke verlor 0:3.

Bremens Elia konnte den Fehler des Schalke-Torwarts nicht nutzen

Und auch diesmal traf der Schalke-Keeper den Ball nicht richtig - und spielte ihn in die Füße von Eljero Elia. Der stürmte frei aufs Tor zu. Da Elia aber nicht so abgezockt ist wie Eto'o und auf dem Weg zum Tor ausrutschte, fing Atsuto Uchida den Ball noch ab und es blieb beim 0:1. Schalke verwandelte den Rückstand in einen 3:1-Sieg. Hildebrand konnte nach dem Spiel scherzend feststellen: "Wenn der auch noch reingeht - dann weißt du, was los ist..."

Ende gut, alles gut?

Nein. Denn der Torwart nutzte die Gelegenheit in der Mixed Zone, um seinen Frust loszuwerden. Der Zorn des Keepers traf die eigenen Mitspieler und die Fans. "Wir spielen den Ball einfach zu oft zu mir zurück", grantelte Hildebrand und ergänzte: "Und das bei diesen Platzverhältnissen. Wir haben einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte und der Ball landet bei mir. Das darf einfach nicht sein." Der Keeper sprach einen Abwehrspieler auch direkt an: "Joel Matip bringt mich einmal in die Bredouille, als ich den Ball mit dem Außenrist durch zwei Leute spielen muss. Da kannst du als Torwart nur dumm aussehen." Mit seiner Meinung über die Schalker Spielweise steht Hildebrand - wie er sagt - nicht allein: "Wir spielen zu viele Rückpässe - und das ist nicht nur meine Meinung. Das kommt auch aus der Mannschaft. Da haben wir im Moment zu wenig Lösungen."

In zwei Wochen spielt Schalke in Frankfurt

Auch die Fans schonte Hildebrand nicht - wie schon Kapitän Benedikt Höwedes vor zwei Wochen. "Ich habe mich gefreut, dass mich die Fans angefeuert haben", sagte Hildebrand, ergänzte dann aber: "Man wünscht sich als Spieler, dass der eine oder andere Pfiff nicht kommt. Den Leuten muss bewusst sein, dass es bei diesen Platzverhältnissen nicht einfach ist - gerade für einen Torwart, der unter Druck gesetzt wird. Ich finde dieses Raunen erstaunlich. Das scheint hier ein Phänomen zu sein."

Erst ganz am Ende fand Hildebrand versöhnliche Töne: "Gerade in der zweiten Halbzeit waren die Fans gut da." Und in zwei Wochen im Spiel bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 23. November, 15.30 Uhr) dürfte er wieder im Schalke-Tor stehen.

 
 

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